Noch ist Sabine Günter Vorsitzender des St. Georgener Handels- und Gewerbevereins (HGV). Bei der Hauptversammlung im kommenden Jahr soll sich das aber ändern. (Archivfoto) Foto: Helen Moser

Viele Veranstaltungen, ein großer Erfolg – so blickt der Handels- und Gewerbeverein (HGV) St. Georgen auf 2025. Dennoch liegt einiges im Argen. Die Vorsitzende möchte aufhören.

Wenn Sabine Günter, Vorsitzende des St. Georgener Handels- und Gewerbevereins, auf das vergangene Jahr zurückblickt, dann sticht dabei vor allem eines heraus: das große Heugausfest, das die Einzelhändler im September ausrichteten und das Hunderte Besucher in die Bergstadt lockte.

 

Nicht nur, sagt Günter, dass die Stadt zwei Tage lang voll war. Der wahre Erfolg sei erst Wochen und Monate nach der Veranstaltung deutlich geworden – nämlich durch auswärtige Kunden, die St. Georgens Einzelhandelsangebot beim Heugausfest entdeckt hatten und in der Folge zum Einkaufen in die Bergstadt zurückkehrten. Günters Fazit zum Heugausfest ist daher klar: „Es war ein Kraftakt für das Orga-Team, aber ein großer Erfolg.“ Die viele Arbeit habe sich ausgezahlt, findet sie.

Und so fällt die Jahresbilanz gut aus – eigentlich. Denn gänzlich rund läuft es nicht beim HGV, wie Günter schildert. Die Vorsitzende hat deshalb schon jetzt eine potenziell folgenreiche Entscheidung getroffen: Bei der Hauptversammlung des Vereins im Jahr 2027 werde sie sich nicht mehr für ihr Amt zur Verfügung stellen, erklärt Günter. Bei der diesjährigen Hauptversammlung habe sie die Vereinsmitglieder darüber in Kenntnis gesetzt.

Viel Arbeit auf wenige Schultern verteilt

Die Entscheidung, betont sie, sei ihr außerordentlich schwer gefallen. Doch die HGV-Vorsitzende hat gute Gründe für ihren Entschluss: „Ich habe viel Zeit investiert, weil ich an die Zukunft des Einzelhandels glaube“, erklärt Günter. Sie habe versucht, Impulse zu setzen – auch, aber längst nicht nur durch Veranstaltungen. Einiges habe man im Verein auch aus der Taufe gehoben, findet sie.

„Aber man hat einfach das Gefühl, dass auf wenigen Schultern ganz viel lastet“, beklagt Günter. Im Prinzip, erklärt Günter, sei es ein kleines Kernteam innerhalb des HGV, das beinahe die ganze Arbeit, die im Jahresverlauf anfalle, stemme. „Das ist einfach schwierig“, fasst Günter zusammen.

Leerstände in der Innenstadt bereiten Sorgen

Und nun? „Weitergehen wird’s“, ist Günter sich sicher. „Die Frage ist nur, wie.“ Die künftigen Strukturen innerhalb des Vereins sind eines der Themen, welche bis zur Hauptversammlung im kommenden Jahr angepackt werden sollen. Dazu wolle man sich im Laufe des Jahres zusammensetzen und neue Ideen entwickeln, erklärt Günter.

Schlagkräftig fortbestehen soll der Verein. Denn – so viel ist klar – Themen, die den HGV betreffen und umtreiben, gibt es mehr als genug. Das wird im Gespräch mit Günter schnell deutlich. Zum einen, sagt sie, habe der Einzelhandel mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen, zum anderen machen aktuelle und kommende Leerstände in der Stadt Sorgen. Vor allem Letzteres brennt dem HGV unter den Nägeln, wie sich erst vor einigen Wochen bei einem Potenzialrundgang durch die Innenstadt zeigte, bei dem auch Vertreter von Stadtverwaltung, Gemeinderat und Industrie- und Handelskammer (IHK) zugegen waren.

Hurra-Card im vergangenen Jahr neu aufgesetzt

Arbeit – das wird deutlich – fällt im HGV genug an. Das war auch 2025 der Fall: Neben der Organisation der jährlichen Veranstaltungen – wie der Nacht der 1000 Lichter oder des verkaufsoffenen Sonntags zum Naturparkmarkt im Herbst – stand da noch ein anderes größeres Projekt an: Die Hurra-Card, eine Gutscheinkarte, die Arbeitgeber ihren Angestellten zur Verfügung stellen können, wurde als Hurra-Card 2.0 in Kooperation mit einem neuen Anbieter frisch herausgegeben. Das neue System sei für die Einzelhändler einfacher zu handhaben, erklärt Günter – und stelle dennoch sicher, dass die Kaufkraft in St. Georgen bleibe. Etwa 20 bis 25 Arbeitgeber im Stadtgebiet bieten die Hurra-Card derzeit an, schätzt sie.

Was der HGV für 2026 plant

Mai-Macht’s-Markt
Neu im Programm des HGV ist in diesem Jahr der Mai-Macht’s-Markt, der am Freitag, 29. Mai, ab 16 Uhr in der unteren Gerwigstraße stattfindet. Er soll, sagt Sabine Günter, an die Tradition des Gerwigstraßenfests anknüpfen und lockt neben Bewirtung auch mit Kunst und Handwerk.

Genussvoll einkaufen
In Kooperation mit der örtlichen Gastronomie plant der HGV in diesem Jahr eine Premiere: eine genussvolle Einkaufsnacht, bei der Gastronomen in den Einzelhandelsgeschäften Häppchen anbieten oder auf andere Art und Weise bewirten. Da sei man aktuell aber noch in der Planungsphase, erklärt Günter. Geplant ist die Veranstaltung für Juli.

Naturparkmarkt
Mittlerweile fest im Programm des HGV ist der verkaufsoffene Sonntag zum Naturparkmarkt in St. Georgen. Termin ist Sonntag, 20. September. Besonders positiv aus Sicht von Günter: Der Naturparkmarkt soll in diesem Jahr wieder auf dem Marktplatz stattfinden – und damit deutlich näher an vielen Einzelhändlern als in Vorjahren.

Nacht der 1000 Lichter
Kaum aus dem Repertoire des HGV wegzudenken ist die Nacht der 1000 Lichter als lange Einkaufsnacht vor Weihnachten. Sie findet in diesem Jahr voraussichtlich am Freitag, 27. November, statt.