Weniger Bücher in den Regalen, große Sorgen hinter den Kulissen: Die Buchhandlung arbeitet an einem neuen Konzept für die Zukunft.
Wer in den vergangenen Tagen die Buchlese in der Schramberger Hauptstraße aufsucht und in den ausgestellten Büchern stöbern möchte, wundert sich über die ausgedünnten Regale im Geschäft. „Die Schere zwischen Umsatz und Kosten geht immer weiter auseinander“, erklärt Inhaberin Britta Blaurock die Gründe dafür beim Termin unserer Redaktion vor Ort. Die Nebenkosten des Ladens stiegen ständig, die Lieferkosten sogar geradezu explosionsartig. „Dabei ist die Marge beim Buch sowieso schon gering. Darüber hinaus können wir wegen der Buchpreisbindung die Preise nicht anpassen“, erläutert Blaurock. Und die liefernden Verlage zögen ihrerseits nicht schnell genug mit Preiserhöhungen nach.
Kundenfrequenz lässt nach
Aber nicht nur bei ihr in der Buchlese, sondern – wie sie von Einzelhandelskollegen höre – auch in anderen Geschäften in Schramberg sei zu beobachten, dass die Kundenfrequenz nachgelassen habe. Mutmaßlich seien die Kunden durch die Wirtschaftskrise und die Kriege verunsichert beim Geldausgeben zurückhaltender.
Ein Ende der Buchlese wäre ein herber Verlust für das Angebot in der Talstadt. Doch so weit müsse es nicht kommen. „Hoffentlich können wir weitermachen, und wir sind auf einem guten Weg, das zu klären“, teilte Blaurock weiter mit.
Tragfähiges Konzept
Allerdings werde sich in den nächsten sechs Monaten einiges ändern. „Wir bemühen uns, einen Standort in Schramberg zu erhalten, und überlegen uns ein tragfähiges Konzept unter geänderten Rahmenbedingungen.“ Dazu werde ein Umzug in günstigere Räumlichkeiten gehören, ebenso Anpassungen beim Personal. So werde eine langjährige Mitarbeiterin in den Ruhestand gehen.
Aber auch unter neuen Bedingungen würden sie und ihr Team bei einer Weiterführung der Buchlese an der bisherigen, bewährten Ausrichtung festhalten. Ausstellungen, Buchvorstellungen oder Kooperationen – etwa mit dem Stadtmuseum Schramberg – werde es auch in Zukunft geben.
Unterstützung
An ihre Kunden hat Blaurock in dieser Durststrecke und angesichts des ausgedünnten Angebots im Ladengeschäft eine Bitte: „Bestellungen über den Online-Shop (www.buchlese.net) unserer Webseite wären in dieser Phase eine große Hilfe.“ Die Ware werde dann direkt nach Hause geliefert.