Leerstand beseitigen oder ein Überangebot verhindern? Das war die große Frage im Gemeinderat beim Thema neuer Lebensmittelmarkt in Oberndorf.
Ein Leerstand könnte bald der Vergangenheit angehören. In Oberndorf soll ein weiterer Lebensmittelmarkt eröffnen. Während die einen begrüßen, dass neues Leben in die leeren Räume einzieht, findet mancher, dass es dort nicht noch ein Angebot dieser Art braucht.
Bei den vorgesehenen Räumen in der Neckarstraße an der Gemarkungsgrenze zu Aistaig handelt es sich um Teilflächen des Areals, in dem sich unter anderem das Fitnessstudio befindet. Selbstständige Einzelhandelsbetriebe schließt der Bebauungsplan Neckar-Talaue (eingeschränktes Gewerbegebiet) bisher noch aus.
Deshalb soll dieser nun in einem Teilbereich von rund 1,1 Hektar geändert werden – im vereinfachten Verfahren. Die Kosten dafür übernehme der Vorhabenträger, erklärte Bürgermeister Matthias Winter im Gemeinderat.
Versorgungsquote vs. Leerstandsmanagement
Nachdem man nun mehrfach festgestellt habe, dass die Gesamtstadt in diesem Bereich überversorgt sei, was Lebensmittelmärkte angehe, werde er nicht zustimmen, kündigte FWV-Stadtrat Dieter Rinker an. Man könne das Rad nicht ohne Ende weiterdrehen. Und ein Teil des Einzelhandel-Sterbens in der Oberstadt habe aus heutiger Sicht mit den Ausweitungen in der Vergangenheit zu tun, zeigte er sich überzeugt.
„Eine Käseglocke über die Oberstadt zu stülpen, hätte die Geschäfte dort auch nicht gerettet“, meinte Ruth Hunds (SPD) dazu. Den Leerstand zu beseitigen sei wichtiger, als eine alte Diskussion aufzumachen.
Das sah die Mehrheit des Gemeinderats wohl auch so. Letztlich wurde die Aufstellung des Bebauungsplans „Neckar-Talaue, 8. Änderung“ mehrheitlich bei vier Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen abgesegnet.
Nach der Beteiligung der Öffentlichkeit könnten dann bereits im März die Stellungnahmen vorliegen, hieß es zuvor im Arbeitskreis Kernstadt auf Nachfrage nach dem weiteren Zeitplan.