Während einige Manufakturen in Horb aufhören, ist Robert Kraus mit seinem „Baumart“ weiter dabei. Wie er durch einen guten Tipp neue Kunden fand und warum es jetzt läuft.
Am Freitag setzte die Manufaktur B-Leben mit dem Konzert von Aljosha Konter und Karin Rabhansl (19.30 Uhr) in der Altheimer Straße den Schlusspunkt in der dreijährigen Geschichte der Manufaktur „B-Leben“ von Babsy Rockrohr. Doch Robert Kraus von BaumArt plant noch keinen Schlussverkauf – im Gegenteil.
Kraus. Er war mit Babsy Rockrohr und Inna Weipert (handgenähte Kindermode) der erste Gründer, der zum Startschuss der Manufakturenstadt im März 2023 sein BaumArt eröffnete. In den Arkaden schräg gegenüber von der Fleischerei Thomma am unteren Marktplatz.
Der Gründer: „Mein Ziel war von Anfang an, mein Hobby in Horb in einem Showroom zu präsentieren. Meinen Vollzeitjob wollte ich dafür nie aufgeben.“ Sein Hobby: Holz und Expoxid-Harz zu tollen Möbeln und Lampen zu verwandeln.
Kraus: „Um das Geschäft zu beleben, habe ich gemeinsam mit meiner Frau das Geschäft zu bestimmten Öffnungszeiten geöffnet. Dazu habe ich Workshops angeboten. Ziemlich kurz nach der Eröffnung haben wir angefangen zu recherchieren, ob wir die Waren auch online anbieten. Das Problem dabei: Man ist auf diversen Plattformen mit der Billig-Konkurrenz aus China konfrontiert. Auf dem Foto sehen sie gut aus, in der Realität können sie mit meiner Qualität nicht mithalten.“
Der Durchbruch für die Manufaktur kam beim großen Stadtfest
Allerdings fehlte die Laufkundschaft, so die ersten Erfahrungen. Eine Erfahrung, die auch Babsy Rockrohr mit ihren Upcycling-Produkten machte. Kraus: „Die Leute, die nach Horb kommen, suchen kein Kunsthandwerk. Sondern eher Kleidung und Genuss.“
Dann traf er auf dem Großen Stadtfest in Horb Michael Läpple aus Salzstetten. Den Kunsthandwerk-Markt-Veranstalter, der auch die Wiederauflage des Freudenstädter Weihnachtsmarkts erfolgreich begleitete. Kraus: „Michael bot mir an, ich sollte ein Zelt aufbauen. Ich fragte City-Manager Thomas Kreidler. Er sagte mir: Du bist der Geschäftsführer und musst die Entscheidung treffen. Am nächsten Tag stand mein Zelt beim Stadtfest auf der Inselspitze in Horb.“
Und das war die Grundlage für den Durchbruch. Kraus: „Seitdem bin ich auf jedem Kunsthandwerker-Markt von Läpple in der Region. Dazu in Ergenzingen auf dem Kunst- und Trödelmarkt. Dort kommen 2500 bis 3000 Besucher, die wollen cooles Handwerk sehen. Die Laufkundschaft, die für mich interessant ist.“
Und seitdem läuft es. Tagsüber arbeitet Kraus bei Cristallux in Waldachtal (u.a. Leuchten für Kreuzfahrtschiffe). Und abends – nach Familie und Feierabend – sitzt er in seinem BaumArt und fertigt Möbel und Lampen mit Epoxidharz.
Die Laufkundschaft kommt jetzt Nachts
Kraus: „Seitdem habe ich auch jede Menge Laufkundschaft. Die Gäste vom Morgenland, die nach dem Essen bei mir vorbeikommen. Sie drücken die Nase an die Scheibe und wollen wissen, was ich da mache.“
Ist er zufrieden mit dem Umsatz? Kraus: „Es war immer das Ziel, dass ich mein Hobby finanzieren kann. Der Vermieter hat mir zugesagt, den Mietvertrag so zu verlängern, dass es passt. Schön, dass die Manufaktur – auch durch die unheimliche gute Hilfe durch die Stadt – sich so entwickelt hat.“