Die Werbung überm Schaufenster von Optik Hauser muss noch abmontiert werden. Auf dem Stück Papier rechts unten steht „Betrieb geschlossen“. Foto: Ernst Klett

Ein Fachgeschäft weniger gibt es in der Hechinger Innenstadt, und nur noch zwei Optiker am Marktplatz.

Seit wann genau das Schaufenster verdächtig leer geworden ist, können nicht einmal die Nachbarn sagen. Ab sofort wird im Gebäude Goldschmiedstraße 1 ein neuer Mieter fürs Erdgeschoss gesucht. Optik Hauser ist in Hechingen Geschichte.

 

Man hat sich mitunter gefragt, ob man im Hohenzollerischen extra schlechte Augen hat. Irgendeine Reminiszenz an die preußische Vergangenheit vielleicht. Denn gleich drei Augenoptiker auf engem Raum am Hechinger Marktplatz, das war durchaus beachtlich.

Man beachte allerdings die Vergangenheitsform: Mittlerweile sind es nur noch zwei Fachgeschäfte, die sich um den korrekten Blick kümmern. Optik Hauser in der Goldschmiedstraße ist nicht mehr.

Leerstände als „Hechinger Krankheit“

Das Gebäude Nummer 1 gehört eigentlich fast noch zum Markt- oder auch Kirchplatz. Und es hat seit einigen Tagen im Erdgeschoss überraschend Ladenfläche frei. Die alte Hechinger Krankheit, die vielen Leerstände, legt wieder zu.

Der Optiker, die Filiale eines Reutlinger Unternehmens, hat sich aus der Zollernstadt zurückgezogen. Das geschah eher still und heimlich. Es gab keine öffentliche Ankündigung und offenkundig auch keinen Ausverkauf. Die Schlüsselübergabe war wohl erst vor wenigen Tagen.

Gegründet wurde das Fachgeschäft einst als Filiale des Hauptgeschäfts in Burladingen. Das stattliche Gebäude Goldschmiedstraße 1 gehört einem Balinger Geschäftsmann.

Immobilienverwaltung ist zuversichtlich für Nachfolge

Um die Nutzung kümmert sich die Immobilienverwaltung Ryck mit Sitz gleich ums Eck am Obertorplatz. Dort ist man halbwegs zuversichtlich, den neuerlichen Leerstand in der Hechinger Oberstadt zeitlich eingrenzen zu können.

Erneut einen Einzelhändler zu bekommen, das sei eher schwierig. Das sagt man bei Ryck angesichts der vergleichsweise kleinen Verkaufsfläche.

Immerhin besteht durchaus Interesse an dem Standort: Es hat bereits einige Anfragen gegeben. Bei der Immobilienverwaltung erhofft man sich die größten Chancen auf Neuvermietung bei einer Nutzung als Bürofläche.