Neben Karls Deli (rechts) soll demnächst der erste Pop-Up-Store (links unten) kommen und vorhandene Leerstände füllen. Foto: Daniel Vedder

Beim Schlendern durch die Karlstraße trüben derzeit verwaiste Schaufenster das Bild. Jedoch herrscht Optimismus im Kampf gegen den Leerstand. City-Managerin Christine Neu setzt auf Pioniere – und Fördermittel.

„Es sind ganz gute Trends zu erkennen“, so Stefan Baur, Vorstand des Gewerbevereins. Sogenannte Pop-Up-Stores sind in aller Munde. Sie sind für viele die Hoffnung, abgehängte Fensterfronten wieder mit Schauwerten zu füllen. Zumindest zeitweise. Nun soll auch in der Donaueschinger Innenstadt bald der erste dieser Läden aufpoppen.

 

Fördermittel gibt es vom Land

Pop-Up Stores sind Läden, die über einen bestimmten Zeitraum zu reduziertem Mietzins unterhalten werden können. Daher werden sie oft zeitlich kurz befristet betrieben. „Das sind in der Regel Nischen, keine Riesenmarken mehr, sondern Pioniere, die oft regionale Produkte verkaufen“, erklärt City-Managerin Christine Neu.

Finanziert werden soll das durch Fördermittel vom Land. Die gibt es jedoch nur für einen Leerstand pro Kommune und auch nur für kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg. Mindestens ein Jahr und maximal zwei Jahre kann ein Unternehmen von diesem Zuschuss profitieren. Aber Neu versichert: „Andere pionierwillige Firmen unterstützen wir auch.“ Die Hoffnung sei, die Leute über die Dauer der Förderung davon zu überzeugen, in Donaueschingen sesshaft zu werden.

Die Gefahr bestehe, dass Unternehmer nach Ende der maximal zwei Jahre weiterziehen, äußert sich Gewerbevereinschef Baur. Dennoch sieht er die Sonderförderung als Chance für Menschen mit außergewöhnlichen Ideen: „Die tun sich häufig schwer, sich zu etablieren. Da hilft, dass sie gefördert werden.“ Nicht mehr die großen Läden mit breiten Angeboten werden laut Baur die Innenstadt der Zukunft prägen. „Stationäre Geschäfte funktionieren da, wo zum Beispiel beraten werden muss“, oder weil man spezielle Ware einfacher vor Ort bekomme.

Erster Pop-Up-Store soll bald starten

Als positives Beispiel hebt er "Massnahme Herren-Masskleidung" heraus, die den Leerstand von Schmoll Herrenmode füllen werde. Pop-Up-Stores sollen ähnlich funktionieren, eine Nische füllen, für die die Leute in die Innenstadt kommen müssen. Von drei Kandidaten spricht Neu, die Leerstände demnächst füllen könnten. Bei einem handele es sich um einen Pop-Up-Store. Genaueres möchte sie nicht sagen, da noch nichts spruchreif sei.

Stefan Baur wird schon genauer. Er stellt neben zwei in Bälde anstehenden Unterzeichnungen in Aussicht, dass neben Karls Deli – das ebenfalls Anfang Mai öffnen soll – bald der erste Pop-Up-Store öffnen könnte.

City-Managerin ist optimistisch

„Wenn wir noch ein halbes Jahr abwarten, ist die Karlstraße nicht komplett voll, aber viele Leerstände werden wieder befüllt sein“, sagt er. Auch Christine Neu verbreitet Optimismus, dass das ausgerufene Jahresziel zwei Leerstände zu füllen, erreicht werden könne: „Wir werden Ende des Jahres zwei, eher sogar vier Leerstände behoben haben“.

Lage in der Innenstadt

Entwicklung
Im Vergleich zum Vorjahr kann Beatrix Grüninger, die Pressesprecherin der Stadt Donaueschingen, jetzt schon tendenziell eine Abnahme von Leerständen beobachten. Gesamtzahlen nennt die Stadtverwaltung jedoch nicht im Detail. Laut City-Managerin Christine Neu sei es schwierig, zuverlässige Zahlen zu liefern, da seitens des Handels die auftretenden Leerstände nicht immer gemeldet werden.