Könnten Lösungen wie die von Kleider Müller bald öfter in Innenstädten zu sehen sein? Der Laden hat geschlossen, mietet aber weiter das Schaufenster an. Foto: Daniel Vedder

Ein längst geschlossenes Geschäft mietet eine Präsentationsfläche und mindert den Eindruck vom Ausbluten des Einzelhandels in Donaueschingen.

Es ist das große Schreckgespenst, mit dem deutsche Innenstädte zu kämpfen haben: der Leerstand.

 

Ob Personalmangel, hohe Kosten oder der Verlust von Kunden an den Internet-Handel, immer wieder sind Geschäfte gezwungen, ihre Pforten zu schließen. Auch in Donaueschingen ist der Kampf gegen den Leerstand ein wichtiges Thema.

Zwei bis drei Leerstände mehr als im vergangenen Jahr

Eine erhoffte Lösung dafür ist nun weggefallen. Der Pop-up-Store an der Karlstraße 23 ist nicht mehr Teil des Förderprogramms des Landes Baden-Württemberg. Aktuell gibt es laut City-Managerin Christine Haus zwei bis drei Leerstände mehr als im vergangenen Jahr um diese Zeit. So hatte auch der Holzkern-Laden an der Josefstraße geschlossen.

„Wir sind bei einigen aktuellen Leerständen in sehr regem Kontakt, aber wir müssen es nicht beschönigen: Die Lage im Einzelhandel ist angespannt“, sagt Haus. Eine Idee, wie man den Leerstand vielleicht nicht bekämpfen, aber zeitweise mit ihm umgehen kann, hat Kleider Müller in der Josefstraße geliefert. Der Laden hat bereits seit 2022 geschlossen, mietet seitdem aber weiter die Schaufensterfläche an, stellt dort aus und bewirbt das noch laufende Geschäft in Schwenningen. Damit will Geschäftsführer Heinz Müller auch dem Stadtbild helfen.

Keine Lösung für das grundsätzliche Problem

Christine Haus unterstützt solche Ansätze, um mit der Situation umzugehen. „So eine Leerstands-Kaschierung ist eine super Sache.“ Eine Lösung für das grundsätzliche Problem sei es nicht, aber in Einzelfällen könnte es eine Option sein bis Nachmieter gefunden sind.

Antonio Laudani, Vorstandsmitglied im Gewerbeverein Donaueschingen und Betreiber des Eiscafé Vivaldi an der Karlstraße, würde statt solcher Ideen lieber mehr konkrete Hilfe im Kampf gegen den Leerstand sehen. Das Stadtbild ist das eine, die Innenstadt zu beleben, das andere. Das gehe nur dann, wenn Läden auch geöffnet haben.

„Wir brauchen die Geschäfte hier“, sagt Laudani. Er halte es für wenig realistisch, dass eine Präsentation wie bei Kleider Müller für andere Ladenbesitzer eine Option sei.