Um Hilfe gerufen haben einzelne Bad Wildbader Einzelhändler aus der Wilhelmstraße bei der Verwaltung. Jetzt hat es ein Treffen gegeben. Das ist dabei herausgekommen.
Es war ein lauter Schrei nach Hilfe, den einige Einzelhändler in der Bad Wildbader Wilhelmstraße in einer Gemeinderatssitzung ausstießen. Martina Schwarz und Gundula Neher waren die Wortführerinnen, die „die sehr schlechte Lage des Einzelhandels vorstellen“ wollten. Umsatzrückgänge im vergangenen Jahr um 30 oder sogar 50 Prozent seien keine Seltenheit, hieß es da.
Als Grund dafür hatten die Händler ausgemacht, dass die Gästezahlen in der Wilhelmstraße rückläufig seien und die Wildbader keinen Parkplatz finden würden. In einem Schreiben teilten sie mit, „dass es finanziell nicht mehr möglich ist, unsere Geschäfte hier in Bad Wildbad so aufrechtzuerhalten.“
Sie forderten weiter, dass die Stadt Maßnahmen zur Wiederbelebung der Wilhelmstraße in Angriff nehmen müsse, ansonsten würden „leider einige Einzelhändler Ende nächsten Jahres den Standort in unserem schönen Städtle aufgeben müssen.“
Sie forderten zudem ein Gespräch „innerhalb von vier Wochen“ mit dem Bürgermeister und der Verwaltung. Dieses Gespräch hat nun stattgefunden. Vor wenigen Tagen „trafen sich Einzelhändler und weitere Leistungsträger aus Bad Wildbad mit Bürgermeister Marco Gauger und weiteren Vertretern der Stadtverwaltung zu einem Gespräch über die Entwicklungsmöglichkeiten der Innenstadt“, teilt Timea von Kraus, bei der Stadt zuständig für den Stadtmarketingbereich, mit.
Attraktive und lebendige Innenstadt
Die Sitzung habe Gelegenheit zum offenen Austausch geboten, zur Vorstellung aktueller Initiativen der Stadt durch von Kraus sowie zur Diskussion möglicher zukünftiger Maßnahmen. Ziel sei es gewesen, gemeinsam Perspektiven für eine attraktive und lebendige Innenstadt zu erörtern, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Am Ende des Abends habe unter den Teilnehmern eine überwiegend positive und konstruktive Stimmung geherrscht. „Das Treffen war ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Handel zu fördern und die Innenstadtentwicklung in Bad Wildbad fortlaufend zu begleiten“, bilanziert von Kraus.
Forderungen der Händler besprochen
Auf Anfrage unserer Redaktion ergänzt von Kraus: „Wir haben über die Wünsche und Forderungen gesprochen, welche in der Gemeinderatssitzung von den Einzelhändlern aufkamen und sind dann in dem Termin mit Lösungsvorschlägen auf die einzelnen Punkten eingegangen.“ Thematisiert worden sei zum Beispiel die Zufahrt in die Wilhelmstraße zum Be- und Entladen. „Hierbei wurde ein Vorschlag besprochen, mit der Kunden zum Abholen von Waren mit dem Pkw einfahren dürfen“, teilt sie mit. Zu diesem Zweck könne künftig eine Sondergenehmigung an einzelne Kunden „ausgeliehen“ werden. Außerdem sei es um Verbesserungsmöglichkeiten bei der Aufenthaltsqualität wie die Müllproblematik, Sitzgelegenheiten und mehr.
Ein weiteres Thema war der IHK-Innenstadtbericht. Die Ergebnisse des Berichts seien aufgegriffen worden. In einem nächsten Schritt soll nun der aktuelle Stand geprüft und mögliche Anknüpfungspunkte identifiziert werden, zum Beispiel „Lenkungssysteme zur besseren Steuerung der Besucherströme – in Abstimmung mit einer Agentur“.
Bad Wildbad plant eigenen WhatsApp-Kanal
Von Kraus nennt auch eine geplante Neuerung, die ab Januar 2026 eingeführt werden soll – ein eigener WhatsApp-Kanal der Stadt Bad Wildbad: „Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger noch besser zu erreichen und über aktuelle Projekte zu informieren.“
Mögliche Inhalte seien Informationen zu Bauprojekten, Fotos und Videos aus den Einkaufsstraßen, Hinweise auf Touristik-Attraktionen und Events oder auch Umfragen und Beteiligungsmöglichkeiten.
Weihnachtshütten für Einzelhändler
Als weiteres Angebot will die Stadt den Einzelhändlern in der Woche ab dem 15. Dezember Weihnachtshütten in der Wilhelmstraße zur Verfügung stellen, die diese dann beschicken können. Die Touristik verleihe zudem Lichterketten an die Einzelhändler. Das werde über das Stadtmarketing koordiniert.
Der Austausch zwischen der Verwaltung und den Einzelhändlern soll künftig regelmäßig per E-Mail erfolgen. Darüber hinaus seien persönliche Gespräche nach Terminvereinbarung möglich.