Depot-Kette ist insolvent. Foto: imago/Schöning

Die Deko-Kette Depot, die bundesweit rund 300 Filialen hat und auch in Stuttgart vertreten ist, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Die auf Dekoration spezialisierte Einzelhandelskette Depot, betrieben von der Gries Deco Company in Niedernberg (Bayern), hat beim Amtsgericht Aschaffenburg ein Schutzschirmverfahren beantragt. Man wolle das Unternehmen im Schulterschluss insbesondere mit Vermietern und Lieferanten nachhaltig auf neue Marktgegebenheiten ausrichten, teilte das Unternehmen mit.

 

Unternehmensinhaber Christian Gries hatte erst Anfang 2024 wieder selbst die operative Führung der Firma übernommen und will nun den angeschlagenen Einzelhändler über ein Schutzschirmverfahren sanieren. Depot betreibt in Deutschland mehr als 300 Filialen, laut Internetseite gut 30 in Baden-Württemberg, allein in Stuttgart sind es drei.

Sanierungsexperten unterstützen

Unterstützung hat Gries von zwei erfahrenen Sanierungsexperten. Alexander Höpfner und Sven Tischendorf ziehen dazu in die Geschäftsführung ein. „Klares Ziel ist es, das künftige Geschäftsmodell von Depot im Schulterschluss mit allen Stakeholdern in Richtung eines weg- und zukunftsweisenden Schulterschlusses für nachhaltig erfolgreichen und resistenten Einzelhandel auszurichten“, so Gries. Dem Unternehmen droht die Zahlungsunfähigkeit. Der Geschäftsbetrieb läuft nach Firmenangaben uneingeschränkt weiter. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten in Deutschland seien für die Monate Juli bis September 2024 gesichert, alle Aushilfslöhne bezahlt.

Über den finalen Plan zur Neuausrichtung des Unternehmens soll bis spätestens zum Jahreswechsel abgestimmt werden. Vermietern und Lieferanten dürften harte Verhandlungen bevorstehen, Mitarbeitern in Deutschland wohl harte Einschnitte.

Bereits im Frühjahr hatte Inhaber Gries angekündigt, dass etwa 90 der mehr als 300 Filialen in Deutschland auf dem Prüfstand stünden und man Verluste schreibe. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 4400 Mitarbeiter in Deutschland und wies 2023 rund 390 Millionen Euro Umsatz aus.

1948 vom Großvater gegründet

Die Einleitung des Schutzschirmverfahrens bei der Gries Deco Company GmbH wird für die 34 Depot Standorte der Gries Deco Gruppe in der Schweiz keine Auswirkungen haben, heißt es weiter. Die Schweizer Tochtergesellschaft erwirtschafte seit Jahren positive Erträge und sei eigenständig aufgestellt. Ziel sei auch, den Großteil der Depot Standorte in Österreich fortzuführen.

Depot wurde 1948 von Oskar Gries – Großvater von Christian Gries – gegründet und begann als Hersteller von künstlichen Früchten und Christbaumschmuck.