Die Versammlung der Einwohner Schuras im Gemeindehaus war gut besucht. Angesprochen wurden viele Themen.
„Ich bin mir meiner Rolle wohl bewusst, ich stehe zwischen Ihnen und dem Eintopf“, scherzte Bürgermeisterin Susanne Irion, die nach den Berichten ihr Grußwort sprach. Als „Speedboat“ bezeichnete sie die Trossinger Teilgemeinde. Diesen Ausdruck wählte das Stadtoberhaupt wohl, weil zuvor aus dem Bericht des Ortsvorstehers Wolfgang Schoch zu hören war, dass das Projekt Glasfaserausbau ein Jahr früher fertig wurde als gedacht.
Durch die Erweiterung des Flächennutzungsplanes im gewerblichen Bereich konnte einem weltweit operierenden Unternehmen die Vergrößerung vor Ort ermöglicht werden. Die Oberleitungen und die dazu notwendigen Dachständer für die Elektrizitätsversorgung auf den Hausdächern können abgebaut werden, denn die Stromversorgung in der Gemeinde ist über Erdkabel gesichert.
Strom über Erdkabel
So ist künftig die Installation von Photovoltaik- sowie Solaranlagen einfach möglich. Über die Finanzen sprach Axel Henninger, Leiter des Dezernates 1 bei der Stadt Trossingen und somit auch verantwortlich für die kommunalen Liegenschaften. Er sprach von umsichtiger Planung, aufgrund derer man gute Ergebnisse vorweisen könne. Der Löwenanteil der Investitionen könne über Zuschüsse und eigene Mittel realisiert werden.
Dass ein gut Teil der Mittel in die Bildung fließt, erfuhren die Zuhörer weiterhin. Dennoch mussten Christiane Freund, Rektorin der Kellenbachschule, und Konrektorin Jessica Wunderlich die Nachricht hinnehmen, dass die Sanierung der Schule in Schura erst im Jahr 2028 umgesetzt werden kann.
Eine gute Nachricht ging an den Kindergarten. Leiterin Viola Hubold hörte, dass der Bau des Parkplatzes mit Umgebungsgestaltung beim Kindergarten in der Espachstraße beschlossen wurde und nächstes Jahr Realität wird. Hubold stellte in ihrem Bericht das „Jolinchen“ vor: eine Figur, ähnlich einem kleinen grünen Drachen, der das Maskottchen für ein pädagogisches Projekt darstellt. In diesem Projekt gehe es um Ernährung, Bewegung und soziale Aspekte, erklärte die Kindergartenleiterin.
Feuerwehrkommandant Nils Obst berichtete von den Einsätzen des Jahres und von regem Zulauf aus der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Hier knüpfte Jugendleiter Stefan Fink an, der über die Aktivitäten des Nachwuchses berichtete. An Susanne Irion richtete er den Wunsch nach einem weiteren Fahrzeug, um die vielen Jugendlichen ausbilden zu können. Was aber eher scherzhaft gemeint war.
So wird im Wald gearbeitet
Für den Forst trug Revierleiter Klaus Butschle seinen Bericht vor. Unterstützt von Fotos zeigte er die Arbeitsweise im Wald und auf den Wegen. Seit nunmehr sechs Jahren stellten verschiedene Borkenkäferarten eine Herausforderung dar. „Der Käfer macht uns viel Arbeit“, sagte der Forstwirt. Ein Großteil der Hiebmaßnahmen resultierten aus Käferbefall. Dieses Holz sei zwar nicht hochwertig, doch die schiere Masse führe dazu, dass der Erlös höher sei als ursprünglich geplant.
Die Einwohnerversammlung wurde im Jahr 1949 vom damaligen Bürgermeister Richard Kohler eingeführt. Nachdem ein neuer Weidevertrag abgeschlossen worden war, waren Schafhalter verpflichtet, einen Hammel pro Jahr an die Gemeinde abzugeben. Sie bildeten die Grundzutat für den Hammeleintopf, der zur Einwohnerversammlung gereicht wurde. So konnte über das schmackhafte Essen das Interessen an kommunalen Ereignissen geweckt werden.
Ein Dorfbote ging seinerzeit mit einer Handglocke umher, schellte lautstark und lud die Bevölkerung ein. Allerdings waren ausschließlich Männer, gekleidet in Anzug und Schlips, bei der Versammlung eingeladen. Den Frauen kam die Aufgabe zu, die Herren zu bedienen. Das änderte sich erst Ender der 1950er-Jahre. Der Hammel wurde längst durch Rindfleisch abgelöst.