Zur Einwohnerversammlung, wie in der Satzung der Bürgerbeteiligung festgeschrieben, und bei rund 7700 Einwohnern sowie genug diskussionsbedürftigen „Baustellen“, kamen wenige Bürger.
Unter den Anwesenden waren aus Kernstadt wie Höhenorten großteils politisch Interessierte und bereits Engagierte aus Gemeinderat und Bürgerbeteiligung.
An welchen Projekten ist die Stadt dran – oder plant zumindest zeitnah? Von den drei Amtsleitern machte Ilona Störner-Meier, Haupt- und Bürgeramt, den Anfang. Sie berichtete etwa von der städtischen Parksituation, wofür eine Arbeitsgruppe gebildet wurde. Auch steht 2025 eine Verkehrsschau an. Aus dem Bereich Soziales strich Störner-Meier das in Zusammenarbeit mit der Bürgerbeteiligung entstandene jährliche Vereinstreffen heraus, ebenso Jugendbus und Schule-Vereins-Kooperationen. An der Falkensteinschule kommen aber in den nächsten Jahren auch zahlreiche, vielfach gesetzlich geforderte Aufgaben auf die Stadt zu.
Bauamtsleiterin Friederike Zapf listete unter anderem Ausgleichsmaßnahmen wie die Renaturierung des Dobelbachs auf sowie erste Konzepte für Klosterareal und Rathaus durch studentische Arbeiten.
Im Bereich Tief- und Straßenbau ist die Kanalsanierung in der Ortsdurchfahrt Bernbach der nächste große Brocken, hinzu kommen etwa Brückenprüfungen mit Sanierung im Gaistal oder das neue Gesamt-Friedhofskonzept.
Im Hochbau steht der Umbau der Alten Schule in Neusatz zum Bürgerhaus ebenso an wie die Einrichtung eines Co-Working-Space im Rathaus Bernbach sowie das Dauerthema Neubau Feuerwehrhaus Bernbach. Hier ist man nach wie vor auf Grundstückssuche.
Stadtkämmerer Philipp Göhner berichtete unter anderem von weiterer Digitalisierung sowie Plänen zur Bündelung der städtischen Liegenschaften im Eigenbetrieb. „Unter den Nägeln brenne“ nach wie vor die Erstellung einer Eröffnungsbilanz für die Stadt, gab Bürgermeister Klaus Hoffmann zu, welche seit der Umstellung auf die Doppik 2019 anstehe.
Was ist Sachstand bei der Bürgerbeteiligung? Sascha Ott als ehrenamtlich und – wie er auch betonte – zeitlich befristet fungierender Part der Koordinierungsstelle fasste die Grundlagen des Bürgerbeteiligungsmodells, Aufgaben und Bedeutung zusammen. Weiterhin berichtete er vom Sachstand bei verschiedenen mit dem Gemeinderat abgestimmten Projekten. Demnächst startet etwa eine Untersuchung zur unechten Teilortswahl.
Reaktion der Bürgerschaft
Nach einer runden Stunde blieb die Zahl der Meldungen aus dem Publikum überschaubar. Zu den aufgezählten Projekten wurde kaum tiefergehend nachgefragt.
Eine kritische Stimme kam zum Dauerthema Erschließungsbeiträge für nicht abgerechnete Straßen. Ein Bürger regte an, mehr Initiative, auch privat, für den Erhalt der Klostermauer zu rekrutieren. Eine Bürgerin strich heraus, dass etwa im Bereich Geothermie, was jetzt Bauamtsprojekt ist, schon Ausarbeitungen aus der Bürgerbeteiligung geliefert werden könnten. Gute Kommunikation untereinander sei notwendige Basis.
Strategie-Workshop im Juli
Lag es an der recht kurzfristigen Einladung, an mangelndem Interesse oder daran, dass nicht mit neuen Erkenntnissen gerechnet wurde? Fakt ist, für eine Einwohnerversammlung bleibt viel Luft nach oben. Alle, die etwas bewirken wollen in Bad Herrenalb, sollten sich Mittwoch, 2. Juli, merken. An diesem Tag gibt es, Uhrzeit folgt, in der Bernbacher Festhalle einen Strategie-Workshop zur Stadtentwicklung auf Basis dessen, was bisher erarbeitet wurde: „Bad Herrenalb 2030, die gesunde Naturstadt mit Qualität“.