Zum Thema Flüchtlingsunterbringung im alten Pfarrhaus in Waldmössingen meldeten sich mehrere Bürger in der Einwohnerfragestunde zu Wort.
Wolfgang Kiefel unterstellte der Stadtverwaltung, sich bereits festgelegt zu haben. Für ihn handle es sich bei den Geflüchteten um Wirtschaftsasylanten, die die Stadt durchfüttern müsse und dort unterbringen wolle. Er werde mit allen Mitteln versuchen, dagegen anzukämpfen.
Vorschlag kommt aus der Stadtverwaltung
Der Vorschlag, hakte Ortsvorsteher Reiner Ullrich ein, komme von der Stadtverwaltung. Die Entscheidung läge aber beim Gemeinderat, der erst noch tage. Im weiteren Verlauf der hitzigen Debatte fiel Kiefel wiederholt anderen Rednern ins Wort, weshalb der Ortsvorsteher Kiefel öfters zurechtweisen musste und mit dem Verlassen der Sitzung drohte.
In weiser Voraussicht, wie der Ortschaftsrat später entscheidet, sagte Narrenchef Manuel Häring: „Ich hoffe, dass der Gemeinderat der Empfehlung des Ortschaftsrats auch mal folgt. Sonst wird er sich den Zorn der Waldmössinger Bevölkerung auf sich ziehen“, war sich Häring sicher.
Bürger Frank Fus wollte wissen, ob ins Pfarrhaus Ukrainer oder andere Flüchtlinge einzögen und wie viele. Wenn Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zusammenkämen, sei dies bekanntlich problematisch. Vor allem in unmittelbarer Nähe einer katholischen Kirche.
„Es ist ja kein Geheimnis, dass Islamisten die Christen ablehnen. Da gibt es extreme Auswirkungen. Wir sind besorgt, wie sich das weiterentwickelt, wenn Muslime in Nachbarschaft zur katholischen Kirche untergebracht werden“, äußerte Fus seine Bedenken und erkundigte sich, wie es in ein paar Jahren mit den Flüchtlingen weiterginge.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr bedauerte, die Stadt könne sich die Menschen nicht aussuchen, die sie unterbringen müsse. Die Stadt sei darauf angewiesen, wen ihr der Landkreis schicke. Geplant sei die Unterbringung von 14 Menschen „die irgendwie miteinander harmonieren“.
Unterbringung von ähnlichem Kulturkreis geplant
Es wird Eisenlohr zufolge dabei immer darauf geachtet, Menschen unter ein Dach zu bringen, die sich verstünden und ähnliche Kulturkreise hätten. Die Skepsis von Fus nehme sie wahr, führte sie aus. Aus anderen Ortschaften komme aber auch die Nachricht, dass es funktionieren könne, wenn es sich um Familien handle. „Da können auch Leute kommen, die in Kindergarten, Schule und Vereine eintreten. Bitte nicht immer nur das Negative sehen“, forderte Eisenlohr Neutralität ein. „Glauben sie das, was sie da sagen?“, fuhr Kiefel die Oberbürgermeisterin an, die mit einem kurzen „Ja“ antwortete.
Susanne Reinicke, die gegenüber dem Pfarrhaus wohnt, sah es wie Fus und meinte trotzig: „Am besten wir verkaufen unser Haus, dann haben wir Ruhe“.