Der Bürgerbusverein (BBS) hatte auf dem Rathausplatz zum Empfang für den neuen Bürgerbus und dessen Weihe eingeladen.
Geschmückt und auf Hochglanz poliert steht der neue Bürgerbus auf dem vorderen Rathausplatz. Viele Bürger, darunter etliche Stammfahrgäste, haben sich dort eingefunden, um den „Neuen“ zu begutachten und später bei Fahrten auszuprobieren. Es herrscht eine erwartungsvolle, fröhliche Stimmung und auch das Bläserquintett der Stadtmusik hat Aufstellung genommen, wird mit barocken, jazzigen und volkstümlichen Weisen für die musikalische Begleitung sorgen.
Eugen Göller, Vorsitzender des Vereins Bürgerbus Schramberg, gab einen kurzen Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Zwei Jahre nach dessen Gründung startete im Jahr 2016 der erste Bürgerbus: „Seither fährt er fast jeden Tag im Tal und auf der Höhe“. Mit inzwischen rund 250 000 Kilometern auf dem Tacho sei er durch das ständige Stoppen und Anfahren immer reparaturanfälliger, deshalb wurde ein neuer Bus angeschafft, für 113 000 Euro, 40 000 Euro gab das Land als Zuschuss. Göller dankte der Stadtverwaltung, den Gemeinderäten und dem Land für die Unterstützung dieses gemeinschaftlichen Projekts.
Mobilität und Erhöhung der Lebensqualität
Es sei ein Projekt erfolgreichen Schramberger Bürgerengagements, das zur Mobilität und Erhöhung der Lebensqualität gerade auch von älteren Menschen beitrage, erklärte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr. Seit der neue Bus bestellt sei, laufe der alte erstaunlich gut, bemerkte sie lachend. Jetzt wünsche sie sich einen „noch intensiveren Schutz vor Schrammen und Beulen“ und natürlich eine sichere Fahrt für Fahrgäste und Fahrer, um dann Göller als Vereinsvorsitzenden die Schlüssel zu übergeben und alle einzuladen, nach der Weihe den neuen Bus bei einer Rundfahrt auszuprobieren, während der bisherige seinen normalen Samstagsrunden drehe.
„Der Bürgerbus ist ein Erfolgsmodell. Immer freue ich mich, wenn ich ihn übers Kirchbrückle fahren sehe. Wie im Jahr 2016 will ich dazu gerne meinen Segen geben. Ich tue dies überkonfessionell und interreligiös und für alle Menschen guten Willens“, erklärte Dekan Rüdiger Kocholl. Er las einen passenden Abschnitt aus dem alttestamentlichen Buch Tobit, in dem sich Tobias von Vater Tobit zu einer Reise verabschiedet, begleitet von einem schützenden Engel. „Herr und Gott, wir stehen vor deinem Angesicht und rufen zu dir: Segne diesen neuen Bürgerbus und beschütze alle vor Unglück und Schaden, die ihn in Beruf und Freizeit benutzen“, sprach er dann die Segensformel. Dann ließ er sich von der davon überraschten„Kolping-Schwester Dorothee“ assistieren, der Mesner Stefan Wernet den Weihwasserkessel zum Tragen überreichte, und umrundeten mit ihr gemessenen Schritts den Bus, alle Seiten Weihwasser besprengend. Auf den Spruch von Stadtrat Udo Neudeck hin „da habt ihr den Unterboden“ vergessen, zog Kocholl, der bekanntermaßen Spaß versteht, auch Neudeck dazu heran: Auch der Unterboden wurde berücksichtigt.
Jetzt ist der neue Bus wirklich fahrbereit und das Bläserquintett spielte schwungvoll den Marsch „Wien bleibt Wien“.
Göller und Eisenlohr machen den Anfang
Göller lud zu Rundfahrten ein und machte mit Eisenohr und einigen Stammgästen den Anfang. ,Am Steuer hatte strahlend Willi Herzog als einer der ehrenamtlichen Fahrer Platz genommen. Bis die anderen an die Reihe kamen, genossen sie Kaffee, Kuchen und Butterbrezeln des Vereins, während das Bläserquintett noch einige fröhliche Stücke spielte.