Das sonderpädagogische Frühförderzentrum (SFZ) in Lahr ist offiziell eingeweiht worden. Die Einrichtung soll Kinder unterstützen, die in ihrer Entwicklung verzögert sind.
Vertreter von Schulen, der Stadt Lahr und Therapiezentren kamen zusammen, um die Einweihung des sonderpädagogischen Frühförderzentrum (SFZ) zu feiern. Nach der Begrüßung erklärte Rhona Palinkas, die den Bereich frühkindliches Lernen leitet, was das SFZ so besonders mache: „Es ist eine Beratungsstelle im Verbund, das die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache und geistige Entwicklung unter einem Dach vereint.“
Die Brüder-Grimm-Schule (Sprache), Gutenbergschule (frühkindliches Lernen) und die Georg-Wimmer-Schule (geistige Entwicklung) sind bei dem gemeinsamen Projekt involviert. Jeder der Mitarbeiter im SFZ ist Sonderschullehrer, die an den drei Schulen arbeiten und nun auch in der gemeinsamen Beratungsstelle tätig sind.
Jochen Meier – für den Bereich geistige Entwicklung zuständig – betonte, dass „die ersten Lebensjahre von großer Bedeutung sind.“ Je früher man Defizite erkenne, desto eher könne man diese durch therapeutische Maßnahmen ausgleichen und den Kindern dadurch „die Teilhabe am Leben ermöglichen“.
Niederschwellige Angebote für Kinder und Angehörige
Früher sei die Hemmschwelle für Eltern groß gewesen, da sie nicht wussten, wohin sie sich wenden sollen. Mit der Eröffnung des SFZ zu Beginn des aktuellen Schuljahres könne man nun Eltern sowie Kindern ein niederschwelliges Angebot unterbreiten.
Katrin Biegert, Leiterin des Bereichs Sprache, ging auf die lange Vorarbeit ein: „Im Schuljahr 2019/20 haben wir bereits eine Zusammenarbeit angeregt.“ Die Theodor-Heuss-Schule in der Dinglinger Hauptstraße wurde im Frühjahr 2023 als Standort auserkoren. Umbaumaßnahmen waren notwendig, die Teeküche wurde etwa erneuert und eine behindertengerechte Toilette gebaut. Das Angebot sei freiwillig und kostenlos. „Kurze Wege und weniger Schwellenangst“, bringt Katrin Biegert die Vorteile auf den Punkt.
Gabriele Weinrich sprach in ihrer Funktion als leitende Schulamtsdirektorin von einem „besonderen Tag für die Stadt Lahr und die frühkindliche Entwicklung“. Das SFZ sei ein Haus, das Raum für Begegnungen und Gespräche schaffe und als Anlaufstelle für Kinder, Eltern und Pädagogen diene.
Die Stadt hat das SFZ mit 40 000 Euro unterstützt
Die Arbeit sei feinfühlig und von unschätzbarem Wert, denn „ich sehe täglich, wie entscheidend die ersten Jahre sind“, unterstreicht Weinrich. Der Zusammenschluss der drei Förderschwerpunkte unter einem Dach bilde ein zukunftsweisendes Fundament. „Lahr ist nun Mittelpunkt einer Aufgabe: Kinder gemeinsam stark zu machen“, so das Schlusswort der Schulamtsdirektorin.
Sonja Dewes, Leiterin des Amts für Soziales, Bildung und Sport, stieg mit der Redewendung „Was lange währt, wird endlich gut“ ein. Das Vorhaben sei nicht hoffnungslos gewesen, manchmal dauere es eben länger. Auch die Stadt habe einen Beitrag zum neuen SFZ geleistet: „Wir haben 40 000 Euro für den Umbau investiert“, verrät Dewes.
Das Zentrum sei ein großer Gewinn für die Stadt Lahr. Neben den Betroffenen können sich nun auch Pädagogen oder Therapeuten aus der Region besser austauschen durch die zentrale Koordinierung. Das Fazit der Amtsleiterin lautete dementsprechend: „Es ist ein Ort der Hoffnung und der Lösungen entstanden.“
Die Bündelung in einem Haus bringt viele Vorteile
Der örtliche Personalrat Mazze Biegert betrachtet die Einweihungsfeier des SFZ als „fast schon historischen Moment“. Der Auftrag sei klar: Das SFZ müsse erste Anlaufstelle außerhalb des Schulsystems sein und Problemlösungen anbieten. Das Motto von Mazze Biegert lautete: „Auf den Anfang kommt es an.“
Alle drei Förderschwerpunkte seien gut ausgelastet, werden aber nun im SFZ gebündelt. Dies bringe wiederum viele Vorteile für die Hilfesuchenden mit sich und ehemals bürokratische Hürden können nun überwunden werden. „Das SFZ hat ein unglaubliches präventives Potenzial“, so das Fazit des örtlichen Personalrats. Er schenkte der Einrichtung abschließend kleine eine Pflanze, die noch wachsen kann – symbolisch für das neue Förderzentrum.
Die Einweihungsfeier wurde von musikalischen Beiträgen zweier Mitarbeiter auf dem Piano und der Gitarre umrahmt. Anschließend lud das SFZ zu einer Besichtigung der neuen Räume und einem Sektempfang ein.
Über das SFZ
Insgesamt werden von dem sonderpädagogischem Frühförderzentrum circa 280 Kinder in elf frühkindlichen Fördergruppen betreut. Das Angebot ist für Familien freiwillig und kostenlos, Schnupperstunden sind jederzeit möglich.Das Ziel der Frühförderung ist, Entwicklungsauffälligkeiten möglichst früh zu erkennen, zu mildern und auszugleichen. Zu den Fördermöglichkeiten zählen unter anderem die Entwicklungsdiagnostik, die spielerische Förderung in altersentsprechenden Kleingruppen, Hausfrüherziehung oder Elterncoaching. Mehr Informationen gibt es unter www.sfz-lahr.de.