Seit dem 1. Januar 2026 sind die Preise der Hallenbäder in Villingen-Schwenningen gestiegen. Wir haben mit den Stadtwerken und den Besuchern darüber gesprochen.
Ob für den Familienausflug am Wochenende oder die feste Schwimmrunde am frühen Morgen – die Hallenbäder in Villingen-Schwenningen gehören für viele zum Alltag. Badegäste ziehen ihre Bahnen, Kinder spielen im Wasser, während an der Kasse routiniert Tickets ausgegeben werden.
Doch für die beiden Hallenbäder in der Doppelstadt gibt es eine entscheidende Veränderung: Die Eintrittspreise werden teurer. Der Einzeleintritt für Erwachsene steigt um 70 Cent auf sechs Euro, ermäßigte Tickets werden um 40 Cent teurer und kosten künftig vier Euro.
Auch die Familienkarten verteuern sich je nach Kategorie um 40 bis 70 Cent, Kinder bis vier Jahre bleiben weiterhin kostenlos. Die Eintrittspreise im Villinger Kneippbad steigen ab dem kommenden Sommer ebenfalls: Erwachsene zahlen künftig 6 Euro (+90 Cent), ermäßigte Tickets kosten 4 Euro (+50 Cent).
Der Badebetrieb in den Hallenbädern der Doppelstadt läuft weiterhin auf gewohntem Niveau. Abseits des Beckenrands jedoch gab es zum Jahresbeginn eine Veränderung, die viele Besucher betrifft: Die Eintrittspreise wurden angepasst.
Preisanpassung bewusst gering gehalten
Die Erhöhung fällt nach Angaben der Stadtwerke Villingen-Schwenningen bewusst moderat aus, war jedoch nicht zu vermeiden. „Verschiedene Kostenfaktoren sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen“, erklärt Oliver Bauer, zuständig für die Unternehmenskommunikation. Neben höheren Personalkosten seien auch Ausgaben für Instandhaltung, Technik und Wasseraufbereitung deutlich gestiegen.
Aus Sicht der Stadtwerke werden sich die neuen Preise nicht negativ auf die Besucherzahlen auswirken. „Auch nach der Anpassung bieten wir unseren Badegästen günstige Eintrittspreise für ein Tagesticket von sechs Euro“, so Bauer. Die Erhöhung betrage für Erwachsene 70 Cent, für Kinder 40 Cent.
Gelassen zeigt sich Bauer auch mit Blick auf mögliche Reaktionen der Badegäste. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind zahle seit dem 1. Januar 2026 insgesamt 1,80 Euro mehr für den Badbesuch. „Wir haben die Preisanpassung bewusst gering gehalten“, betont er. Der Standard und die Qualität der Bäder blieben weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.
Weitere Preisänderungen sind vorerst nicht geplant. Bauer bestätigt, dass die Eintrittspreise für das gesamte Jahr 2026 stabil bleiben sollen.
Die Ruhe am Morgen genießen
Während die Besucher des Schwenninger Neckarbad ihre Runden schwimmen, in der Dampfbadkabinen schwitzen oder mit ihren Kindern spielen, genießen die Besucher die Ruhe am Morgen die im Schwimmbad herrscht. Für viele gehört der Besuch fest zum Alltag – trotz der gestiegenen Eintrittspreise.
Sarah Rapp (34) spielt im Nicht-Schwimmerbecken mit ihrer Tochter als sie gelassen auf die Frage antwortet ob die Preiserhöhung angemessen sei. „Ich finde es voll okay, es ist generell alles teurer geworden.“ Die zweifache Mutter besucht das Neckarbad aufgrund der Schwimmkurse ihrer Kinder regelmäßig.
Jedoch hat die Dauchingerin noch einige Wünsche für das Neckarbad: „Das Wasser könnte etwas wärmer sein. Und ein ganz großes Anliegen wären mehr Angebote für die Kinder, denen wird schnell langweilig“.
Für einige ist das Schwenninger Neckarbad ideal für die Schwimmroutine am Morgen. So auch für Irene Hertz aus Trossingen. „Ich komme jeden Dienstag hierher zum Schwimmen. Ich finde die Preiserhöhung in Ordnung, denn es ist alles sauber, und das Personal ist nett. Ein Solarium würde ich mir schon wünschen.“
Entspannt liegt Claude Perret (75) auf der Liege, nachdem er seine Bahnen im Becken geschwommen ist. Seine Frau Heide ist hingegen noch voll in Action. „Klar ist es teurer, aber ich bin froh, dass es dieses Hallenbad hier gibt. Wir sind oft hier und sind mega zufrieden.“ Das Hallenbad müsse ja seine Kosten decken. „Das darf man auch nicht vergessen“, ergänzt Heide Claude, während sie mit dem Handtuch aus dem Becken steigt.
Ein langjähriger Dauergast
Während Julia (40) ihrer Tochter beim Schwimmkurs im Villinger Hallenbad zuschaut, äußert sie sich nachdenklich zur Preiserhöhung. „Aus Sicht der Besucher ist ein Tagesticket für sechs Euro teuer. Auch weil ich meistens mit meinen zwei Kindern herkomme, das kostet mich dann schon einiges“, sagt sie.
Gleichzeitig zeigt die zweifache Mutter Verständnis: „Man muss beide Seiten sehen – das Hallenbad hat auch hohe Kosten.“
Während sie ihrer Tochter erklärt, wie sie den Weg zur Toilette findet, wird sie konkreter: „Das Bad ist einfach in die Jahre gekommen und bietet zu wenig für Kinder. Mehr Spielnachmittage wären zum Beispiel eine gute Idee“.
Nicht alle Gäste sehen die Entwicklung kritisch. Für Antonia Papagno (59) überwiegen die positiven Seiten. Seit 2004 lebt sie in Villingen und zählt sich selbst zu den Dauergästen des Hallenbads. „Ich bin froh, dass es dieses Bad überhaupt gibt. Ich wohne hier in der Nähe des Bades“, sagt die Villingerin. Begeistert spricht sie von der besonderen Atmosphäre: „Das Personal ist nett, das Bad hat Geschichte. Ich genieße vor allem die Ruhe am Morgen“. Mindestens einmal pro Woche ist sie hier – und daran wird auch die Preiserhöhung nichts ändern.