Das neue Ball-Konzept der Narrenzunft Eintracht Bräunlingen überzeugte bei der Premiere. Närrischer Witz und tolle Tanznummern gab es in der vollbesetzen Stadthalle zu sehen – der Zunftball ließ keine Wünsche offen.
Eine Goldmedaille für den Zunftball unter dem Motto „RAL 2004 Reinorange“ hat sich die Narrenzunft Eintracht Bräunlingen verdient. Die fasnächtliche Revue hat mit einem etwas geänderten, kompakten Konzept alle närrischen Besucher – viele in Orange – in der vollbesetzen Stadthalle begeistert.
„Wir haben beim Zunftball 2024 ein neues Niveau erreicht, und wir wollen das auch für die Zukunft beibehalten“, bilanzierte Zunftmeister Matthias Reichmann zum Abschluss des grandiosen Zunftabends. Und die Besucher gaben ihm in der vollbesetzten Stadthalle recht mit bestätigendem Applaus.
In gekonnter Manier führten Ralf Moßbrugger und Christoph Dold mit bei einigen lokalen Glossierungen durch das Programm, das zeitlich straff ausgelegt war.
Einzug der historischen Gruppen
Nach dem Einzug der historischen Gruppen folgten die Bockschlachtung, die Hexenpyramide und der Hanselschrittanz. Dann blickten die Hanselsprüche auf das Jahr 2023 zurück. So wurde den Blumennarren der Geldbeutel gestohlen, der Pfarrer suchte in Waldhausen ein stilles Örtchen, die zum Teil schlechten Straßen in Bräunlingen kamen zur Sprache, und einigen Politikern wurde viel Herz und Verstand gewünscht.
Mehrere tänzerische Höhepunkte
Sehenswerte tänzerische Höhepunkte waren die viel gelobten Aufritte der Backflips sowie die Traumtänzerinnen, erstmals als Einstiegsgruppe. Beide Formationen fanden in ihren von orange bestimmten Kostümen einen guten Einklang mit der Musik, und sogar Flickflacks und verschiedene Salti mit Schrauben gab es zu sehen.
Die Traumtänzerinnen überzeugten mit ihrem Gespür, die Musik tänzerisch und kraftvoll umzusetzen, alles bei guter Choreografie. Afrikanische Stimmung mit Giraffen, Elefanten und weiteren Wüstentieren in der Savanne kam in der Stadthalle auf, als die Ü30-Fitnessgruppe zu den Melodien von „König der Löwen“ entführte. Die größte Gruppe des Abends bot viele beeindruckende tänzerische Elemente.
Kostümierungen ein optischer Leckerbissen
Die Kostümierungen waren ein optischer Leckerbissen. Die Blumennarren zeigten eine farblich schöne Lichterschau bei abgedunkelter Bühne.
Was eine Hexenfrau vor allem in der närrischen Zeit alles erleiden muss, wenn ihr Mann zur Fasnet geht und die Vorbereitungen gut laufen müssen, wurde in Reimform verdeutlicht. Immer muss die Urhexe von Kopf bis Fuß bis hin zur Unterhose richtig angezogen sein, gut aussehen – und wer ist zuständig? Die Hexenfrau. „So ist halt das Leben der Hexenfrau“, war immer wieder zu hören.
Er muss cool sein, gut aussehen, nicht zu groß und nicht zu klein, eine gute Figur haben und gut beweglich sein – und auch einen entspannten Charakter haben: So einen Supermann suchten die Hansel in den historischen Gruppen und darüber hinaus.
Die Narrenzunft habe bei ihrer Strukturreform ein ganz wichtiges Amt vergessen: Den Zunftküsser. Die Wahl fiel letztlich auf Stani, der auf der Bühne vorgestellt wurde und danach durch das Spalier der Frauen zurück auf seinen Platz geleitet wurde.
Das Nahwärmekonzept steht im Fokus
Einigen Stadtmusikmitgliedern schmeckte bei etwas Lokalkolorit die Pommes der Blumennarren sehr gut – und sie erzählten launig, dass das Nahwärmekonzept der Stadt vorangehe.
Dann ging der Vorhang auf, und die volle musikalische Stärke der Akteure riss alle mit, vor allem, als „Wir warten auf die Eskalation“ gespielt, gesungen und getanzt wurde. Da stieg die schon sehr gute Stimmung im Saal noch weiter an. Eine Zugabe bei stehendem Applaus zeigte noch einmal den einnehmenden Charakter der Nummer „Eskalation“.
Nach dem mitreißenden und begeisternden orangen Zunftball dankte Zunftmeister Matthias Reichmann dem Orgateam allen Mitwirkenden. Nicht zu vergessen die Piccolos: Sie sorgten mit für die tolle musikalische Stimmung an diesem orangen Abend, der dann noch etliche Stunden weiterging.
Neuer Stier
Urhexen
Bei den Umzügen zieht gewöhnlich ein stattlicher Stier das Hexenrad der Urhexen. Bis vor Kurzem hat das noch Filou gemacht. Er ist jedoch mit 18 Jahren und vielen Teilnahmen an der Bräunlinger Fasnet jetzt gestorben. Sein Nachfolger heißt Bismarck.