Die Bundesstraße 3 in Kippenheim ist voll gesperrt. Grund dafür ist ein einsturzgefährdetes Haus. Betroffen ist das Fachwerkhaus im Vordergrund. Foto: Decoux

Bei einer Explosion in einem Haus in Kippenheim ist ein Mensch leicht verletzt worden. Das Gebäude ist jetzt nicht nur unbewohnbar, Teile davon drohen auch einzustürzen. Deshalb ist die Ortsdurchfahrt bis auf Weiteres dichtgemacht worden.

Mit insgesamt 15 Mann rückte die Kippenheimer Feuerwehr in der Nacht auf Sonntag zu einem Wohnhaus an der Bundesstraße 3 aus. „Gegen 0.30 Uhr wurden wir alarmiert. Grund war eine Verpuffung in einem Gasofen“, erklärte Hauptkommandant Lucas Riegger gegenüber unserer Redaktion. Der Gasofen, der im Schlafzimmer der Familie stand, hat so einen großen Schaden angerichtet, dass dies nun schwere Folgen nach sich zieht – die Ortsdurchfahrt ist gesperrt.

 

Nach Eintreffen der Feuerwehr ging es zunächst um die Rettung der Anwohner. „Ein Mensch ist leicht verletzt worden“, sagte Riegger. Die Feuerwehr untersuchte anschließend unter Atemschutz das Gebäude und musste feststellen, dass sich ein hoher Kohlenmonoxidwert im Gebäude befand. „Außerdem sind durch die starke Explosion große Risse in den Wänden entstanden“, so der Kommandant gegenüber unserer Redaktion weiter.

Teile des Gebäudes könnten auf die B 3 fallen

So sei das Gebäude nicht nur nicht mehr bewohnbar – die Wehr befürchtete, dass Teile des Hauses sogar einstürzten könnten. Auch die von der Kippenheimer Feuerwehr hinzugerufenen Baufachberater der THW aus Karlsruhe stellten nach einer Untersuchung fest, dass die Statik des Hauses so stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist, dass ein Einsturz – zumindest von Teilen des Gebäudes – nicht ausgeschlossen werden könne.

„Morgens um 5 Uhr wurde ich rausgeklingelt“, sagte der Kippenheimer Bürgermeister Matthias Gutbrod gegenüber unserer Redaktion. Sofort sei er zur Unfallstelle gefahren, um sich selbst ein Bild zu machen und gemeinsam mit Feuerwehr und zuständigen Behörden eine Entscheidung über das weitere Vorgehen zu fällen.

Da die Sicherheit von Verkehrsteilnehmern derzeit nicht mehr gewährleistet sei – Teile des Gebäudes könnten laut Kommandant auf die Straße fallen – wurde umgehend eine Vollsperrung der B 3 veranlasst. Wie lange diese aufrechterhalten wird, sei nicht abzuschätzen. „Am Montag werden nochmals Experten auf das Gebäude schauen“, so Gutbrod am Sonntagmittag.

Nach dieser Untersuchung müsse gemeinsam mit dem Eigentümer des Hauses eine Entscheidung gefällt werden – ob das Gebäude abgerissen oder so abgestützt wird, dass keine Einsturzgefahr mehr besteht. „Eine Entscheidung wird so schnell wie möglich getroffen“, versicherte Gutbrod. Schließlich gehe es um eine viel befahrene Straße. Bis dahin ist eine Umleitung eingerichtet.

„Rund um das einsturzgefährdete Gebäude haben wir alles soweit abgesichert“, sagt Kommandant Riegger. Und so habe die Feuerwehr auch ihr Soll erfüllt. Deren Einsatz war am Sonntag gegen 8.10 Uhr beendet. Alles weitere liege in der Hand der zuständigen Behörden und der Kommune.

Nachbarn

Die Nachbarn des betroffenen Hauses, das durch die Explosion unbewohnbar ist, müssten sich keine Sorgen machen, erklärt Hauptkommandant Lucas Riegger. Sie kämen weiterhin an ihr eigenes Gebäude. „Wären Personen in Gefahr, würden sie nicht mehr in ihren Häusern sein“, versicherte der Kommandant.