Die Stadt muss sparen – auch bei den Personalkosten. Deshalb werden Stellen, die freiwillige Leistungen beinhalten, nicht nachbesetzt. Was alles gestrichen wird.
Die Stadt Bad Herrenalb informiert auf ihrer Internetseite gleich über mehrere Veränderungen in der Verwaltung, die auch die Bürger direkt betreffen. So ist seit Anfang Dezember die Grundbucheinsichtsstelle sowie die Position des Ratsschreibers nicht mehr besetzt.
Da die Grundbucheinsichtsstelle im Rathaus nicht mehr besetzt ist, müssen sich die Bürger künftig direkt an das zuständige Grundbuchamt in Böblingen wenden.
Die Einsichtnahme in Grundbücher ist nur nach vorheriger Terminvereinbarung per E-Mail oder Telefon möglich.
Direkt an zuständige Stellen wenden
Ab dem 11. Dezember ist zudem das Sozialamt dauerhaft geschlossen. Für die Beratungen und Hilfestellungen zu Anträgen an die Rentenversicherung, die Jobcenter, Weiterbewilligungsanträge, Kinder- und Elterngeld, Leistungen für Bildung und Teilhabe, Unterhaltsvorschuss, Jugendhilfe, Beantragung Schwerbehinderung, Parkerleichterungen, Wohngeld, Bestattungskosten, Hilfe zur Pflege, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, Hilfe zum Lebensunterhalt, Befreiung vom Rundfunkbeitrag und Tafelausweise müssen sich die Betroffenen direkt bei den zuständigen Stellen melden. Das sind unter anderem das Jobcenter in Nagold oder auch das Landratsamt in Calw.
Als Hintergrund für die Schließung des Sozial- und Rentenamts zum 11. Dezember sei „ein Antrag aus dem Gemeinderat aus dem Jahr 2025 zur Deckelung der Personalkosten in der Verwaltung“, ist auf der Internetseite zu lesen. Das präzisiert Christian Siebje, bei der Stadtverwaltung zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, auf Anfrage unserer Redaktion: „Zunächst mal ist die Deckelung der Personalkosten noch nicht beschlossen worden, es wurde bisher lediglich ein Antrag aus dem Gemeinderat gestellt, in dem das gefordert wurde. Da wir aber sparen müssen, haben wir uns seitens der Verwaltung entschieden, Stellen, die freiwillige Leistungen beinhalten – also Leistungen, die eine Kommune unserer Größe nicht zwingend anbieten muss – nach dem Ausscheiden der zuständigen Mitarbeiter nicht mehr neu zu besetzen.“
Damit spare die Stadt einerseits und habe andererseits somit im Jahr 2026 Personalkosten in etwa der Höhe, die in dem Antrag gefordert worden sei.
„Bei der Position der Ratsschreiberin liegt es ein wenig anders“, so Siebje weiter.
Diese Position hatte die bisherige Sekretärin des Bürgermeisters inne. Diese Stelle im Vorzimmer des Stadtoberhaupts „ist zwar ab Januar neu besetzt, die neue Kollegin kann aber die Ratsschreiberstelle nicht übernehmen, weil es dafür gewisse Qualifikationen braucht“, erläutert Siebje weiter.
Zur Beglaubigung von Unterschriften und Abschriften müssen sich die Bad Herrenalber Bürger künftig an einen Notar Ihrer Wahl wenden.
Bad Herrenalbern weiter verlässlichen Service bieten
Derzeit arbeiten im Bad Herrenalber Rathaus 29 Mitarbeiter, die Kolleginnen aus dem Tourismus nicht eingerechnet, teilt Siebje weiter mit.
Auf die Frage, ob die Verwaltung aufgrund der Sparmaßnahmen ihre Aufgaben denn überhaupt noch bewältigen kann, antwortet er: „Die meisten von uns haben tatsächlich mehr als genug zu tun, aber bewältigt werden muss die Arbeit ja irgendwie und das gelingt in der Regel auch.“
In der Verwaltung seien „nach wie vor alle bestrebt, den Bürgerinnen und Bürgern einen guten und verlässlichen Service zu bieten“.
„Offene Stellen gibt es derzeit bei uns nicht“, schrieb Siebje noch in seiner Antwort am 9. Dezember.
Die würden ansonsten auch auf unserer Webseite unter Stellenangebote stehen, so der Stadtsprecher weiter. Und genau da tauchte dann nur einen Tag später eine Stellenanzeige auf: Die Verwaltung sucht einen Sachbearbeiter im Steueramt in Vollzeit.