Schüler warten vor dem Einstieg in den Bus (Archivfoto) Foto: Maria Hopp

Mehr Elterntaxis, leere Busse: Die vom Freudenstädter Kreistag beschlossenen Einsparungen werden Folgen haben, meint unsere Leserin Katja Rumpelt.

Noch vor vier Jahren war die Busfahrt für Grundschüler in unserem Landkreis kostenfrei. Dann wurde ein Ticket eingeführt, um Haushaltskosten zu senken. Der Einstiegspreis lag bei 27 Euro monatlich. Ab April beträgt der Preis nun 45 Euro pro Kind. Gleichzeitig entfällt die bisherige Vergünstigung ab dem dritten Kind.

 

Für viele Familien bedeutet das eine erhebliche Mehrbelastung. Gerade im ländlichen Raum ist der öffentliche Nahverkehr keine echte Alternative zum eigenen Auto. Die Taktung ist begrenzt, viele Orte sind nicht ausreichend angebunden. Wer mehrere schulpflichtige Kinder hat, zahlt künftig schnell dreistellige Beträge im Monat allein für den Schulweg.

Dabei handelt es sich nicht um eine freiwillige Leistung, sondern um die Beförderung im Rahmen der Schulpflicht. Bildung ist eine staatliche Aufgabe. Wenn der Schulweg für Familien zunehmend zur finanziellen Belastung wird, stellt sich die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit.

Kinderreiche Familien besonders betroffen

Die Folgen sind absehbar: Eltern werden ihre Kinder wieder verstärkt selbst zur Schule fahren. Das führt zu Verkehrschaos vor den Schulen, erhöhtem Unfallrisiko und konterkariert sämtliche Bemühungen um Verkehrsberuhigung und Klimaschutz. Während Linienbusse womöglich leerer werden, steigt der Individualverkehr. Insbesondere kinderreiche Familien trifft die Abschaffung der Mehrkindregelung hart. Familienpolitik darf nicht dort sparen, wo Teilhabe und Bildung auf dem Spiel stehen.

Katja Rumpelt Grüntal-Frutenhof

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