Gefährdete Bereiche durch ein Starkregenereignis hat die Gemeinde Schenkenzell unter anderem im Bereich des Zusammenflusses von Reinerzau (Kleine Kinzig) und Kinzig in der Ortsmitte. Foto: Herzog

Die Gemeinde gibt den Startschuss für die Umsetzung eines geförderten Starkregenrisikomanagements. Die geschätzten Kosten des zu finanzierenden Eigenanteils liegen bei rund 21000 Euro.

Aufgrund der topographischen Lage mit Fluss- und Talauen, bestehender Siedlungsstruktur sowie der zunehmenden Häufigkeit stellen Starkregenereignisse als Folge der Klimawandels für Schenkenzell ein relatives Risiko dar. Zuletzt war die Gemeinde im Jahre 2015 im Bereich „Stockhof“ davon betroffen.

 

„Wir sitzen da praktisch auf dem Präsentierteller. Der Wunsch nach einem Starkrisikomanagement besteht schon ein paar Jahre, es ist aber keine Pflicht“, berichtete Bürgermeister Bernd Heinzelmann in der Sitzung des Gemeinderats.

Ursprünglich sei der Plan verfolgt worden, nur die Siedlungsfläche zu betrachten. Das Regierungspräsidium (RP) Freiburg rate jedoch zu einer großräumigen Betrachtung. Auch kleine Bäche könnten zu reißenden Strömen anwachsen und größere Schäden verursachen. „Um sich mit diesen Gefahren auseinanderzusetzen hat das Land den Leitfaden Kommunales Starkrisikoregenmanagement entwickelt. Die Umsetzung erfolgt in drei aufeinander abgestimmte Phasen mit Gefährdungsanalyse, Risikoanalyse und einem Handlungskonzept“, erläuterte der Bürgermeister.

Ein Starkregenrisikomanagement böte einen konkreten Mehrwert. Für die Bevölkerung werde Transparenz über potenzielle Gefahrenlagen geschaffen und eine Grundlage für Vorsorgemaßnahmen bereitgestellt.

Basis für Einsatzplanung

Für die Feuerwehr und andere Einsatzkräfte dienten die Ergebnisse als Basis für die Einsatzplanung und Priorisierung im Ereignisfall. Zuletzt stelle das Starkregenrisikomanagement für die Kommune eine Entscheidungsgrundlage für Bauleitplanung, Infrastrukturentwicklung und Krisenvorsorge dar.

„Die Bewilligung von Fördermitteln von 70 Prozent sind an Voraussetzungen geknüpft wie beispielsweise die Erstellung einer Kosten-Schadens-Analyse, die in Abstimmung mit dem RP erfolgt“ schilderte Heinzelmann. Ursprünglich sei man von Kosten von rund 30 000 Euro ausgegangen, inzwischen seien sie gut beim Doppelten angelangt. Um die Umsetzung eines Starkregenrisikomanagements finanziell einschätzen zu können, habe die Verwaltung zwei Angebote nach einem erstellten Leistungsverzeichnis von Ingenieurbüros eingeholt, die zwischen 66 500 Euro und 72 000 Euro lägen. Der Eigenanteil betrage somit zwischen 20 000 Euro und 21 600 Euro. Da die Umsetzung etwa zwei Jahre dauern werde, seien auf dieser Basis Mittel für die Haushalte 2026 und 2027 veranschlagt worden, informierte der Rathauschef.

Rat Stefan Maier wollte wissen, wie dabei mit dem Heubachtal umgegangen werde.

Für Werner Kaufmann war klar, sich bei diesem Thema auf den Weg machen zu müssen. Es könne aber nicht hingenommen werden, dass die Prüfung auf Förderung sechs Monate dauere. „Wenn das ein Ingenieurbüro plant, muss das in wenigen Tagen erledigt sein“, forderte Kaufmann.

Er, räumte Heinzelmann ein, wisse nicht, weshalb dies so lange gehen könne. Durch Krankheit oder Personalwechsel könne es immer zu Verzögerungen kommen.

Erhalt von Empfehlungen

„Der Schadensfall von 2015 hat uns mehrere Tausend Euro gekostet und das war eher ein kleines Ereignis. An neuralgischen Stellen werden wir eine Empfehlung vom RP und Landratsamt erhalten. Wo wir die haben, wissen wir auch von der Feuerwehr“, urteilte der Bürgermeister.

Einstimmig beschlossen die Räte, ein Starkregenrisikomanagement durchzuführen und ein Ingenieurbüro zu beauftragen.