Der Reutherbergtunnel an der B 294 kann laut dem Bundesverkehrsministerium im Hochwasserfall als Einsatzzentrale für die Feuerwehr dienen. Darin könnten die wichtigen Geräte und Fahrzeuge geschützt und über Funk kommuniziert werden. Foto: Bea

Der Reutherbergtunnel kann im Falle eines Hochwassers als Zufluchtsort genutzt werden. Das hat nun auch Verkehrsminister Andreas Scheuer gegenüber der Wolfacher Gemeinderätin und Bundestagsabgeordneten Kordula Kovac bestätigt.

Wolfach - Im Ernstfall muss die Feuerwehr jederzeit einsatzbereit sein. Wenn die Kinzig oder die Wolf über ihre Ufer treten und das Wolfacher Städtle von einem Hochwasser überschwemmt wird, stehe auch das Feuerwehrgerätehaus unter Wasser, schreibt die Wolfacher Gemeinderätin Kordula Kovac in einem Brief. Als Ausweichmöglichkeit hatte Christian Keller, der stellvertretende Kommandant der Wolfacher Feuerwehr, ihr gegenüber den Reutherbergtunnel als mögliche Einsatzzentrale der Feuerwehr bei Hochwasser vorgeschlagen. Diese Anfrage hatte Kovac an das Bundesverkehrsministerium weitergeleitet, da dieses für den an der Bundesstraße  294 gelegenen Tunnel zuständig ist (wir berichteten).

Laut Antwortschreiben des Verkehrsministers an die Abgeordnete sei die "Nutzung des Reutherbergtunnels im Fall eines schwerwiegenden Hochwasserereignisses vorstellbar". Die Einzelheiten müssten nun zwar noch geklärt werden, so Kovac, sie sei aber dennoch sehr erleichtert.

"Im Reutherbergtunnel befindet sich eine vollständig mit Tisch und Telefon ausgestattete Zentrale. Es ist dringend notwendig, dass die Wolfacher Feuerwehr diese Gegebenheiten im Ernstfall nutzen kann, damit sie handlungsfähig bleibt", sagt Kovac, die seit Jahrzehnten in Wolfach wohnt und für die CDU im Gemeinderat sitzt.

Schutzmaßnahmen erneut überprüfen

Die Einzelheiten will Kovac jetzt auch gemeinsam mit dem Landratsamt des Ortenaukreises und dem Regierungspräsidium Freiburg klären. "Es darf keine Zeit verloren gehen. Wolfach muss auf Hochwasserereignisse besser vorbereitet sein. Nach den furchtbaren Ereignissen im Ahrtal muss die Stadt den Hochwasserschutz erneut überprüfen."

Sowohl Keller als auch Kovac hatten die schweren Hochwasser in Wolfach in den 1990-er Jahren miterlebt: "Ich bin wirklich kein Angsthase, aber das war schon beklemmend. Wir müssen uns als Stadt nun so gut wie möglich rüsten, sodass man uns im Fall der Fälle keinen Vorwurf machen kann." Oberste Priorität bei Hochwasser habe die Rettung der Menschenleben.

Dafür seien auch Sirenen und die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden wichtig, sagt Kovac. Die positive Antwort sei aber schon mal ein gutes Zeichen dafür, dass es voran geht.

Neben dem Reutherbergtunnel, der durch seine Höhenlage und die Funkzentrale bei Hochwasser Vorteile bietet, schlägt Christian Keller weitere Alternativen in Wolfach vor. Der stellvertretende Kommandant kann sich auch die Gewerbeschule oder den Straßburger Hof als Ausweichmöglichkeit vorstellen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: