Gesamtkommandant Florian Karl (links) zeichnete langjährige Aktive aus. Rechts: Bürgermeister Jens Keucher. Foto: Steinmetz

Die Einsatzkräfte der Sulzer Feuerwehr meisterten in diesem Jahr Brände, Gefahrgut- und Technikeinsätze erfolgreich.

Noch am Samstag vor der Abteilungs-Hauptversammlung musste die Sulzer Feuerwehr ausrücken. Sie war in diesem Jahr wieder stark gefordert. Abteilungskommandant Marcus Gnirß verzeichnete 700 Einsatzstunden mehr als im Vorjahr. Er warnte vor einer Überforderung der Feuerwehrleute. Die Einsatzzeiten müssten oft am Arbeitsplatz nachgearbeitet werden, bedeuteten aber auch weniger Freizeit und Schlaf. Er dankte den Arbeitgebern, die ihre bei der Feuerwehr aktiven Mitarbeiter freistellten.

 

Die Abteilung Sulz hat derzeit 56 Aktive mit einem Durchschnittsalter von 37 Jahren. Insgesamt musste sie seit der Hauptversammlung im Dezember vergangenen Jahres 113 Mal – hier ist der Einsatz am Samstag noch nicht inbegriffen - ausrücken. Technische Hilfeleistungen (55) und Brandeinsätze (54) hielten sich dabei in etwa die Waage.

Durch einen verunglückten Lastwagen in einem Baustellenbereich der Autobahn kam es in diesem Jahr zu einem der größten Gefahrguteinsätze auf Sulzer Gemarkung. „Meine größte Sorge war, dass alle gesund nach Hause kommen“, sagte Gnirß.

Ein neuer Rüstwagen soll kommen

Die Abteilung war auch in Renfrizhausen, als dort ein Haus innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal brannte. Der Brand sei mit den eingesetzten Kräften gut gelöst worden. Auch in Oberndorf war die Sulzer Wehr öfters unterwegs, um bei Gebäudebränden oder Brandmeldeanlagen Unterstützung zu leisten. Gnirß verzeichnete mehr als 13 000 Stunden, die bei Einsätzen, Übungen, Lehrgängen und der Kameradschaftspflege zusammengekommen waren. Gerade der Terminplan für Regel- und Sonderübungen sei sehr voll gewesen. Sonderdienste für die Maschinisten erforderte außerdem der neue Rüstwagen. Das Fahrzeug soll am 9. Mai 2026 eingeweiht und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Marcus Gnirß kündigte an, dass er nächstes Jahr sein Amt als Abteilungskommandant abgeben will. „Wenn man 50 ist, kann man mal loslassen“, erklärte er. Außerdem habe er wichtige berufliche und private Termine. Er sei zuversichtlich, dass eine Verjüngung der Führung der Einsatzabteilung gut tun werde.

Schriftführer Marc Trautewig listete im Detail die Geschehnisse im Berichtsjahr auf. Daraus ging hervor, dass auch viele kleinere Einsätze, darunter Ölspurbeseitigungen, Entfernung von Wespennester oder Türöffnungen, die Feuerwehrleute in Anspruch nehmen. Immer wieder mussten auch Menschen aus Aufzügen befreit werden.

Positive Zahlen im Kassenbericht

Alexander Schmidt wies in seinem Kassenbericht positive Zahlen aus. „Wir haben nicht nur gut gewirtschaftet, sondern die Mittel gezielt für die Kameradschaft eingesetzt“, stellte er fest. Zwei weitere Berichte folgten von der Jugendwehr und der Altersabteilung. Wie Nico Reich informierte, hat die Jugendwehr 51 Mitglieder. Höhepunkt sei das Zeltlager in Zimmern gewesen. Die Alterswehr habe derzeit 16 Mitglieder, berichtete Eugen Heizmann.

Bürgermeister Jens Keucher hat, jetzt auch formell durch Umstrukturierungen im Rathaus, die Feuerwehr zu seiner Chefsache gemacht. Sparmaßnahmen treffen die Feuerwehr nicht. Für das kommende Jahr sei der Feuerwehr-Etat um zwölf Prozent erhöht worden, teilte Keucher mit. Im Feuerwehrhaus sollen unter anderem Brandschutztüren eingebaut, eine neue Beleuchtung und eine Brandmeldeanlage installiert werden. Keucher konnte den Feuerwehr-Vorstand einstimmig entlasten. Dem Bevölkerungsschutz werde man künftig mehr beachten müssen, sagte Gesamtkommandant Florian Karl. Auf der Anschaffungsliste steht unter anderem der Kauf von weiteren Wassersaugern, um bei Hochwasserereignissen besser gerüstet zu sein.

Ehrungen und Beförderungen

Florian Karl zeichnete mehrere langjährige aktive Feuerwehrmänner aus. Das Ehrenzeichen in Bronze für 15 Jahre erhielt Alexander Schmidt. Mit Gold für 40 Jahre Feuerwehrdienst wurden Thomas Burt, Alexander Geissler, Alexander Rinker und Uwe Springwald ausgezeichnet.

Zu Feuerwehr-Anwärtern ernannte der Gesamtkommandant Hannah Bornheft, Tim Pfister, Sven Reich und Niklas Schmidt. Tom Breitling wurde zum Oberfeuerwehrmann, Kai Fidaschek zum Hauptfeuerwehrmann sowie Julian Kopp und Ingo Roll zu Löschmeistern befördert.