Die Feuerwehr Schramberg zählt mehr Einsätze und steigende Anforderungen.
Durch 15 Neueintritte im Jahr 2025, denen zwei Austritte und vier Übertritte in die Alterswehr gegenüberstanden, zählt die Feuerwehr Schramberg mit ihren fünf Abteilungen derzeit 205 aktive Mitglieder, darunter acht Frauen. Die neuen Mitglieder wurden bei der Hauptversammlung in der Festhalle Sulgen vom Stadtbrandmeister per Handschlag aufgenommen. „Trotzdem müssen wir weiterhin intensiv Nachwuchs werben“, betonte Stadtbrandmeister Wöhrle.
Wie Schriftführer Christian Ragg berichtete, rückte die Feuerwehr im Berichtszeitraum zu 245 Einsätzen aus und leistete dabei insgesamt 5788 Einsatzstunden. Die meisten Einsätze entfielen auf die Abteilung Tal mit 159 Alarmierungen, gefolgt von der Abteilung Sulgen mit 97 Einsätzen. Statistisch gesehen leistete jede Einsatzkraft im Schnitt rund 28 Stunden Einsatzdienst – ohne Probe-, Aus- und Fortbildungszeiten.
In seinem Jahresbericht ging Wöhrle auch auf besondere Brandeinsätze ein, unter anderem in der Hermann-Haas-Straße, an der Burgruine Schilteck und am Paradieshof. Die Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen bezeichnete er als „Fluch und Segen“ zugleich: Einerseits seien sie ein wichtiger Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes, andererseits führten zahlreiche Fehl- und Täuschungsalarme zu einer zusätzlichen Belastung der Einsatzkräfte.
Drehleiter oft im Einsatz
Neben den Brandeinsätzen war die Feuerwehr auch bei insgesamt 69 technischen Hilfeleistungen gefordert. Insbesondere Einsätze mit der Drehleiter zur Unterstützung des Rettungsdienstes hätten zugenommen – häufig bedingt durch enge Treppenräume, steile Aufgänge oder das Gewicht von Patienten.
Die neue Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) gewährleistet nach Angaben des Stadtbrandmeisters eine engere Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen und soll eine Unter- oder Überforderung einzelner Wehren verhindern. Zudem wurden alle Standorte mit Brandwarnanlagen zur Früherkennung ausgestattet, um Fahrzeuge und Gerätehäuser besser vor Schäden oder einem möglichen Totalausfall zu schützen.
Kritisch äußerte sich Wöhrle zur baulichen Situation: Der Feuerwehrbedarfsplan sowie ein Gutachten bescheinigten teilweise einen desolaten Zustand der Gerätehäuser. Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an Feuerwehr und Katastrophenschutz weiter an. „Diese Aufgaben sind nur mit einer funktionierenden Infrastruktur zu bewältigen“, machte Wöhrle deutlich und appellierte an die Entscheidungsträger, die Belange der Feuerwehr bei anstehenden Projekten zu berücksichtigen.
Ehrungen
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr betonte die hohe Wertschätzung für die Feuerwehr innerhalb der Stadtverwaltung sowie der Gemeinde- und Ortschaftsräte. „Wir wissen, was wir an der Feuerwehr haben, und versuchen, sie im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen“, erklärte sie.
Im Rahmen der Versammlung wurden zudem mehrere Einsatzkräfte geehrt: Michael Grießer und Stefan Pfaff für jeweils 40 Jahre Dienst, Oliver Bürkle, Martin Schneiderhan, Andreas Rombach und Markus Heim für jeweils 25 Jahre. Danny Borowka und Christian Günzel wurden zum Brandmeister befördert.
Zahlen und Fakten
Mannschaftsstand:
205 Aktive (197 Männer/acht Frauen), verteilt auf die Abteilungen Tennenbronn (54/zwei), Sulgen (51/zwei), Schramberg-Tal (50/zwei), Waldmössingen (29/eine) und Heiligenbronn (21/eine)