Im Raum steht die „alternative“ Überlegung, die Abteilungen des Killertals an einem Standort zusammenzufassen.
Bürgermeister Davide Licht hatte in seiner Haushaltsrede vor dem Gemeinderat und nochmals in seiner Neujahrsansprache angesichts der engen Finanzlage einen „Konsolidierungskurs“ angekündigt – für alle finanziellen Bereiche und die gesamte strukturelle Entwicklung der Stadt. „Strukturschiene 2035“, nannte er das.
Der betrifft auch – oder insbesondere – die städtischen Gebäude, deren Unterhalt einen bedeutenden Anteil des kommunalen Haushaltes verschlingt. Hier hat der Gemeinderat schon vor geraumer Zeit den Kurs 2:1 eingeschlagen. Das heißt, für jedes neu zu errichtende oder umfangreich zu sanierende Gebäude sollen zwei andere außer Betrieb gehen.
Müssen ertüchtigt werden
Das könnte auch für die Feuerwehren im Killertal gelten. Deren Gerätehäuser entsprechen nicht mehr den geltenden Vorschriften. Alle drei müssten entsprechend ertüchtigt werden – auch, damit neu zu beschaffende Fahrzeuge dort ausreichend Platz finden. Diese Investitionen würden viele Millionen Euro kosten.
Nun befasst man sich mit dem Gedanken, die Standorte zusammenzufassen. Die „Initialzündung“, betonte Licht in beiden Ansprachen, kam von der Feuerwehr selbst. Die Idee, sagte er weiter, wurde zusammen mit anderen Möglichkeiten bereits in Gesprächen zwischen ihm, Stadtbrandmeister Manuel Kehrer, den drei Abteilungskommandanten und den betreffenden Ortsvorstehern erörtert.
Beim Bürgerempfang am Dreikönigstag in der Stadthalle betonte Licht neuerlich: Man werde auf keinen Fall gegen den Willen der Abteilungen handeln.
Zur Finanzierung: Die Mittel für ein modernes Gerätehaus mit zugehörigem Fahrzeug im Killertal wären aus dem Sondervermögen vorhanden, das kürzlich der Bund der Landesregierung und die den Kommunen zugewiesen hat.
Nicht genug für drei Standorte
Im Falle Burladingens sind das 7,2 Millionen Euro. Das Geld, darüber ist man sich einig, würde nicht ausreichen, um alle drei bestehende Standorte in Hausen, Killer und Starzeln zu sanieren oder zu erweitern und sie mit Wagen auszustatten. Auch deshalb nicht, weil ein Teil des Sondervermögens für andere Pflichtaufgaben der Stadt und für bereits laufende Projekte benötigt wird.
Rettungswesen kostet
An weiteren Ausgaben für den Rettungsbereich sind in diesem Jahr eingeplant: Die Abteilung Ringingen erhält ein neues Löschfahrzeug, die IT-Anlage im Zentralstandort Burladingen wird auf den nötigen Stand gebracht (130.000 Euro), zudem soll im dortigen Gerätehaus eine Brandmeldeanlage installiert werden (6000 Euro).
Weitere 100.000 Euro sind für Brandschutzmaßnahmen in der Werkrealschule vorgesehen und für die Ersatzbeschaffung des Melchinger Löschfahrzeugs ist in der städtischen Finanzplanung 2026 eine Rate von 134.000 Euro eingestellt.
Licht bezeichnete den Vorschlag angesichts der vorhandenen Geldmittel als eine „historische Chance“, weil das „Fahrzeugkonzept“ bei einem Erhalt aller drei Standorte später ein anderes sein könnte. Übersetzt: Neue, den Anforderungen gerechte Fahrzeuge würden in den Altbestand zum Teil gar nicht hineinpassen.
Ein Trick der Verwaltung?
Ist die angedachte Zusammenlegung in Wahrheit aber doch nur ein Vorschlag, den die Stadtverwaltung der Feuerwehr untergeschoben hat, um Kosten zu sparen? „Nein“, sagt Stadtbrandmeister Manuel Kehrer.
Die Überlegung zur Konzentration der Standorte sei tatsächlich aus den eigenen Reihen gekommen. Technische Gründe sprächen dafür. Kehrer: „Der Zulauf zur Feuerwehr und zum Ehrenamt nimmt ganz allgemein ab. Die Tagesverfügbarkeit von Frauen und Männern, die in Einsatz gehen, wird überall weniger, weil die Leute ja meist auswärts arbeiten. Die Frage lautet: Wo befinden wir uns dann in zehn, 15 Jahren?“
Anders formuliert: Stehen dann ausreichend Besatzungen für drei moderne Feuerwehrhäuser und drei sehr teure Fahrzeuge zur Verfügung? Aus praktischer Sicht, so Keher, sei es sinnvoll, die Kräfte der Killertal-Wehren, die heute schon kooperieren und bei Einsätzen zusammenarbeiten, in einem Hauptsitz zu vereinen und ihnen ein „attraktives und größeres Fahrzeug“ an die Seite zu geben.
Kompromisse erforderlich
Dieser Weg, schränkte der Stadtbrandmeister ein, werde von allen Beteiligten Kompromisse erfordern. Doch er sehe, in die Zukunft gerichtet, vor allem für die Sicherheit der Bevölkerung eine Verbesserung.
Man könne über Alternativen diskutieren, sagte Kehrer. Aber ob die – angesichts der mangelnden Verfügbarkeit und der schwindenden Geldmittel – machbar sind, bezweifelt er.
Für ihn gilt jedoch gleichermaßen: „Die Mehrzahl der Leute muss bei dieser Lösung mitziehen.“
Info
Neue Unterkunft für die Jugendmusikschule?
Die „Konsolidierung“ im Gebäudesektor könnte aktuell auch die städtische Jugendmusikschule betreffen. Hier ist vorgesehen – und wurde ebenfalls schon angekündigt – die Räume in der Richard-Biener-Straße an die „Fehla 5“ zu verlagern. In der ehemaligen Bitzer-Fabrik sind bereits Volkshochschule und Bauhof untergebracht. Die Kosten der Sanierung in der Richard-Biener-Straße würden die eines Umbaus im VHS/Bauhofgebäude bei weitem übertreffen – so die Überlegung.