Die Starzacher Feuerwehr war auch bei der Feuerwehrversammlung des Kreis Tübingen dabei, ebenso Bürgermeister Thomas Noé. Foto: Baum

Mehr Einsätze, mehr Personal, neue Strukturen: Im Landkreis Tübingen stellt sich die Feuerwehr auf wachsende Herausforderungen ein.

Ehrungen, Berichte und ein Blick in die Zukunft standen im Mittelpunkt der Dienstversammlung der Feuerwehrkommandanten und Führungskräfte im Landkreis Tübingen. Erstmals wurde auch die Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbands integriert – ein Zeichen dafür, dass die Strukturen enger verzahnt werden.

 

Kreisbrandmeister Sebastian Raudszus konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, darunter viele Bürgermeister sowie Vertreter von THW, Polizei, DRK und Notfallseelsorge. „Die Blaulichtfamilie rückt enger zusammen“, betonte er – ein notwendiger Schulterschluss angesichts wachsender Herausforderungen. Denn die Zahlen sind eindeutig: Die Einsätze sind in den vergangenen zehn Jahren um 57 Prozent gestiegen – von 1232 auf 1944 im Jahr 2025. Die Schwerpunkte liegen in Tübingen (939 Einsätze) und Rottenburg (330).

Mannschaftsstärke wächst

Parallel dazu wächst auch die Mannschaftsstärke: Rund 2150 Feuerwehrleute sind derzeit im Landkreis aktiv, vor 20 Jahren waren es noch knapp 1900. Auch in der Ausbildung wurde investiert: 20 Lehrgänge auf Kreisebene mit rund 400 Teilnehmern zeigen, wie hoch der Qualifizierungsbedarf ist. Bei den Leistungsprüfungen traten zuletzt 33 Gruppen an – die nächste Runde findet im Juli in Pfrondorf statt. Ein zentrales Thema bleibt der Katastrophenschutz. Das Bewusstsein für Krisenvorsorge sei deutlich geschärft worden, so Raudszus. Gerade in Ausnahmesituationen zeige sich, wie entscheidend das Zusammenspiel von Kommunen, Landkreis und übergeordneten Ebenen sei.

Wichtige Entwicklungen

Als wichtige Entwicklungen nannte er den digitalen Einsatzstellenfunk, ein neues Gefahrgutkonzept sowie strukturelle Verbesserungen in der Leitstelle. Auch personell gibt es Veränderungen: Der stellvertretende Kreisbrandmeister Michael Oser und auch Bernd Strohmaier von der Mössinger Wehr scheiden aus ihren Ämtern aus. In Mössingen hat Christian Glaunsinger bereits zu Jahresbeginn die Position des hauptamtlichen Kommandanten übernommen.

Viele Ehrungen

Zum Abschluss standen die Ehrungen im Mittelpunkt. Eine besondere Auszeichnung erhielt Brandoberamtsrat a. D. Bernd Strohmaier mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold. Er gilt als prägende Persönlichkeit im Feuerwehrwesen der Region – als Kommandant, stellvertretender Kreisbrandmeister und langjähriger Verbandsvorsitzender setzte er nachhaltige Impulse.

Mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber wurden Daniel Bauer (Dettenhausen) und Jochen Rein (Mössingen) geehrt. Die Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes in Silber erhielten Dietmar Zeeb und Thomas Lauria. Zum Ehrenmitglied wurde Jochen Ankele ernannt. Für 50 Jahre aktiven Dienst wurden Theodor Beuter (Hirrlingen) und Gerd Riehle (Kusterdingen) ausgezeichnet. Zahlreiche weitere Feuerwehrangehörige erhielten Ehrungen für 40 Jahre Engagement – ein Zeichen für die enorme Kontinuität und Verlässlichkeit im Ehrenamt. Die Botschaft der Versammlung ist klar: Die Anforderungen an die Feuerwehren steigen – und mit ihnen die Bedeutung einer gut aufgestellten, eng vernetzten Gefahrenabwehr.

Es folgten zahlreiche Ehrungen weiterer Feuerwehrmitglieder, unter anderem mit dem staatlichen Feuerwehrehrenzeichen des Landes.