Zwei Chemikalienschutzanzüge liegen beim Einsatz vergangene Woche bei Blickle auf einem Tisch. Foto: Schnurr

Kürzlich kam es bei der Firma Blicke zu einem Gefahrguteinsatz. Die Feuerwehr im Zollernalbkreis ist speziell für diese Art Einsätze gerüstet – und klärt auf.

Ein bis zwei Mal im Jahr muss der Gefahrgutzug der Feuerwehr des Zollernalbkreises im Schnitt zu Einsätzen ausrücken – nämlich dann, wenn es zu atomaren, chemischen oder biologischen Zwischenfällen kommt. Kürzlich ereignete sich so ein Vorfall in Rosenfeld.

 

Am Donnerstag vergangener Woche ging bei der Feuerwehr in Hechingen der Alarm ein. Gefahrguteinsatz auf dem Betriebsgelände der Firma Blickle in Rosenfeld. Eine vorerst unbekannte Flüssigkeit ist aus einem beschädigten Behälter ausgelaufen und verteilte sich auf dem Gelände der Firma. Später die Erleichterung: Es handelte sich um einen unbedenklichen Stoff.

Dennoch: Bei dieser Art Alarmierung muss der Einsatz schnell und professionell ablaufen. Auf was es ankommt und welche Mittel der Feuerwehr zur Verfügung stehen erklärt Frank Brecht, Gesamtstadtkommandant der Feuerwehr Hechingen.

Der letzte größere Gefahrguteinsatz im Kreis liegt drei Jahre zurück – ebenfalls bei der Firma Blickle in Rosenfeld

„Wir haben zwei Gefahrgutzüge im Zollernalbkreis: Einer in Hechingen für den unteren Zollernalbkreis und einer in Albstadt für den Bereich südlich von Balingen“, erklärt Brecht unserer Redaktion.

Im Rosenfelder Fall wurde der Zug in Hechingen alarmiert. Generell fährt bei einem solchen Einsatz der Kommandowagen vor – mit dem Fachberater Chemie an Bord, der sich ein Bild der Lage vor Ort macht.

Chemikalienschutzanzüge unerlässlich

„Dann folgen in der Regel zwei Löschfahrzeuge mit jeweils neun Mann Besatzung an Bord.“ Speziell in einem solchen Fall kommen dazu sogenannte Abrollbehälter zum Einsatz, die alle wichtigen Einsatzmaterialien geladen haben, die nun notwendig sind.

„Dazu gehören etwa die sogenannten Chemikalienschutzanzüge (CSA), Pumpmaterial und alles mögliche zum Eindämmen und Aufnehmen des Gefahrguts“, erklärt Brecht.

Kurios: Der letzte größere Gefahrguteinsatz im Zollernalbkreis liegt drei Jahre zurück – ebenfalls in Rosenfeld. „Damals lief Flusssäure aus, das war noch mal deutlich gefährlicher“, sagt Brecht.

Atomare oder biologische Vorfälle kamen noch nicht vor

Bislang gab es im Zollernalbkreis lediglich Einsätze mit chemischen Materialien. Aufgrund eines atomaren oder biologischen Vorfalls musste die Feuerwehr noch nicht ausrücken.

Egal um welchen Bereich es sich dreht – oberstes Ziel für die Feuerwehr ist der Schutz der Bevölkerung sowie der Umwelt. „Wir sorgen dafür, dass sich etwa auslaufende Flüssigkeiten nicht weiter verbreiten und womöglich Mensch und Natur schaden.“

Vergangene Woche hat ein aus Spanien kommender Speditionslaster zehn Container mit Chemikalien für die Polyurethan-Herstellung bei der Firma Blickle geliefert. Zwei der zehn Behälter waren auf der Anfahrt leck geschlagen, eine anfangs unbekannte Flüssigkeit lief aus dem Ladeaufbau. Zuerst bestand der Verdacht, dass es sich dabei um giftiges Isocyanat handle. Später kam heraus, dass es sich nicht um den Giftstoff handelte, sondern um eine unbedenkliche Chemikalie.