Bei der Übung rettete die Feuerwehr Rohrdorf den neunjährigen Leonhard aus einem verrauchten Gebäude. Foto: Feinler

Ein verrauchtes Gebäude in der Eutinger Straße in Rohrdorf war die Übungsannahme für eine Übung der Feuerwehrabteilung Rohrdorf und des DRK-OV Eutingen.

Im Feuerwehrhaus schminkte das DRK die Mimen Lasse und Leonhard. Der neunjährige Leonhard war zum ersten Mal dabei und bekam eine Übungsannahme mit Rauchgasvergiftung erklärt.

 

„Muss ich dann ganz stark husten?“, hakte der Rohrdorfer nach und erhielt von Leonie ein eindeutiges „Ja“. Lasse war zum zweiten Mal bei einer Feuerwehrübung als Mime dabei und wusste daher ganz genau, was auf ihn zukommt.

„Wir dürfen jetzt nicht zu sehr rumtoben, sonst verlier ich wieder meine Schminke, wie beim letzten Mal“, beschrieb der Rohrdorfer. Daher warteten die beiden Jugendfeuerwehrler gespannt, dass sie im Haus in der Eutinger Straße versteckt wurden.

Einen Brand mit Personenrettung übten die Feuerwehrleute und sieben DRKler. Zuerst wurde die Durchfahrtstraße von Rohrdorf abgesperrt. Die Feuerwehrleute bauten eine Wasserversorgung so auf, so dass das Gebäude von allen Seiten „gelöscht“ werden konnte.

Die Jugendfeuerwehrler hatten sich gut versteckt

Kommentator Thomas Schmid gab Einblicke in die Übung und machte damit das Unsichtbare sichtbar. Die Zuhörer erfuhren, dass Atemschutzgeräteträger im Gebäude nach den Mimen suchten. Die beiden Jugendfeuerwehrler hatten sich gut versteckt. Zuerst fanden sie dann aber doch Leonhard. Er wurde gesichert und über eine Leiter aus dem verrauchten Gebäude geholt. Als er beim DRK ankam, spielte er seine erste Übungsrolle wie auf Knopfdruck. Der mutige Jugendfeuerwehrler hatte das gute Wetter genutzt und im T-Shirt den Übungsort verlassen. Seine blau geschminkten Lippen zeigten den Helfenden, dass Wärmeerhalt sehr wichtig ist. Daher wurde er gleich in eine Rettungsdecke gehüllt. Seine Brandblasen an der Hand wurden sofort versorgt.

Zwei Mimen versorgten die Rotkreuzler rund um Vorsitzenden Thomas Fritz (links), einer davon war Lasse. Foto: Feinler

Der ehemalige Jugendrotkreuzler Marco konnte auch gleich seinen Blutdruck messen. Während das DRK auch schnell Lasse mit seinen Schnittwunden und Beinverletzung versorgte, bekämpfte die Feuerwehr den umfangreichen Brand.

Abteilungskommandant Klaus Schweizer sprach von einer sehr gelungenen Übung, bei der die beiden Verletzten schnell gefunden wurden. „Das lief alles sehr gut, ich bin sehr zufrieden“, lobte er kurz und knackig seine Mannschaft. Daher nahm Gesamtkommandant Tobias Plaz länger das Wort auf und dankte den vielen Besuchern der Übung. „Es war alles tadellos. Das neue Fahrzeug kam zur Übung, mit diesem ist die Feuerwehr schlagkräftig.“

Feuerwehrchef dankt dem DRK für dessen Einsatz

Der Eutinger lobte die Riegelstellung, die gleich in Angriff genommen wurde. Er dankte auch dem DRK, das bei der Übung vor einer Woche in Eutingen auch dabei war, ebenso wie dem Besitzer des Gebäudes. „Ich mach jetzt Werbung: Wer seine Photovoltaik-Anlage geputzt haben möchte, meldet sich für die nächste Übung“, scherzte der Eutinger Bäck.

DRK-Vorsitzender Thomas Fritz dankte den beiden Mimen der Jugendfeuerwehr. Die Rauchgasvergiftungen, Brandblasen und Schnittwunden im Gesicht wurden gut erkannt. Besonders freute er sich, dass Leonie, Michelle und Marco als ehemalige JRK-Mitglieder seit einiger Zeit aktiv in der Bereitschaft sind und sich stark einbringen. Wie wichtig eine schlagkräftige Helfergruppe ist, hatte sich auch beim Einsatz in der vergangenen Woche gezeigt.

Rohrdorfs Ortsvorsteher Johannes Metzner betonte, dass die Helfer Verlässlichkeit zeigen, in einer wirren Zeit. „Ich wünsche euch, dass ihr viel übt und wenig Einsätze habt“, so der OV mit seinem Schlusswort.