Für ihr Engagement wurde Sabine Gwarys mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Marion Gentges überreichte es. Foto: Decoux

Die 62-Jährige aus Münchweier engagiert sich für Betroffene von Multipler Sklerose. Dafür hat sie nun die höchste Auszeichnung des Landes erhalten.

Für ihr langjähriges und vielfältiges Engagement bei der Unterstützung an Multipler Sklerose (MS) erkrankter Menschen erhielt Sabine Gwarys aus Münchweier am Freitagnachmittag das Bundesverdienstkreuz von Landesjustizministerin Marion Gentges angeheftet und die vom Bundespräsidenten unterzeichnete Ehrenurkunde ausgehändigt.

 

Gwarys ist nach einem traumatischen Erlebnis vor fast 30 Jahren selbst an MS erkrankt. Die Plätze im Bürgersaal des Ettenheimer Rathauses waren vollständig besetzt: von Mitbürgern, lokalpolitischen Vertretern, Familie und Freunden, Vertretern des AMSEL-Landesverbandes (siehe Info) und zahlreicher an MS-Erkrankter. Nach der Verleihung der Landesehrennadel 2019 war dies die zweite hohe Auszeichnung für die 62-Jährige.

Seine persönliche Hochachtung, wie Gwarys mit ihrer Krankheit umgeht und auch am gesellschaftlichen Leben Münchweiers teilnimmt, brachte schon Bürgermeister Bruno Metz bei seiner Begrüßung zum Ausdruck. Für ganz viele MS-Erkrankte sei sie eine wertvolle Stütze. Es sei gewiss nicht selbstverständlich, dass eine Ministerin die Ehrung vornehme, zeuge aber von den außergewöhnlichen Verdiensten, die sich Gwarys auf vielen Ebenen, bis hin zum Landesverband, erworben habe.

Talentierte Netzwerkerin

„Sie sind eine Frau der Tat, eine Frau mit Herz, ein eindrucksvolles Beispiel für unermüdliches ehrenamtliches Engagement“, attestierte Marion Gentges, Ministerin der Justiz und für Migration des Landes Baden-Württemberg (CDU), der Geehrten. Mit fachkundigen Beratungen und kreativen Einfällen verfolge Gwarys ihr Ziel, die Lebenssituation der Erkrankten und deren Angehörigen nachhaltig zu verbessern. Zudem bringe sie ihr Basis-Wissen in den Landesverband sowie in leitender Position in die Kontaktgruppe Ortenaukreis ein.

Sie sei eine ausgesprochene Netzwerkerin, eine Mittlerin zwischen Betroffenen und Helfern, und das über 25 Jahre lang, so formulierte Gentges ihren Respekt vor der Leistung von Sabine Gwarys. Große Empathie, außergewöhnliches Einfühlungsvermögen und Kommunikationsstärke seien weithin anerkannte Stärken der Geehrten, die langjährige wie junge, frisch Erkrankte zu schätzen wissen. Unter langanhaltendem Beifall nahm Gentges schließlich die Auszeichnung vor.

Große menschliche Zuwendung

Den würdigenden Worten der Ministerin schloss sich der führende Geschäftsführer des AMSEL-Landesverbandes Adam Michel an. Beispielhaft für ihr Verständnis von Hilfe führte Michel das außergewöhnliche Engagement von Gwarys und ihren Mitstreiterinnen in der Corona-Zeit an, in der sie den Erkrankten große menschliche Zuwendung entgegenbrachten und dabei auch weite Autofahrten nicht scheuten. „Du hast das Ohr an der Basis, deswegen sind deine Beiträge in den verschiedenen Gremien bis hin zum Landesverband sehr wertvoll“, so Michel. Er wünschte Gwarys persönlich alles Gute und brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, sie möge ihre wertvolle Arbeit noch viele Jahre in diese wichtige Zielsetzung einbringen.

Sabine Gwarys dankte zum Ende der Feierstunde für die lobenden Worte. Mit der Ehrung, die ihr zuteilgeworden sei, habe sie niemals gerechnet. Ihr sei wichtig, dass sie in ihrem Engagement von ganz vielen unterstützt werde. „Mich lehrte das Leben neue Wege – als Botschafterin in Sachen AMSEL – zu gehen“, so die Geehrte, ehe die Besucher ihren Respekt vor diesem Engagement in stehenden Beifall bekundeten.

Die Kontaktgruppe-Ortenaukreis

Die Abkürzung „AMSEL“ steht für „Aktion Multiple Sklerose Erkrankter“. Zahlreiche Gruppen des Landesverbands engagieren sich. Die Kontaktgruppe-Ortenaukreis ist hier zu finden.