Immer wieder sind Polizeihubschrauber auch im Landkreis Calw im Einsatz – 2024 bisher schon sechs Mal. Meist kommen die hoch technisierten Fluggeräte aus Stuttgart.
Keine Woche ist es her, dass ein Hubschrauber über einem Wohngebiet in Calw-Wimberg kreiste: In der Nacht auf Montag, gegen 2 Uhr, schreckten etliche Anwohner wegen des Lärms aus dem Schlaf auf. Die Polizei hatte einen Hubschrauber geschickt, um nach einer vermissten Person zu suchen.
Erst Anfang Februar hatte ein anderer Einsatz für Aufsehen gesorgt: Damals flog tief über der Calwer Innenstadt ebenfalls ein Polizei-Hubschrauber und schwebte zeitweise auf der Stelle. Auch dabei handelte es sich, wie eine Nachfrage bei der Polizei ergab, um eine Vermisstensuche.
Statistik Bei den Ordnungshütern zuständig für solche Einsätze ist das Präsidium Einsatz, das in Göppingen seinen Sitz hat.
Im vergangenen Jahr ist es im Landkreis Calw zu 34 Einsätzen eines Polizeihubschraubers gekommen, teilt Thea Reuhs von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit dieses Präsidiums mit.
Im Jahr 2024 flogen bisher sechs Mal Maschinen der Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg in der Region, durchschnittlich also etwa drei pro Monat. Das entspricht ungefähr dem Vorjahresschnitt.
„Einen besonders stark frequentierten Bereich können wir dabei nicht erkennen“, erklärt die Pressesprecherin.
Bis zu 280 Stundenkilometer schnell
Stationierung Die Polizeihubschrauberstaffel hat zwei Standorte – einer ist der Flughafen Stuttgart, der andere der Baden-Airport in Söllingen – also der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Für einen Einsatz im Landkreis Calw fliegen die Maschinen laut Reuhs überwiegend aus der Landeshauptstadt an. Dies sei aber „einsatzlagenabhängig“.
Maschinen Die Staffel unterhalte aktuell sechs Polizeihubschrauber des Typs Airbus H 145. Der H 145 hat nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums eine Reichweite von etwa 670 Kilometern und fliegt bis zu 280 Stundenkilometer schnell. „Grundsätzlich sind alle Polizeihubschrauber technisch in der Lage, auch nachts zu fliegen“, teilt Reuhs mit. So, wie das zuletzt auf dem Wimberg in Calw nötig geworden war.
Suchscheinwerfer, Wärmebild- und Videoanlage
Einsätze Polizeihubschrauber kommen unter anderem bei der Suche oder der Fahndung nach Personen oder Sachen zum Einsatz, erklärt die Pressesprecherin. „Ebenso werden Luftaufnahmen/Bildübertragungen von Unfällen, größeren Schadensereignissen oder im Zusammenhang mit dem Naturschutz getätigt.“
Die Maschinen verfügt laut Innenministerium über „eine hochauflösende Wärmebild- und Videoanlage sowie über einen leistungsstarken Suchscheinwerfer“. Die Daten und Aufnahmen könnten aus dem Hubschrauber direkt an die Führungs- und Lagezentren der Polizeipräsidien und ans Lagezentrum des Ministeriums übertragen werden.
„Bambi Bucket“ hilft beim Löschen
Außerdem hat das Land 2020 einen „Außenlöschbehälter vom Typ ,Bambi Bucket’“ beschafft, wie es weiter heißt. Der habe ein Fassungsvermögen von circa 800 Kilogramm Löschwasser.
Auch die Göppinger Pressesprecherin weist neben den von ihr genannten „alltäglichen Aufgaben“ auf die Möglichkeit zur Brandbekämpfung aus der Luft hin.
Zudem nennt sie die Personenrettung mittels Rettungswinde als eine weitere Aufgabe. „Auch der Transport von Spezialeinheiten obliegt der Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg.“
Über dem Landkreis Calw indes schwebten die blau-weißen Helikopter im vergangenen Jahr vor allem während Sucheinsätzen und – an zweiter Stelle – Fahndungen.
Kosten von 60 Euro – pro Minute
Kosten Was der Einsatz eines Hubschraubers kostet, das lasse sich pauschal nicht sagen, „da dies vom Einzelfall abhängig ist“, meint die Göppinger Polizeisprecherin. In einem Bericht des Portals nordbayern.de ist aber die Rede von etwa 60 Euro pro Einsatzminute. Das entspricht 3600 Euro pro Stunde und deckt sich mit Angaben auf einschlägigen Portalen, dass der Einsatz eines Rettungshubschraubers mit 60 bis 90 Euro pro Minute zu Buche schlage.
Und wer bezahlt, wenn ein Helikopter der Polizei hinzugerufen wird? „Grundsätzlich werden diese Einsätze aus Landesmitteln finanziert“, erklärt die Pressesprecherin. „Droht jemand aber beispielsweise aus Sensationslust eine Straftat an, können ihm unter Umständen die Kosten in Rechnung gestellt werden.“