Im Jahr 2020 Foto: Kamera 24

Der Brand in Villingen-Schwenningen bestimmt die Schlagzeilen. Auch im Kinzigtal gab es mehrere verheerende Brände.

Sechs zerstörte Gebäude, ein Schaden von mehreren Millionen Euro, vier Leichtverletzte und 35 Menschen, die innerhalb weniger Stunden obdachlos wurden: Nach einem Brand in der Villinger Altstadt sind Experten momentan auf der Suche nach der Ursache für das verheerende Feuer, das in der vergangenen Woche rund 130 Einsatzkräfte mehrere Stunden lang bekämpft haben. Auch im Kinzigtal gab es in den vergangenen zehn Jahren mehrere verheerende Brände, bei denen Häuser zerstört wurden und Schäden in Millionenhöhe entstanden. Ein Mensch starb.

 

2015: Fünf Familien verloren im Juli 2015 ihr Zuhause bei einem Doppelhaus-Brand. Wolfach: Am Samstag war gegen 11.45 Uhr der Brand im Doppelhaus in der Schiltacher Straße in Wolfach ausgebrochen. Alle Bewohner konnten damals das Gebäude unverletzt verlassen. Für die sieben Bewohner wurden von der Stadt Wolfach ein Spendenkonto erstellt.

Vollkommen zerstört wurde ein Sägewerk in Welschensteinach dann im Oktober des gleichen Jahres. Anwohner hatten in den frühen Morgenstunden einen Knall gehört und daraufhin gemerkt, dass dass Sägewerk brannte. Sie alarmierten die Feuerwehr. Auch der neben dem Werk wohnende Besitzer wurde auf den Brand aufmerksam und konnte sich mit seiner Familie in Sicherheit bringen. Bei ersten Löschversuchen wurde er leicht verletzt. und Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot von rund 100 Mann im Einsatz und konnte das Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Wohnhaus und eine Scheune verhindern. Das Sägewerk war allerdings nicht mehr zu retten. Es entstand ein Schaden von rund einer Million Euro.

2016: Ein Jahr später musste die Feuerwehr wieder zu einem Brand in einem Sägewerk ausrücken, dieses Mal entging die Anlage aber einer Katastrophe: Durch Funkenflug war es im Sägewerk Streit in Hausach zu einer Verpuffung gekommen. Den Mitarbeitern des Sägewerks gelang es, den Brand im Spänebunker zu löschen, die Feuerwehr führte anschließend noch Nachlöscharbeiten durch. Verletzt wurde niemand. Der Schaden belief sich am Ende auf etwa 250 000 Euro.

2017: Anfang 2017 brannte das Ferien- und Freizeithaus Moosenmättle und wurde zur Ruine. Als die Feuerwehren in der Nacht alarmiert wurden, brannte das Gebäude schon lichterloh. Da das Haus weit abgelegen liegt, wurde das Feuer spät bemerkt. Mit zehn Löschfahrzeugen rückten insgesamt 85 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Wolfach, Hausach, Gutach und Zell am Harmersbach an. Auch die Polizei aus Wolfach und Haslach sowie das Rote Kreuz eilten zur Unglücksstelle. Von 4 bis 8 Uhr morgens mussten die Einsatzkräfte intensiv den Flammenherd bekämpfen. Das dreiteilige, rund 30 Meter lange Gebäude stand im vorderen und mittleren Trakt komplett in Vollbrand. Am späten Vormittag glommen dann nur noch die Reste unter dem Schutt. Verletzt wurde niemand; zum Zeitpunkt des Brandes war kein Mensch im Ferienhaus. Der Schaden ging in die Hunderttausende.

Im gleichen Jahr wurde der 300 Jahre alte Oberhippensbachhof in Hornberg-Niederwasser Opfer der Flammen. An die 100 Einsatzkräfte aus der Region bekämpften das Feuer – vergeblich. Beim Eintreffen der Hilfskräfte stand der Dachstuhl bereits in Flammen. Die Feuerwehrkräfte konzentrierten sich in erster Linie auf den Erhalt umliegender Gebäude. Der durch das Feuer entstandene Schaden betrug rund 350 000 Euro.

2018: Unbewohnbar wurde 2018 ein Mühlenbacher Haus nach einem Brand. Auch hier wurde das Feuer in den frühen Morgenstunden von einem Bewohner bemerkt. Zunächst versuchte er, den Brand selbst zu bekämpfen. Dabei verletzte er sich. Auch zwei weitere Bewohner - die Ehefrau und die Mutter des Verletzten - kamen vorsorglich ins Krankenhaus, weil ein Verdacht auf Rauchgasvergiftung bestand. 85 Einsatzkräfte bekämpften schließlich die Flammen. Das Haus wurde durch das Feuer unbewohnbar. Ebenfalls 2018 brannte ein Haus in der Bollenbacher Ortsmitte. Auch hier wurde das Gebäude unbewohnbar, verletzt wurde niemand.

2020: Vollkommen zerstört wurde 2020 ein Haus in der Nähe des Hausacher Klosterplatzes. Das Gebäude war kurz vor Mittag, wahrscheinlich aufgrund eines technischen Defekts, in Flammen aufgegangen und brannte bald lichterloh. Knapp 70 Feuerwehrleute taten ihr Bestes, um den Schaden zu begrenzen. Das Wohnhaus war trotz eines Innenangriffs jedoch nicht mehr zu retten. Das Paar, das das Haus bewohnte verlor ihr Zuhause, der Schaden wurde auf 400 000 Euro geschätzt.

2021: Nachdem eine Hornbergerin im Februar 2021 in einem Mehrfamilienhaus an der Gartenstraße ein angebranntes Geschirrhandtuch in einem Eimer in einem Abstellraum legte, brach von dort ein Feuer aus. Die daraufhin alarmierten 40 Einsatzkräfte bekämpften den Brand. Alle Bewohner des Hauses gelangte unverletzt ins Freie, Teile des Gebäudes wurden jedoch stark beschädigt, so dass am Ende ein Schaden in Höhe von mehreren hunderttausend Euro entstand.

2022: Einen Waldbrand bekämpften Hilfskräfte im August 2022. 115 Wehrleute, 29 Hilfskräfte des Rettungsdiensts, mehr als 20 Polizeibeamte sowie ein Polizeihubschrauber vor Ort. Das Feuer dehnte sich auf eine Fläche von etwa 400 auf 400 Meter aus. Ein Haus musste evakuiert werden.

95 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK, Polizei und THW waren dann im November im Einsatz, um ein Hornberger Haus vor den Flammen zu retten und ein Übergreifen auf angrenzende Gebäude zu verhindern. Dabei wurden zwei Feuerwehrleute leicht verletzt. Das Gebäude an der Schloßstraße wurde unbewohnbar; der Schaden auf einen unteren bis mittleren sechsstelligen Bereich geschätzt. Brandursache war ein eingeschalteter Elektroherd im Dachgeschoss

2024: Vollkommen zerstört wurde 2024 ein Bauernhof in Bollenbach. Die beiden Bewohner des Hofes wurden gegen 2 Uhr aus dem Schlaf gerissen und konnten sich und einen Teil ihrer Tiere noch in Sicherheit bringen. 120 Feuerwehrkräfte versuchten schließlich zu retten, was zu retten war, doch der Dachstuhl des Hauptgebäudes stand bei ihrem Eintreffen bereits in Vollbrand. Der entstandene Gebäudeschaden wird auf mehrere hunderttausend Euro beziffert.

2025: Tragischer Höhepunkt der Brände der vergangenen zehn Jahre war wohl ein Feuer in Hofstetten, bei dem im April dieses Jahres in einer Wohnung ein Mann ums Leben kam. Gegen 12.45 Uhr war die Haslacher Feuerwehr in die Georg-Neumaier-Straße nach Hofstetten ausgerückt. Auch die umliegenden Wehren wurden nachalamiert. Mehr als 80 Einsatzkräfte waren vor Ort. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten das nicht mehr zu rettende Gebäude kontrolliert abbrennen lassen. Über eine Drehleiter hatten die Feuerwehrleute noch während des Einsatzes die Leiche des 60-jährigen Mannes in der Wohnung entdeckt. Drei Einsatzkräfte wurden verletzt, es entstand ein Schaden von 450 000 Euro.

Brand in Villingen

Der Brand in Villingen wurde der Feuerwehr am  Samstagabend, 14. Juni, um 18.27 Uhr als Balkonbrand wird gemeldet Kurz danach eskalierte die Lage: Vier Gebäude in der historischen Innenstadt brannten Mehr als 30 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und THW bekämpften das Feuer. Nach Stunden war der Brand unter Kontrolle. Die Schäden sind jedoch enorm: Insgesamt sechs Häuser sind betroffen, die Ermittlungen zur Brandursache laufen.