Die Bauarbeiten zur neuen Kita in Heiligenzell sind gestartet. Zum offiziellen Beginn haben sich Vertreter der Gemeinde, des Gemeinderats, Planer und Statiker versammelt. Foto: Bohnert-Seidel

Am ehemaligen Klostergebäude in Heiligenzell entsteht die erste kommunale Kindertagesstätte. Im Januar 2027 sollen die Kinder einziehen.

Für Friesenheims Bürgermeister Erik Weide ist die Kindertagesstätte ein wichtiges Zukunftsprojekt, das „Geschichte und Zukunft zum Ausdruck bringt“. Im ehemaligen Klostergebäude sowie mit einem Neubau im rückwärtigen Bereich wird ein viergruppiger Kindergarten entstehen. Das Projekt steht mit 6,7 Millionen Euro Kosten in der Bilanz. 750 000 Euro steuerte das Land als Fördermittel im Rahmen des Programm „Entwicklung Ländlicher Raum“ bei. Der Kindergarten wird teurer als erwartet. Aber mit der Einrichtung wird Heiligenzell ein Baugebiet beschert, das es ohne den Kindergarten, nicht geben würde.

 

Ein für Heiligenzeller prägendes Gebäude wird ab 2027 mit neuem Leben gefüllt. Damit erfüllt die Gemeinde Friesenheim den Wunsch der Franziskanerinnen, die das Gelände und die Gebäude an die Gemeinde veräußert haben, dieses einem wohltätigen Zweck zuzuführen. Mit einem Kindergarten liege dieses Vorhaben im Interesse der Franziskanerinnen. Erhalten bleibe die Fassade und das Innere erhält eine moderne Nutzung.

Platz für 72 Kinder wird geschaffen

Mit der Flüchtlingskrise habe die Gemeinde mit den Franziskanerinnen Kontakt aufgenommen, um das Gebäude sozialen Zwecken zukommen zu lassen. Die Gemeinde stehe gegenüber den Franziskanerinnen aus Gengenbach im Wort. Ein Kindergarten sei besser als ein Vereinsheim, das nur alle paar Tage belegt wird. Jetzt soll der viergruppige Kindergarten 72 Kindern einen Platz schenken. 57 Plätze für Kinder über drei Jahre und 15 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Die heutigen Provisorien werden in die künftige Kita umziehen. Noch seien Kinder in vier provisorischen Kindergruppen eingerichtet. Jeweils eine Gruppe befindet sich in der Kindertagesstätte Georg Schreiber sowie im Evangelischen Kindergarten. Zwei Gruppen sind in den Containern über den freien Träger „Mehr Raum für Kinder“ an der Sternenberghalle untergebracht.

Bürgermeister Weide erklärte bei der Zusammenkunft zum offiziellen Baustart: „Auf den ersten kommunalen Kindergarten werden sicherlich noch weitere folgen.“

Mit Kita-Bau geht langer Wunsch in Erfüllung

Friesenheim decke ein Riesenangebot unter christlicher, privater und kommunaler Trägerschaft ab. Für die kommenden Jahrzehnte sollen viele Kinder in der Einrichtung eine glückliche Kindheit erleben.

Ortsvorsteher Gerold Kadenbach erkennt im Erwerb des alten Klostergebäudes mit Gelände ein „Riesenglücksgriff für Heiligenzell“. Im Zuge des kommunalen Kindergartens erhalte die Gemeinde ein Neubaugebiet und Wohnraum. „Für uns in Heiligenzell mit der Realisierung des Kindergartens und des Neubaugebiets ist ein Wunsch in Erfüllung gegangen“, betonte Kadenbach.

Bürgermeister Weide hob nochmals die Gastfreundschaft der Heiligenzeller hervor, für die die Belegung des Klosters mit Flüchtlingen nie ein großes Thema war. Aus dem Ort sei kein Widerstand gekommen. „Ohne die Flüchtlingsunterbringung würden wir heute hier nicht stehen und uns würde auch das Gelände nicht gehören“, unterstrich Weide.

Bauliche Maßnahmen

Folgende bauliche Maßnahmen sind in Heiligenzell im Zuge des Kindergartens vorgesehen: Vollständige Entkernung des Gebäudes bis auf den Rohbau, neues Treppenhaus, Einbau eines Aufzugs, Herstellung der Barrierefreiheit, neue Betreuungsräume, Sozialräume für Mitarbeitende sowie Küche und Bistro für den Kindergarten-Alltag.