Bei der Eröffnung der Bildungswerkstatt waren (von links) Stephanie Niederkofer, Bürgermeister Thomas Schneider, Jürgen Erhard, Dieter Meurer, Melanie Gronert (Werkstattleitung), Bernd Vielfort, Georg Eichner, Sandra Lehmann (Teamleitung) und Pfarrer Norbert Großklaus mit dabei. Foto: Störr

Die Reha Offenburg verfügt nun am Herrenberg zwischen Haslach und Fischerbach über eine Einrichtung. Die Verantwortlichen erläuterten unter anderem den Hintergrund für den Schritt zur Trennung der Berufsbildung von der Arbeit in der Werkstatt.

Die Bildungswerkstatt der Reha Offenburg ist am Herrenberg zwischen Haslach und Fischerbach am Freitag offiziell eröffnet worden. Geschäftsführer Georg Eichner begrüßte die geladenen Gäste und erklärte die Trennung der Berufsbildung von der Arbeit in der Werkstatt. In beiden werden Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen begleitet, inhaltlich bleibe es aber weiterhin eine Einrichtung.

 

Innerhalb von 27 Monaten gelte es, die begleiteten Personen individuell zu fördern und auf den Einstieg oder Wiedereinstieg in den Beruf vorzubereiten. In Fischerbach stehe die Eröffnung eines Online-Shops bevor, auch werde mit neuer Technik wie dem 3D-Drucker gearbeitet. „Das bisher gemeinsame Lernen und Arbeiten in Hausach hatte seine Vorteile, aber auch den Nachteil des Automatismus in Richtung der Werkstatt“, erklärte Eichner.

Es gab Einblicke in die Arbeit der Reha

Praktika würden bei jeder Reha von Anfang an eine wichtige Rolle spielen, im neuen Berufsbildungs-Bereich gebe es jetzt auch gute räumliche Möglichkeiten für eine umfassende Vorbereitung. „Für die Reha Offenburg ist das heute der Abschluss eines großen Projekts samt Waldgrundstück, das künftig gepflegt werden muss“, endete der Geschäftsführer. Jürgen Erhard bedankte sich als Vorsitzender des Werkstatt-Rats Offenburg-Lahr-Kinzigtal kurzweilig und zog symbolisch den Hut. Stephanie Niederkofler moderierte anschließend kleine Interview-Runden, um Einblicke die Arbeit der Reha und die Umbauphase zu gewähren.

Fischerbachs Bürgermeister Thomas Schneider erklärte auf Nachfrage den ersten Kontakt mit der Reha durch den Bauantrag. Georg Eichner habe die Arbeit der Reha im Gemeinderat vorgestellt und es sei deutlich geworden, was alles geleistet werde. Jobcoach Marco Di Sabatino, Bildungsbegleiter Florian Meenken und Agnes Schalla berichteten aus der Praxis. Schalla startete vor 14 Jahren mit ihrer Reha in Hausach und arbeitet heute in der Mediathek in Gengenbach.

Sie erzählte ihren Werdegang mit Unterstützung der Gruppenleiter und des Sozialdienstes. Aus drei Monaten Praktikum in der Mediathek sei ein ausgelagerter Arbeitsplatz geworden und es bestehe immer die Möglichkeit der Rückkehr, wenn es schlecht laufe. Seitens der Agentur für Arbeit nannte Andreas Giesler den Berufsbildungs-Bereich der Reha eine von vielen Möglichkeiten, um Menschen in verschiedenen Lebenssituationen eine berufliche Perspektive zu ermöglichen. Auf dem Arbeitsmarkt habe man es mit steigenden Komplexitäten zu tun, die Digitalisierung sei eine große Herausforderung. „Irgendwann kommt der Trend mit wirtschaftlichem Aufschwung und dann brauchen wir jede Arbeitskraft“, erklärte er. Die Architekten Dieter Meurer und Bernd Vielfort sprachen über Details der Umbau- und Sanierungsmaßnahmen. Am Ende der Eröffnung gestaltete der evangelische Pfarrer Norbert Großklaus eine Andacht mit Segnung. Die vier Buchstaben der Reha erklärte er mit Respiratio (ausatmen), Empathie, haushalten und achtsam sein.

Führungen

Nachmittags wurde anhand verschiedener Stationen umfangreich über die Arbeit der Reha informiert und bei Führungen die neuen Räume präsentiert.