Die „First Responder Kids“ praktizierten ihre ersten Wiederbelebungsversuche an der Übungspuppe. Foto: Birgit-Cathrin Duval

Notfall erkennen, Notruf absetzen und Erste Hilfe leisten – das waren die zentralen Themen bei der ersten „First Responder Kids“-Schulung in Malsburg-Marzell.

Die Jüngsten in der Gemeinde mit Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut machen sowie Kompetenzen vermitteln, im Falle eines Notfalls das Richtige zu tun – darum geht es bei den „FIR Kids“. Denn, das stellen die vier First Responder Lisa Wagner, Verena Schwarz, Florian Leisinger und Christoph Kopper beim ersten Schulungsnachmittag klar: Im Notfall zählt jede Minute. Als First Responder sind sie bei einem Notfall oft zuerst am Einsatzort und überbrücken mit Erste-Hilfe-Maßnahmen die Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft.

 

Wie erkenne ich einen Notfall, wann muss der Rettungsdienst gerufen werden und was gehört alles zum Absetzen eines Notrufs – soweit die Theorie. Richtig praktisch wurde es, als die Schüler im Alter von sechs bis zehn Jahren Reanimationsmaßnahmen übten. Ein Erklärvideo gab anhand eines Musikvideos den Takt vor – denn, das ist entscheidend: Bei einer Wiederbelebung muss die Herzdruckmassage schnell und fest erfolgen.

Viel Kraft erforderlich

Dass das richtig viel Kraft erfordert, erstaunte die Kinder, die an den braunen Plastikpuppen, die auf den blauen Turnmatten abgelegt waren, ihre ersten Wiederbelebungsversuche ausführten. Mit aufeinander gefalteten Händen wurde unter Aufsicht von Christoph Kopper kraftvoll gepumpt, wobei so mancher ganz schön ins Keuchen kam.

Lisa Wagner erklärte den aufmerksamen Nachwuchsrettern, wie ein Einsatz unter Zuhilfenahme eines Beatmungsbeutels funktioniert. Und auch, wozu das grün leuchtende Teil, das am Rathaus oder der Feuerwache hängt – der Defibrillator –, dient und eingesetzt wird wurde erläutert. Denn, das lernten die Kinder, auch ohne medizinische Schulung kann jeder bei einem Herzstillstand zum Lebensretter werden.

Kinder haben gut aufgepasst

Um für einen solchen Fall gerüstet zu sein, wurde abschließend abgefragt, wie eine solche Reanimation exakt abläuft. Klare Sache, die Kinder haben gut aufgepasst und erklärten den Ablauf: Zunächst gilt es, die Person anzusprechen und Atmung zu überprüfen. Wenn keine Reaktion erfolgt oder die Person kaum oder nicht atmet, heißt es, sofort die Notfallnummer 112 anzurufen. Danach wird mit der Reanimation begonnen: 100 bis 120 Mal pro Minute fünf Zentimeter rief im Takt drücken – und nicht aufhören, bis der Rettungsdienst übernimmt.

Auf dem weiteren Übungsplan steht unter anderem das Anlegen von Wundverbänden. Das erlernte Wissen dürfen die „FIR Kids“ nach den Schulungen, die jetzt einmal monatlich stattfinden, bei einer praktischen Übung vor ihren Eltern demonstrieren.

Nachwuchs für die Truppe

Fest steht schon jetzt: Um Nachwuchs müssen sich die First Responder in Malsburg-Marzell nicht zu sorgen. Mit den „FIR Kids“ wächst die nächste Truppe von Lebensrettern heran.