Weniger belebt als der Samstagsmarkt, ist der Villinger Mittwochsmarkt dennoch ein geschätzter Treffpunkt für Stammkunden, die Wert auf Regionalität legen.
Seit dem 2. April ist der Mittwochsmarkt aus seiner Winterpause zurück und belebt wieder die Plätze in der Doppelstadt: In Villingen auf dem Münsterplatz und in Schwenningen auf dem Muslenplatz.
Wir haben uns in Villingen umgehört und sowohl mit Marktbeschickern als auch mit Besuchern gesprochen. In einem Aspekt sind sich alle einig: mittwochs geht es deutlich ruhiger zu als am belebten Samstag.
Im Gespräch mit unserer Redaktion gibt Marktmeister Arno Laubis einen Überblick über die Marktgröße in Villingen: mittwochs sind je nach Saison etwa 20 bis 25 Stände vertreten, samstags rund 30. Außerdem hebt er die Vielfalt der Angebote hervor, die den Mittwochsmarkt trotz der eher geringen Kundenzahlen attraktiv machen. So findet man rund um das Münster alles, was für den täglichen Bedarf benötigt wird, darunter frisches Gemüse und Obst, verschiedene Milchprodukte, Backwaren, Eier, oder auch Fleisch.
Mittwochsmarkt lebt von Stammkunden
Diese Ruhe am Mittwoch scheinen auch die Händler zu spüren. Robert Huber vom Geflügelhof Huber in Mönchweiler, der seit 1971 verschiedene Produkte wie etwa Eier, Wurst, Kartoffeln und Honig auf dem Markt verkauft, gibt einen Einblick: „Am Mittwoch kommt nur etwa ein Viertel der Kundschaft vom Samstag.“ Und gleichzeitig beobachtet er, dass immer mehr Kunden bewusster einkaufen: „Früher haben die Leute 30 oder 40 Eier gekauft und auch mal etwas weggeworfen.“ Laut dem Händler wird heutzutage gezielter und mit Blick auf Lebensmittelverschwendung bewusster eingekauft.
Ähnliche Erfahrungen macht Anke Lützow vom Untermühlbachhof in Peterzell. Der Stand ist seit 40 Jahren auf dem Markt vertreten und bietet frische Produkte vom Hof an, darunter Joghurt, Käse und Fleischprodukte. „Am Samstag mache ich ungefähr das Dreifache des Umsatzes vom Mittwoch“, erzählt sie.
Doch nur am Samstag auf dem Markt Ware zu verkaufen, kommt nicht infrage, denn für Huber und Lützow lohnt sich der mittlere Markttag weiterhin, zumal viele Stammkunden gezielt vorbeikommen.
Auch für neue Händler stellt sich die Lage am Mittwoch eher bescheiden dar. So berichtet Mohammed Sidi-Yacoub, der erst seit vier Wochen in Villingen verkauft: „Am Samstag gibt es deutlich mehr Laufkundschaft, grob geschätzt 20 bis 30 Kunden, mittwochs sind es etwa zehn.“ Er verkauft unter anderem Dattelprodukte wie Dattelmehl und -zucker, Olivenöl aus Algerien, verschiedene Gewürze und Keramikschalen.
Besucher schätzen die gute Qualität
Frau Metzmeier, eine Stammkundin aus Villingen, schätzt vor allem die Atmosphäre auf dem Wochenmarkt: „Mittwochs ist es ruhiger und entspannter zum Einkaufen.“ Doch auch der Samstag sei ihr nicht zuwider: „Da treffe ich immer Bekannte.“ Der Wochentag spiele bei der Seniorin also keine wichtige Rolle. Für sie zählt vor allem die Qualität der Produkte: „Ich komme für die gute Ware her.“ Allerdings bedauert sie das geschrumpfte Angebot an Marktbetreibern. „Früher gab es auf dem Markt viel mehr Stände.“ Was sie vermisst? „Guten Fisch.“
Andrea Ballof aus Tuningen freut sich ebenfalls über die eher ruhige Stimmung beim Mittwochsmarkt: „Ich finde es schön, dass man über den Markt laufen kann und schauen kann, was es so gibt.“ Auch Ballof, die den Markt regelmäßig besucht, schätzt die Regionalität wert. Auf die Frage, ob sie auf dem Markt lieber einkauft als im Supermarkt, antwortet sie mit einem klaren „Ja“.
Wochenmärkte in Villingen-Schwenningen
Öffnungszeiten
Die Märkte finden jeden Mittwoch und Samstag von 6.30 bis 12.45 Uhr statt. In Villingen auf dem Münsterplatz und in Schwenningen auf dem Muslenplatz.