Der Melchinger Punkt-Markt ist Dreh- und Angelpunkt der örtlichen Grundversorgung. Foto: Wolff

Die finale Entscheidung von Norma, zum Bau einer Filiale auf der Oberen Alb bleibt aus – der bestehende Dorfladen schließt. Der Melchinger Ortschaftrat macht sich Sorgen um die Grundversorgung.

Ein Discounter für die Obere Alb, davon träumen die Melchinger schon lange. Seit Jahren laufen die Planungen und Gespräche.

 

Sogar eine Baugenehmigung wurde bereits erteilt. Die finale Entscheidung sollte bis Mitte März fallen – so der Plan.

Ohne Dorfladen steht die Nahversorgung auf der Kippe

Doch Pläne sind Pläne und nichts festes. Kurzerhand vertagte die Discounter-Kette Norma die Entscheidung, welche nun voraussichtlich bis Mitte Mai fallen soll. „Diese Situation ist äußerst unglücklich, um es mal vorsichtig zu formulieren“, sagte Melchingens Ortsvorsteher Horst Lamparth in der Ortschaftsratssitzung am Mittwochabend.

Dabei geht es nicht nur um Norma, sondern vor allem um die Nahversorgung, die nun auf der Kippe steht. Der örtliche Punkt-Markt, der bisher die Lebensmittelgrundversorgung stemmt, wird Ende März schließen – eine Folge der geplanten Ansiedlung des Discounters. Im April gibt es im Dorfladen noch einen mehrtägigen Ausverkauf und übergangsmäßig Backwaren.

Wird es eine Notlösung geben?

Doch wie soll es danach weitergehen? „Wenn alle Stricke reißen, stehen wir ohne Nahversorger da“, gestand Lamparth. In der Sitzung ermutigte er die Ortschaftsräte dazu, sich ebenfalls nach Alternativen Möglichkeiten umzuhören. „Wir arbeiten daran, dass eine Versorgung bestehen bleibt, auch wenn der Dorfladen zu hat.“

Als Notlösung käme in Betracht, dass Metzger, Gärtner und Tankstelle ihr Sortiment erweitern. Doch das Ziel sei es den Dorfladen weiter betreiben zu können. Als Idee wurde dabei auch eine Art genossenschaftlicher Betrieb des Ladens oder den Betrieb durch eine Initiative eingebracht.

Alles steht und fällt mit Norma

Ein weiteres Problem sei , wenn kein Nachmieter für die Räume des Punkt-Markt gefunden werde und der Vermieter die Fläche anderweitig vergibt. Lamparth regte dazu an, eine gemeinschaftliche Lösung ála „Rettet den Dorfladen“ anzustreben, um die Miete überbrücken zu können, bis ein neuer Betreiber gefunden ist.

Es müsse klar sein: „Dem Ortschaftrat ist der Dorfladen wichtig und die Aufgabe ist es, in den nächsten Wochen eine gütliche Lösung zu finden“, formulierte der Ortsvorsteher. Auch zum Norma-Dilemma fand er klare Worte: „Es geht mir gegen den Strich, dass alles zusammenbricht“. Alles stehe und falle mit Norma.

Unmut und Verzweiflung

Die Verzweiflung und der Unmut vor dem drohenden Zusammenbruch der örtlichen Nahversorgung wurde in der Sitzung deutlich. Und die aktuelle Lage erweckt den Anschein, dass die Geschichte von Melchingen und dem Discounter noch lange nicht zum Ende kommt. Denn selbst wenn Norma im Mai eine Zusage erteilt, wird es Zeit brauchen, bis der Laden steht und öffnen kann. Bis dahin braucht es in der Gemeinde auf der Oberen Alb eine Lösung für die knapp 1000 Einwohner.