Wer mit offenen Augen über die Marktmeile in der Wolfacher Innenstadt lief, konnte mancherlei entdecken.
Kleidung, Gewürze, Bürsten, Küchengeräte, Reinigungsmittel – was das Herz eines Jahrmarktbesuchers begehrt, ist auf dem Wolfacher Kuchenmarkt natürlich zu finden. Doch im Mittelpunkt standen, wie sollte es anders sein, auch am Donnerstag die namensgebenden Backwaren: Körbeweise karrten die Bäcker der Umgebung den ganzen Tag über frisch gebackene Spitzwecken in die Verkaufshütten. Was es mit den Spitzwecken auf sich hat, verriet den gespannt lauschenden Kindern und auch den umstehenden Erwachsenen am Nachmittag Bernd Schillinger als Wolfacher Spitzwecken-Bäcker. Und natürlich gab es eine Kostprobe für die Jüngsten obendrein.
Bedeutung des Gebäcks wird weitergegeben
Ringsum im Spitzweckendorf hatten schon am Vortag etliche ehrenamtliche Helfer die Hütten liebevoll dekoriert und für den Besucherandrang des Markttags vorbereitet. Glühwein und Punsch waren zum geselligen Treffen im Herzen der Innenstadt mindestens so gefragt wie die Spitzwecken der Bäcker. Und immer wieder wurde für die gute Sache geworben, etwa die Unterstützung für den Krankenhaus-Förderverein, den Haiti-Hilfsverein Pwojè men kontre oder die Poliohilfe Kenia.
Süße Premiere: die Geldbeutelwäscher kredenzten im ungewohnt weißen Gewand Zuckerwatte. Kolossaler Hingucker: ein im vorderen Kinzigtal entferntes Nest der asiatischen Hornisse, mit dem der Imkerverein Wolftal eindrücklich auf die Bedrohung heimischer Bienen durch die invasive Art aufmerksam machte.
Ein echter Blickfang und begehrter Foto-Partner war Hans-Peter Knobel. Als „Schwarzwälder Zweierlei“ sammelte er 2024 bereits Spenden für den Förderverein krebskranke Kinder. Jetzt schlüpft er in eine neue Rolle: In gut drei Wochen entstand das Kostüm der Playmobil-Schwarzwaldmarie. „Das zieht noch mehr“, freute er sich über die Aufmerksamkeit. Die Kirschtorte fungiert als Spendenbüchse – gesammelt wird zugunsten des Naturkindergartens Hausach, den die Enkel des 69-Jährigen begeistert besuchen. „Die brauchen noch ein bisschen Unterstützung. Und ich mach’ das gern.“