Landrat Günther-Martin Pauli verabschiedet Gabriele Wagner mit Präsenten und Glückwünschen aus ihrem Amt. Foto: Steffen Maier

Gabriele Wagner, Amtsleiterin und Dezernentin beim Landratsamt Zollernalbkreis, wurde in den Ruhestand verabschiedet. In dieser Zeit hat sie einige Herausforderungen gemeistert.

„Ich habe doch nur meinen Job gemacht“, sagte Gabriele Wagner. 25 Jahre lang wirkte sie als Amtsleiterin und Dezernentin beim Landratsamt Zollernalbkreis – nun ist sie in der jüngsten Sitzung des Kreistags in den Ruhestand verabschiedet worden.

 

„Besonders in schwierigen Momenten war Dr. Wagner für uns eine couragierte und wertvolle Wegbegleiterin“, sagte Landrat Günther-Martin Pauli. „Fachlich und menschlich hinterlässt sie eine große Lücke.“

Im August 2000 übernahm sie die Leitung des Veterinäramts Zollernalbkreis

Studium der Tiermedizin in Gießen, Promotion am Max-Planck-Institut in Bad Nauheim, Tätigkeit am Institut für tierärztliche Nahrungsmittelkunde wieder in Gießen: Ihr berufliches Fundament legte die Hessin in ihrem Heimatbundesland, bevor sie 1992 in den Landesdienst Baden-Württemberg eintrat.

Nach der stellvertretenden Amtsleitung im Landkreis Böblingen wurde ihr zum 1. August 2000 die Leitung des Veterinäramts Zollernalbkreis übertragen. Bis zur ersten Bewährungsprobe dauerte es nicht lange.

Zwei Tierseuchen und die Flüchtlingskrise hatte Wagner unter anderem zu meistern

Ende November 2000 wurde in Deutschland der erste Fall der Rinderseuche BSE nachgewiesen; kurze Zeit später folgte die Maul- und Klauenseuche. Einen Einschnitt brachte die Verwaltungsreform, in deren Zug 2005 der Wirtschaftskontrolldienst aufgelöst wurde und die Landratsämter die Aufgabe der Lebensmittelüberwachung zufiel.

Das Amt wuchs dadurch deutlich an, aktuell sind es 21 Mitarbeiter. Enorme Aufgaben brachte vor allem für die Ärzte des Gesundheitsamts, das ebenso zum von Wagner seit 2007 geführten Dezernats 2 zählt, die Flüchtlingskrise.

2014 erfolgte in Meßstetten der Aufbau der Landeserstaufnahmestelle. Bis 2017 wurden über 28 000 Menschen von den Amtsärzten medizinisch durchgecheckt. Gleiches galt später für die Geflüchteten im Ankunftszentrum Ukraine; zusätzlich wurde dort mit dem Verein Pfotenengel eine Aufbewahrungsstation für mitgebrachte Haustiere eingerichtet.

Die wohl größte Herausforderung ihres Arbeitslebens: die Corona-Pandemie

Die wohl größte Herausforderung ihres Arbeitslebens erlebte Gabriele Wagner ab 2020: Corona. Kontaktnachverfolgung bei Infizierten, Hotline quasi rund um die Uhr, Einrichtung des Testzentrums, der Schwerpunktpraxis, später des Impfzentrums – diese Zeit sei „extrem hart und fordernd“ für alle Mitarbeitenden gewesen, sagt sie.

Wagner selbst übernahm zusätzlich die kommissarische Leitung des Gesundheitsamts. Wichtige Aufgaben in dieser Zeit übernahm das im Sommer 2020 neu gebildete Amt für Bevölkerungsschutz.

Die Zeit bei der Landkreisverwaltung sei wie im Flug vergangen, sagt Wagner, langweilig sei ihr gewiss nie gewesen. Und soll es künftig nicht werden: Der Garten verlangt Pflege, sie will verstärkt ihrem Hobby Westernreiten nachgehen und würde gerne, was in den vergangenen Jahren auch berufsbedingt kaum möglich war: mehr reisen.