Am 11. Dezember startet die Darts-WM der PDC in ihre 33. Auflage. Experte Robert Marijanovic aus Freudenstadt hat ausführlich mit unserer Redaktion gesprochen.
2015 und 2019 spielte der Freudenstädter Robert Marijanovic selbst bei der Darts-WM in London – seit einigen Jahren ist er zudem als Experte für den Sender Sport 1 eine „Stimme des Darts“ in Deutschland. Vor der anstehenden Weltmeisterschaft – wohlgemerkt der größten aller Zeiten – kommt er gegenüber unserer Redaktion regelrecht ins Schwärmen.
„Das wird eine WM der Rekorde. Wir haben erstmals 128 Spieler dabei, es wird vier Tage länger gespielt, fünf Frauen und acht Deutsche sind am Start“, erklärt der 45-Jährige und ergänzt: „Es wird ein ganz besonderes Turnier. Es gibt noch mehr Spielern die Möglichkeit, sich auf dieser Bühne zu präsentieren.“ Mit David Munyua ist beispielsweise erstmals ein Kenianer dabei, und Jesús Sálate bringt Argentinien auf die Bühne des Alexandra Palace in London.
Arno Merk eröffnet
Darts erfreut sich Jahr für Jahr größerer Beliebtheit, in zehn Minuten waren 125 000 Karten verkauft. TV-Sender Sport 1, auf dem man Marijanovic als Experte hören wird, wird die WM komplett übertragen. „Man verpasst keinen einzigen Pfeil“, so Marijanovic.
Ebenfalls besonders: Mit Arno Merk wird ein Deutscher als erster Akteur überhaupt die Bühne betreten, er eröffnet das Turnier mit seiner Begegnung gegen den Belgier Kim Huybrechts. „Das ist schon auch ein Zeichen der PDC an Deutschland“, findet Marijanovic.
Merk ist einer von acht Deutschen, nie waren mehr dabei – und allesamt werden vom Experten stark eingeschätzt.
Martin Schindler im Fokus
„Alle haben Ambitionen, von der Qualität her sind es richtig gute Spieler.“ Als Nummer 13 der Rangliste ist Martin Schindler sicherlich das heißeste deutsche Eisen, er gehört laut Marijanovic nun zur „absoluten Elite“. Ricardo Pietreczko ist aber ebenso wie Shooting-Star Niko Springer zu nennen – und den Halbfinalisten von 2023, Gabriel Clemens, dürfe man sowieso nie abschreiben. Komplettiert wird das deutsche Teilnehmerfeld von Lukas Wenig, Max Hopp und Dominik Grüllich.
In der Favoritenrolle ist zuallererst Titelverteidiger Luke Littler. „Ich sehe ihn natürlich auch ganz weit vorne, ebenso wie Luke Humphries“, tippt Marijanovic.
Vorfreude bei Marijanovic
Gespannt kann man auch auf das Auftreten von Michael van Gerwen sein. Marijanovic sagt über den Niederländer: „Er ärgert sich sicher darüber, dass er nicht mehr der Primus ist.“ Fast ein Jahrzehnt war „MVG“ der Dominator auf der Tour – die Zahl von drei WM-Titeln zeigt aber auch, dass dieses Turnier seine eigenen Gesetze hat.
So könne es auch dieses Jahr wieder zu einigen Überraschungen kommen. „Gerade zu Beginn über die kurzen Distanzen ist ganz viel möglich. Auch ein Weltmeister ist nicht mehr sicher vor einem Qualifikanten, weil mittlerweile unfassbar viele Spieler einen sehr hohen Average spielen können“, begründet der Freudenstädter. Nicht nur er kann es kaum abwarten, bis die ersten Pfeile geworfen werden.