Für die Abiturienten im Schwarzwald-Baar-Kreis startet die entscheidende Phase. Foto: Armin Weigel/dpa

Lange Vorbereitung und große Erleichterung. Leonie Braitsch aus Aichhalden blickt auf ihr Abitur zurück. Im Gespräch gibt sie Tipps zum Umgang mit Lernen und Stress.

Das Abitur – für viele Schüler bleibt diese Zeit besonders in Erinnerung. Auch für Leonie Braitsch aus Aichhalden, die ihr im letzten Jahr ihr Wirtschaftsabitur an den Zinzendorfschulen in Königsfeld abgelegt hat.

 

„Ich bin erleichtert, dass es rum ist“, erklärt sie. Gleichzeitig denkt sie aber auch an die schönen Seiten zurück – etwa daran, ihre Freunde täglich zu sehen, an die Vorfreude auf die Zeit nach den Prüfungen oder an das gemeinsame Lernen.

Die Zeit vor und während der Prüfungen beschreibt sie zwar als stressig, jedoch hänge dies auch mit ihrem Engagement als Stufensprecherin zusammen, durch das sie zusätzlich stark eingebunden war. Für die vier schriftlichen Prüfungsfächer habe sie etwa einen Monat vor dem Start angefangen zu lernen.

An manchen Tagen habe sie sich nur ein bis zwei Stunden mit dem Lernen beschäftigt. An einen Tag erinnere sie sich besonders: An diesem habe sie mit einer Freundin 13 Stunden in der Bibliothek gelernt. „Da haben wir richtig durchgezogen, da war ich schon ein bisschen stolz“, erzählt sie mit einem Lächeln.

Lernen durch Übungen

Ihre Taktik war beim Lernen meist dieselbe. Zunächst wiederholte sie die relevanten Themen, bevor sie sich anschließend Übungsaufgaben in Form von alten Abiturprüfungen widmete. Das sei aus ihrer Sicht die beste Variante gewesen. Stupides Auswendiglernen, ohne das Wissen anschließend in Übungen anzuwenden, würde aus ihrer Sicht nicht den nötigen Erfolg bringen.

Als die Zeit der Prüfungen begann, spürte sie leichte Nervosität, gibt sie zu. Jedoch sagte sie sich immer wieder: „Wie gut muss sich die Zeit nach den Prüfungen anfühlen.“ Dieses Denken half ihr extrem, erklärt sie.

Ablenkung vor Prüfungen

Am Tag vor den Prüfungen lief meist alles gleich ab. Abends ging sie spazieren, hörte Musik oder ging mit einer Freundin ein Eis essen. Diese Aktivitäten seien für sie sehr wichtig gewesen, um abzuschalten. Bis auf eine kurze Wiederholung befasste sie sich nicht mehr mit dem Stoff der Prüfungen, denn das würde nichts mehr bringen und einen nur verrückt machen. „Da muss man einfach Vertrauen in sich selbst haben“, erklärt Braitsch.

Am Morgen der Prüfungen fuhr sie entweder mit dem Roller oder mit dem Auto in die Schule. Entschied sie sich für Zweiteres, lief dort laute Musik und sie sang mit. Das half ihr, ein positives Gefühl für die Prüfungen zu behalten.

Leonie Braitsch Foto: Leonie Braitsch

Während der Abiturprüfungen empfand sie selten Nervosität, bis auf einen Vorfall in der Wirtschaftsprüfung. 30 Minuten vor Schluss war sie bei der letzten Aufgabe angekommen. Bei dieser Kalkulationsaufgabe kam Braitsch nicht weiter und konnte sie am Ende nicht lösen. Sie war enttäuscht, da sie das Thema eigentlich gut beherrschte. Wie nach jeder Prüfung, gab es danach ein „Frustessen“ mit Freundinnen bei einer Fast-Food-Kette.

Im Nachhinein war sie mit allen Ergebnissen zufrieden und auch über den Vorfall in Wirtschaft könne sie mittlerweile lachen. Lediglich in Deutsch bekam sie eine Note, die nicht ihren eigentlichen Leistungen entsprach. Zunächst habe sie Angst gehabt, dass dies ihren Schnitt verschlechtern würde. Nach einer erfolgreichen freiwilligen Nachprüfung war sie dann jedoch zufrieden mit dem Endergebnis.

Noten sagen nicht alles

Rückblickend hätte sie sich einen zu großen Druck aufgrund der Noten gemacht. „Die Schulzeit ist so viel mehr als das Lernen oder die Noten“, erklärt sie. Niemand könne anhand einer erbrachten Leistung beim Abitur sehen, was wirklich in einem steckt.

Die Zeit nach den Prüfungen behält sie mit einem breitem Lächeln in Erinnerung. Der Abistreich, die Mottowoche und vor allem der abschließende Abiball waren dabei besondere Höhepunkte.

Die Abiturzeit sei aus ihrer Sicht „nicht die beste, aber eine coole Zeit gewesen“.