Thomas Aierle (links) und sein Sohn Luca haben den 250 Meter langen Zaun über die Balinger Stadtgeschichte montiert. Foto: Thiercy

Einen öden Zaun wollte Niko Skarlatoudis nicht. Er hatte die Idee zur begehbaren Stadtgeschichte. Ingrid Helber, Günther Meinhold und Nicole Scheletz haben die Fakten geliefert. Thomas Aierle und sein Team waren für die Umsetzung zuständig.

Es ist ein Mammutprojekt, auf das Thomas Aierle und sein Team von „City Promotion“ sich eingelassen haben: 250 Tafeln haben sie foliert. Nun wurden die letzten am Gartenschaugelände hinter der Bizerba-Arena montiert.

Der Zaun soll auch nach Ende der Schau stehen bleiben. „Man braucht mehr als eine Woche, um alles zu lesen“, schätzt der Gartenschausprecher Niko Skarlatoudis. Er lieferte die Idee zum historischen Zaun.

Textlich viel geliefert hätten Historikerin Ingrid Helber, Günther Meinhold und Stadtarchivarin Nicole Scheletz. Sie kennen sich bestens mit der Balinger Stadtgeschichte aus.

„Die Vielfalt der Stadt abbilden“

Grafisch umgesetzt wurde das Projekt von der Agentur des Balingers Bernd Rudek und nun montiert von Thomas Aierle und seinem Sohn Luca von City Promotion. „Ich wollte die Vielfalt der Stadt abbilden“, sagt Skarlatoudis im Gespräch mit unserer Redaktion. Dabei gliedert sich der „Wanderweg durch die Geschichte“ in verschiedene Themenbereiche, die grafisch und farblich jeweils anders gestaltet sind. Die verschiedenen Themenfelder haben sich Skarlatoudis schon in der Planungsphase der Gartenschau angeboten.

Das Themenfeld „Balingen entsteht“ etwa beschäftigt sich mit der Zeit um 1000 vor Christus, als die ersten Menschen entlang der Eyach siedelten. Ein anderer Bereich nimmt lokale Kunst und Künstler ins Visier. Balingen gilt schließlich als Kunststadt und wird sich auch während der Gartenschau als solche präsentieren. Mit der „World Press Photo Ausstellung“ zum Beispiel.

Die weltbesten Pressefotografien in der Stadthalle

Diese beginnt am Donnerstag, 20. Juli. Bis zum 13. August werden die weltbesten Pressefotografien in der Stadthalle zu sehen sein.

Darunter ist auch das globale Siegerfoto des Ukrainischen Fotografen Evgeniy Maloletka. Er hat den Moment mit der Kamera festgehalten, als eine hochschwangere junge Frau auf einer Trage aus einem zerbombten Krankenhaus in Mariupol gerettet wird.

Im vergangenen Jahr hat die World Press erneut den Besucherrekord eingestellt. In Verbindung mit der Gartenschau dürfte diese von der Stadt Balingen und der Volkshochschule veranstaltete Ausstellung noch einmal deutlich mehr Besucher anlocken.

Balingen schafft, Balingen baut

Zurück nach Balingen. Unter dem Stichwort „Balingen bewegt“ gibt es alles zu erfahren über die Flüsse, die Mühlen und die Industrie in der Kreisstadt. „Und natürlich erfährt der Spaziergänger ganz nebenbei, wie Balingen die Geschichte beeinflusst hat“, sagt Skarlatoudis und nennt die Stichworte Obervorgtei und Reformation.

„Balingen schafft“ – das sind die örtlichen Handwerker und Unternehmen. „Balingen baut“: nicht nur für und während der Gartenschau. In diesem Themenbereich sind die Stadtbrände und Hochwasser-Katastrophen der Schwerpunkt. Ein Farbcode lotst die Passanten die 250 Meter entlang. “Das ist ein riesengroßes Puzzle für uns gewesen“, erzählt Aierle. Der Zaun bleibt als Daueranlage erhalten. Da er nicht auf dem Gelände der Schau ist, ist er ab sofort für alle frei zugänglich.