Startschuss für die neue Kita Hasenbrunnen. Foto: Thomas Fritsch

In Nagold sorgt das Projekt schon jetzt für Aufsehen: Nicht nur, weil die neue Kita im Wohngebiet Hasenbrunnen durch eine außergewöhnliche Schenkung des Ehepaars Fleckenstein finanziert wird. Auch das Tempo bei der Verwirklichung ist bemerkenswert.

Allen Unkenrufen zum Trotz: Manchmal kann es in Deutschland mit einem Bauprojekt auch ganz schnell gehen: Ein Paradebeispiel ist die neue Kita im Hasenbrunnen. Da war jetzt Spatenstich. Bezugsfertig soll sie bereits in neun Monaten sein.

 

Das wäre dann schon wahnsinnig schnell für hiesige Verhältnisse – neun Monate Bauzeit für eine fünfgruppige Kindertagesstätte. Hinzu kommt, dass sich wohl auch der viel bescholtene Bürokratismus rund ums Baurecht in Grenzen hielt. Von drei Monaten für Planung und Genehmigungen sprach Architekt Roman Benz von der Nagolder „zweib Architektur GbR“. Und auch er betonte beim Spatenstich: „Das ist schon ungewöhnlich bei der Größe.“

Ungewöhnlich – das passt zu dem ganzen Projekt. Schließlich ist es natürlich auch ungewöhnlich, wenn eine Stadt eine top-moderne große neue Kita spendiert bekommt. Groß ist da natürlich die Freude beim Vertreter der Beschenkten: OB Jürgen Großmann.

„Zukunft heißt immer Kinder“

Der bedankte sich bei dem Nagolder Ehepaar Reinhold und Heike Fleckenstein, deren Stiftung die Kita der Stadt schenkt. „Zukunft heißt immer Kinder“, betonte Großmann und verwies eben auch auf die vielen Förderungen, Stiftungen, Spenden und Unterstützungen, die die Fleckensteins Kindern und Jugendlichen „in Nagold aber auch weltweit“ zukommen lassen. „Wir bauen hier ein wichtiges Stück Zukunft für unsere Stadt“, verdeutlichte Großmann. Dass „Credo“ des einstigen Unternehmerehepaars Fleckenstein sei schon immer gewesen, dass ihm Kinder am Herzen liegen. „Ihnen war es schon immer ein Anliegen, jungen Menschen zu helfen“, so der OB weiter – eben „Kindern, gute Bedingungen zu schaffen.“

Und natürlich wusste Großmann auch, dass dieses Engagement nicht selbstverständlich ist. Auch, dass Fleckensteins für ein Kita-Provisorium nicht zu haben gewesen seien, erfuhren die Gäste des Spatenstichs. „Wenn, dann richtig!“, hat es da geheißen. Und so kam es dann zügig zu diesem „sehr schönen Projekt.“ Das ist laut OB größenmäßig die „bedeutendste und größte Schenkung an die Stadt Nagold“. Großmann war überzeugt: „Dieser Tag setzt Maßstäbe!“ Heike und Reinhold Fleckenstein würden zeigen, was es heiße, den Nagolder Geist zu leben.

„Das ist ein dankbarer Tag für uns“

Reinhold Fleckenstein selbst erwiderte nur wenige Sätze, zeigte sich dankbar, dass seine Frau und er finanziell und gesundheitlich in der Lage seien, dieses Projekt zu ermöglichen. „Das ist ein dankbarer Tag für uns“, freute sich Fleckenstein auch, dass das Ehepaar in die Planungen miteinbezogen sei. Dass sie sozusagen von Beginn an Paten für die Kita sind, erfreue ihn und seine Frau sehr. „Das ist ein Siebenmeilenstein, der da erlebbar wird.“

Die heimlichen Stars des Spatenstichs waren aber weder der OB noch das Ehepaar Fleckenstein sondern die Kinder selbst. Und für die wiederum wahrscheinlich der große Bagger, der schon emsig, die Erde aufwühlte. Diese muntere Gruppe von der Kita Lemberg umrahmte den Spatenstich jedenfalls mit inbrünstigem Gesang. „Im Kindergarten“, lautete der Refrain des Liedes. Und weiter hieß es: „Im Kindergarten – da fangen alle mal als kleine Leute an!“ Und genau so ist es. Später werden sie dann vielleicht mal Architekten, Baggerfahrer, Unternehmer oder sogar Oberbürgermeister.