Sonia Kmitta hat in ihrer Ballettschule in der Lahrer Lotzbeckstraße 14 Generationen von Schülerinnen und Schülern unterrichtet. Foto: Kron

Sonia Kmitta hat vor 50 Jahren  die damals einzige Ballettschule  in Lahr gegründet. Der Anfang war schwer, ans Aufhören denkt sie heute noch nicht.

Ballett kombiniert Eleganz, Körperbeherrschung, Technik und Ausdruck miteinander. Die Tänzerinnen und Tänzer erzählen auf der Bühne mit anmutigen Bewegungen Geschichten oder drücken Stimmungen und Gefühle aus. Dabei ist es gewissermaßen ein Spitzensport, der jahrelanges Training erfordert.

 

Sonia Kmitta war elf Jahre alt, als sie sich in das Ballett verliebte. Heute ist sie 75 – und ihr Herz schlägt noch genauso dafür. Zum 50. Geburtstag ihrer Ballettschule in Lahr veranstaltet sie am Sonntag, 10. November, eine Matinée im Parktheater (siehe Info). Unsere Redaktion hat anlässlich des Jubiläums mit ihr gesprochen.

Angefangen mit Ballett habe sie, weil Mädchen aus ihrer Klasse tanzten, erzählt die gebürtige Straßburgerin. „Die konnten einen Spagat und das wollte ich auch können“, erinnert sich Kmitta. Sie überredete ihre Eltern, ebenfalls Unterricht nehmen zu dürfen – und so startete sie in einer Ballettschule in Kehl.

Dabei hat sie schnell gemerkt, dass Ballett ihr Freude bereitet und sie auch ein Talent dafür besitzt. Deshalb trainierte sie fleißig und wurde immer besser. Ihre Prüfung zur klassischen Tänzerin legte sie 1968 in Frankfurt ab. Darauf folgten Engagements als professionelle Tänzerin in Saarbrücken und Augsburg. 1973 gründete sie schließlich ihre eigene Ballettschule in Lahr, damals die erste Schule dieser Art in der Stadt.

Seit sie mit Ballett angefangen hat, habe sich der Tanzstil weiterentwickelt. „Es geht schon in die Moderne. Aber es ist gut, dass sich etwas wandelt.“ Ballett habe aber immer noch „den Flair der Eleganz“.

In ihrer Karriere habe es viele Höhepunkte und schöne Erlebnisse gegeben. „Die Zeit am Theater in Augsburg war sehr spannend, dort war ich das jüngste Mitglied. In Saarbrücken hat es mir auch sehr gut gefallen. Ich erinnere mich an alle meine Auftritte gerne“, erzählt sie. Auch von ihrer Zeit in Lahr fallen ihr einige Projekte ein, die sie zu ihren persönlichen Höhepunkten zählt. Zum Beispiel der Rosenabend im Stadtpark.

Viele Kanadier erlernten bei ihr den Ballettanz

„Es war etwas zäh, bis ich Fuß gefasst hatte in Lahr“, erinnert sich Kmitta. Mit den „ganz normalen Herausforderungen der Selbstständigkeit“ habe sie zu kämpfen gehabt. So musste sie zum Beispiel einen Kredit aufnehmen, für den damals ihr Schwiegervater bürgte. Dennoch war ihr die eigene Ballettschule das Risiko wert. „Nach etwa fünf Jahren gab ich dem Radio der hier stationierten Kanadier ein Interview. Danach hatte ich auch viele Schüler von dort“, berichtet die Tänzerin und Ballettlehrerin über entscheidende Stationen.

Sie will weitermachen, solange sie es kann

Ihre Vision für ihre eigene Schule war es immer, Ballett gut beizubringen. Ihre Schule, in der sie mehrere Dozenten beschäftigt, ist dabei seit Beginn anerkannt als Fachschule für Ballett und Spitzentanz. Besonders stolz macht sie, dass einige ihrer ehemaligen Eleven professionelle Tänzer geworden sind oder durch den Unterricht bei ihr in andere künstlerische Bereiche gefunden haben. „Viele Schüler waren lange Jahre bei mir. Von Kindesbeinen an bis sie erwachsen wurden“, freut sich die 75-Jährige. Und sie freut sich auch darüber, dass sie in diesen 50 Jahren mit zahlreichen Schülergenerationen viele erfolgreiche Aufführungen und Inszenierungen in Lahr hatte.

Auf die Frage, was sie erfolgreich mache, antwortet sie zuerst: „Bin ich denn erfolgreich?“ Dann erklärt sie, dass die Ballettschule das erste gewesen sei, was sie besessen habe. Darum sei immer der Ehrgeiz da gewesen, sich so gut wie möglich reinzuhängen. Dabei sei sie durch und durch ein Familienmensch. „Ich habe zwei Töchter und drei Enkel. Sie bringen mir immer große Freude“, erzählt sie lächelnd.

Sonia Kmitta will so lange weitermachen, wie sie gesund und in der Lage dazu ist. „Ich bin sehr dankbar, für das, was ich noch machen kann.“

Ballettmatinée wird vorbereitet

Zum 50. Geburtstag der Ballettschule Sonia Kmitta führen ihre Schüler am Sonntag, 10. November, ab 11 Uhr im Parktheater das Märchen „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ auf. Es wird getanzt von der Ballettschule Sonia Kmitta und dem Ensemble Annette Gündel, erzählt von Andrée Blum (Théatre alsacien de Strasbourg) und gesungen von Opernsängerin Tatjana Kharagina-Wilson sowie Schülern. Karten gibt es im Kulturbüro oder online unter populahr.de. Erwachsene zahlen je nach Kategorie zwölf, 15 oder 18 Euro, Kinder zehn Euro.