Die Freude über steht allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben: Das Gasthaus Krone erhielt die Auszeichnung „vorbildliches Dorfgasthaus 2025“. Foto: Carmen Soudani

Das Lautlinger Gasthaus Krone erhielt die Auszeichnung „vorbildliches Dorfgasthaus 2025“, was mit einem Fest gebührend gefeiert wurde – samt kulinarischem Festmahl.

Ein besonderes Fest wurde vergangenen Freitag in Lautlingen gefeiert: Das traditionsreiche Gasthaus Krone wurde als vorbildliches Dorfgasthaus 2025 ausgezeichnet – musikalisch umrahmt von der örtlichen Musikkapelle „Frohsinn“.

 

Der Wettbewerb wird seit 2013 vom Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft des Regierungspräsidenten. Er würdigt Gasthäuser, die nicht nur gastronomisch überzeugen, sondern als soziale und kulturelle Zentren ihre Orte prägen.

Das Gasthaus Krone in Lautlingen überzeugt in allen Facetten – gastronomisch wie auch kulturell. Foto: Carmen Soudani

Den Wirtsleuten Monika Bodmer und Stefan Hetges gelingt die ideale Kombination

Karlheinz Geppert, Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatpflege, brachte es gleich zu Beginn auf den Punkt: „Heute Abend steht alles unter dem Motto ‚vorbildliches, herrschaftliches Dorfgasthaus‘. Denn die Krone ist tatsächlich das herrschaftlichste Dorfgasthaus, das wir je ausgezeichnet haben.“

Karlheinz Geppert (links) und Klaus Tappeser Foto: Carmen Soudani

Regierungspräsident Klaus Tappeser würdigte in seiner Ansprache den Mut und die Innovationskraft der Wirtsleute Monika Bodmer und Stefan Hetges: „Das Gastgewerbe hat es nicht leicht, besonders in nicht zentralen Lagen. Doch hier ist es rundum gelungen – materiell, denkmalschützerisch und gastlich. Eine ideale Kombination.“

Hofele: „Dieser Preis hätte euch schon vor 100 Jahren zustehen müssen“

Voll des Lobes war auch Lautlingens Ortsvorsteher Eckhard Hofele. Foto: Carmen Soudani

Auch Ortsvorsteher Eckhard Hofele fand persönliche Worte: „Was wäre Lautlingen ohne die Krone? Wahrscheinlich einfach nur ein weiteres hübsches Dorf. Aber dieses Schmuckstück mitten im Ort macht Lautlingen zu etwas Besonderem.“

Er gratulierte den Wirtsleuten Monika Bodmer und Stefan Hetges im Namen des Ortschaftsrates und Oberbürgermeisters Roland Tralmer herzlich: „Ihr habt nicht nur das Gasthaus erhalten, sondern zu einem wahren Vorbild für Gastfreundschaft und Heimatpflege gemacht. Dieser Preis hätte euch schon vor 100 Jahren zustehen müssen.“

Die Gastwirte der Lautlinger Krone Stefan Hetges und Monika Bodmer Foto: Carmen Soudani

Landrat Günther-Martin Pauli erinnerte sich an frühere Zeiten, als die Türen der Krone geschlossen waren: „Das war schade, dass die Pforten zu waren. Heute aber sind wir stolz, dass hier wieder Leben eingezogen ist. Sie haben eine Infrastruktur zurückgebracht, die wir lange vermisst haben. Das setzt im Zollernalbkreis die Krone auf.“

Kulinarische Maßstäbe und Tradition vereint im Festmenü

Unter großem Applaus überreichte Geppert schließlich die Urkunde und Plaketten; danach luden Monika Bodmer und Stefan Hetges ihre Gäste zu einem festlichen Vier-Gänge-Menü ein: Zur Vorspeise gab es eine aromatische Heusuppe mit Garnelen, gefolgt von Lachsforelle auf Petersilienwurzel-Püree.

Nach der Übergabe von Urkunde und Auszeichnung kamen die Gäste beim Empfang ins Gespräch. Foto: Carmen Soudani

Der Hauptgang bestand aus geschmorten Kalbsbäckchen mit Gemüse-Perlgraupen und Kräuterseitlingen, bevor ein Schokoladen-Ganache-Törtchen mit Zimtpflaumen und Joghurteis den Abend süß abrundete. Das Menü unterstrich, dass die Krone nicht nur Tradition bewahrt, sondern auch kulinarisch Maßstäbe setzt.

Ein Treffpunkt, in dem auch Nachhaltigkeit gelebt wird

Die Krone blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: 1580 erstmals als Wirtschaft erwähnt und 1697 im barocken Fachwerkstil neu erbaut, war sie über Jahrhunderte hinweg Treffpunkt für Vereine, Reisende und Feste.

Zwischen 2016 und 2022 wurde das Haus umfassend und zugleich behutsam saniert. Mit ökologischen Materialien wie Holz, Lehm und Naturstein entstanden neue Gästezimmer, historische Stuben wurden restauriert. Fachleute wie das Landesamt für Denkmalpflege und die Denkmalstiftung würdigten das Projekt als beispielhaft.

Die Gäste genossen das gute Essen und die ebenso gute Gesellschaft. Foto: Carmen Soudani

Auch Nachhaltigkeit wird in der Krone gelebt: Regionale Lieferketten, kurze Wege, saisonale Produkte, Mehrweg statt Einweg und ein bewusstes Ressourcenmanagement prägen Küche und Betrieb. „Echtes Handwerk und viel Herz“, so beschreiben Gäste den Charakter des Hauses.

Lautlinger Gastwirte wollen Kulturprogramm und Küche weiterentwickeln

Monika Bodmer und Stefan Hetges betonen bewusst: Es ist ein Wirtshaus – kein Restaurant. Begegnung, Gemeinschaft und Verlässlichkeit stehen im Mittelpunkt. Die Krone ist längst mehr als Gastronomie.

Sie ist ein kultureller Dorfplatz: Musikabende, Lesungen, Kräuterwanderungen, Weihnachtsmarkt, Mundartabende und Ausstellungen zur Ortsgeschichte machen sie zu einem lebendigen Ort der Heimatpflege.

Für die Zukunft planen die Gastgeber, das Kulturprogramm auszubauen, Vereine und Jugend noch stärker einzubeziehen und die schwäbische Küche mit zeitgemäßen Interpretationen weiterzuentwickeln.

Eine Auszeichnung für eine echte Gemeinschaftsleistung

Die Freude über das Schild und die damit verbundene Auszeichnung für das Gasthaus Krone war bei allen Beteiligten in Lautlingen groß. Foto: Carmen Soudani

Am Ende bleibt der Gedanke, der den ganzen Abend prägte: „Die Krone ist mehr als ein Haus – sie ist Gemeinschaft. Was viele Generationen aufgebaut haben, füllen unsere Gäste und Mitarbeiter heute mit Leben und Gastfreundschaft“, so das Team.

Und so war die Freude über die Auszeichnung groß. Denn dieser Titel ist nicht allein eine Würdigung der Wirtsleute, sondern – wie es auf der Urkunde heißt – eine echte Gemeinschaftsleistung: „Die Krone Lautlingen lebt von vielen Händen und offenen Türen.“