Haufenweise Marihuana sollen die Angeklagten rund um VS und im süddeutschen Raum verkauft haben. (Symbolbild) Foto: Leonie Asendorpf/dpa

Diese Mengen an Rauschgift dürfte selbst für erfahrene Ermittler selten sein: Eine Drogenbande aus VS soll mit 500 Kilo Marihuana gehandelt haben. Nun ist sie angeklagt.

Im Juni 2025 ist den Ermittlungsbehörden ein schwerer Schlag gegen die Rauschgiftkriminalität in Villingen-Schwenningen und der gesamten Region gelungen: Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft konnten auch mithilfe des Spezialeinsatzkommandos (SEK) eine Drogenbande aus der Doppelstadt hochnehmen. Nun steht der Prozess beim Landgericht Konstanz an.

 

Das SEK-Team hatte am 11. Juni vergangenen Jahres eine Wohnung in der Offenburger Straße in Villingen gestürmt und dabei einen der mutmaßlichen Drogenhändler festgenommen. Insgesamt durchsuchten die Ermittler an diesem Tag sechs Wohnungen und eine Gaststätte in Villingen-Schwenningen.

Bei der groß angelegten Durchsuchung wurden nach damaligen Angaben mehrere Kilogramm Rauschgift sichergestellt. Zudem beschlagnahmten die Einsatzkräfte weitere Beweismittel. Wie jetzt bekannt wurde, konnten bei einem der nun Angeklagten zudem diverse Messer aufgefunden werden. Die Staatsanwaltschaft geht deshalb zusätzlich von einem bewaffneten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln aus.

Die Kriminalpolizei nahm zunächst vier Tatverdächtige im Alter von 25, 33, 34 und 55 Jahren fest. Es folgte jedoch mindestens eine weitere Polizeiaktion im Zusammenhang mit den umfangreichen Ermittlungen. Denn im Januar dieses Jahres sind abermals drei Orte in Villingen-Schwenningen sowie ein Objekt in St. Georgen mithilfe der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit durchsucht worden. Dabei handelte es sich unter anderem um ein Mehrfamilienhaus in Obereschach.

46-Jähriger wurde später festgenommen

Offenbar ist in diesem Zuge auch ein 46-Jähriger festgenommen worden. Denn wie das Landgericht Konstanz nun mitteilt, handelt es sich nunmehr um fünf Angeklagte mit albanischer, britischer und bulgarischer Nationalität. Sie befinden sich in Untersuchungshaft. Ihnen wird ein „umfangreicher bandenmäßiger Drogenhandel im und aus dem Raum Villingen-Schwenningen heraus“ vorgeworfen.

Die Bande soll im Zeitraum zwischen September 2023 und Juni 2025 Einzelmengen zwischen zehn und 45 Kilogramm Marihuana aus Spanien eingeschmuggelt haben. Ermittlungen haben ergeben, dass dieses anschließend im süddeutschen Raum gewinnbringend weiterverkauft wurde. Auch mit Kokain sei im Kilogrammbereich gedealt worden, heißt es.

Auch sechs Kilogramm Kokain

Die Mengen lassen aufhorchen: Laut den Behörden handelt es sich um 500 Kilogramm Marihuana und sechs Kilogramm Kokain. Nach Schätzungen bewegt sich der Straßenverkaufswert der sichergestellten Drogen im mehreren Millionenbereich. Allein das Marihuana könnte einen Wert von bis zu rund sechs Millionen Euro erreichen, hinzu kommen mehrere hunderttausend Euro für das Kokain.

Entsprechend umfangreich dürfte die juristische Aufarbeitung des Drogenhandels ausfallen. Ab dem 5. Mai wird vor dem Landgericht verhandelt. Angedacht sind nach derzeitigem Stand elf Verhandlungstage mit vier Zeugen. Voraussichtlich Mitte Juni soll das Urteil gesprochen werden.