Katharina Stang verkauft in ihrem Laden „Inki Inki“ in der Salzstraße in Freiburg Kunstwerke, Bilder und Postkarten, die mit dem Risodruckverfahren hergestellt wurden. Das besondere sind die knalligen Farben. Sie bietet auch Risodruck-Workshops an.
Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein handelsüblicher Drucker, der so auch in vielen Großraumbüros steht. Doch das Innenleben des Druckers im „Inki Inki – Riso Work´n Shop“ in der Salzstraße 47 ist ein besonderes. Es handelt sich um einen Risodrucker. Die Risographie ist ein Schablonen-Druckverfahren und funktioniert ähnlich wie Siebdruck. Das Motiv wird auf eine Masterfolie gedruckt und diese auf eine Farbtrommel gespannt, die wiederum die Farbe rotierend aufs Papier bringt. „Jedes Blatt läuft einzeln durch den Drucker und für jede Farbschicht muss es noch mal durchlaufen“, erklärt Katharina Stang. Das mache das Verfahren aufwendig. „Jeder Druck ist einzigartig, da es zu Versatz oder Ungleichheiten in den Farbaufträgen kommt. Aber genau das macht den Charme von Riso aus“, sagt die Freiburgerin.
Farben kommen aus Japan
Sie setzt bei ihren Druck-Erzeugnissen auf Naturpapier und Masterfolien aus Hanf- und Bananenfasern, was das Verfahren umweltschonend mache. Die knalligen Farben aus Pflanzenöl und Reiskleie bezieht sie direkt aus Japan. „Dort ist das Druckverfahren weit verbreitet“, erklärt sie. In Deutschland sei Risodruck, den es seit 1986 gibt, eher unbekannt.
Stang ist durch ihre Arbeit als Mediendesignerin auf das Riso-Druckverfahren aufmerksam geworden. „Ich habe viel mit kleinen Unternehmen aus der Region zusammengearbeitet. Für die habe ich eine Möglichkeit gesucht, kleine Auflagen mit knalligen Farben vor Ort zu drucken“, blickt Stang zurück. So sei sie auf den Risodrucker gestoßen.
Mit ihrem „Riso“, wie sie ihn liebevoll nennt, erledigt sie kleinere Druckaufträge von Flyern und Plakaten für Kulturschaffende oder Restaurants. Auch Schulklassen gehören zu ihren Kunden. „Eine Kundin hat auch Einladungen für einen Geburtstag bei mir drucken lassen“, berichtet Stang.
Des Weiteren verkauft sie in ihrem Laden Kunstwerke, Postkarten und Kalender, die sie selbst mit ihrem Drucker angefertigt hat oder die befreundete Künstler hergestellt haben. „Vor allem die Postkarten kommen bei den Kunden sehr gut an“, ist sie erfreut.
Workshops für Risodruck
Auch die knalligen Farben, die beim Digitaldruck lange Zeit nicht möglich waren, machen den Charme von Risodruck aus. „Auf Pink fahren die Leute ab. Einen Workshop musste ich sogar verschieben, da die Pink gerade leer war“, sagt Stang. Die Workshops sind neben der Herstellung und dem Verkauf von Risodrucken und ihrer Arbeit als Mediengestalterin ihr drittes Standbein.
„Die Arbeit mit kleinen und großen Gruppen macht riesig Spaß. Auch Menschen, die am Anfang sagen ,ich bin gar nicht kreativ’, bekommen am Ende ein tolles Ergebnis hin“, zeigt die Mediendesignerin ihre Begeisterung für Risodruck. Die Basis-Workshops bietet sie etwa zwei Mal pro Monat an. Für Menschen, die auf den Geschmack gekommen sind, hat sie auch fortgeschrittenen Kurse im Programm.
Seit April 2023 in der Salzstraße
Im Laden in der Salzstraße ist sie seit April 2023. Anfangs hat sie sich die Räumlichkeiten geteilt. Seit März diesen Jahres ist nur noch ihr Laden in den Räumlichkeiten, in denen auch die Workshops stattfinden.
„Der Laden und der ,Riso’ geben mir den Raum meine ganze Kreativität auszuleben“, erklärt die Grafikerin. An eigenen Ideen für neue Postkarten, Kalender oder Bilder mangelt es Stang nicht. „Mir fehlt leider die Zeit alles umzusetzen“, sagt sie. Je aufwendiger das Motiv, desto aufwendiger sei auch die Herstellung.