Mit der Teilnahme an den Olympische Spielen in Peking hat sich Ski-Kunstspringerin Emma Weiß vom Freestyle-Club Zollernalb einen Traum erfüllt. Doch es war ein wahrlich abenteuerlicher Weg, den die 22-jährige Ebingerin auf dem Weg dorthin zu meistern hatte.
Corona war für sie das beherrschende Thema der vergangenen Hätte ich im November schon gewusst, was mich in diesem Winter erwartet, hätte ich mich wohl ins Bett gelegt und die Decke über den Kopf gezogen", sagt Emma Weiß.
Corona sorgt für Ungewissheit
Doch das hat sie nicht getan, sondern sämtlichen Widrigkeiten getrotzt. Vor dem Weltcup-Auftakt in Finnland hatte sie sich eine Corona-Infektion eingefangen und zahlreiche Trainingstage aussetzen müssen. Dennoch sicherte sie sich schon früh ihr Olympia-Ticket. Auch die Reise zu den Weltcups in Kanada und den USA standen auf der Kippe – obwohl genesen, wollte ihr CT-Wert nicht nach oben klettern. Und so geriet sogar die Mission Olympia in große Gefahr. Sie reiste an, musste sich aber im Olympischen Dorf in Quarantäne begeben und durfte ihre Bubble nur verlassen, wenn Training angesagt war.
Die Suche nach dem olympischen Geist
Ob ihr Olympia-Traum in Erfüllung gehen würde, sand noch immer auf der Kippe. "Der krasseste Moment für mich war dann, als ich sicher sein durfte, an den Start zu gehen", sagt Emma Weiß. Der Wettkampf selbst lief dann nicht ganz nach ihrem Geschmack, sie verpasste das Finale. "Nach all den Unsicherheiten war der Tank leer, trotzdem war die Saison eine wertvolle Erfahrung, in der ich mich selbst noch ein bisschen besser kennengelernt habe. Körper und Geist halten mehr aus, als man denkt."
Und wie hat sich die Olympia-Premiere angefühlt? "Der Wettkampf selbst ist wie jeder andere. Es sind die gleichen Leute dabei, und trotzdem fühlt es sich ganz anders an als ein Weltcup oder eine Weltmeisterschaft. Es ist alles größer. Ich will auf jeden Fall noch bei zwei weiteren Spielen dabei sein." Dann muss sie den "olympischen Geist" auch nicht genau suchen. "Ich habe ihn nur teilweise gespürt, aber ich durfte mich ja auch nur in den letzten 20 Stunden frei bewegen." Die Kurze Zeit in Freiheit nutzte Emma Weiß dann auch zu einer unter den Athleten beliebten Souvenir-Jagd – sie tauschte Anstecknadeln. Pins aus Kanada, Australien, Kasachstan und zahlreiche anderer Nationen schmücken nun das Band an ihrer Teilnehmer-Akkreditierung.
Weltcupwinter endet vorzeitig
Dass der Wettkampf in China ihr letztrer in diesem Winters sein sollte, wusste Emmas Weiß natürlich nicht. Als ei gerade dabei war, sie sich im russischen Jarolawl auf den dortigen Weltcup vorzubereiten, überfiel der russische Präsident Vladimir Putin mit seiner Armee die Ukraine. Das Springen wurde abgesagt – ebenso wie jenes, das eine Woche später in Moskau geplant war. Schließlich wollte Emma Weiß ihre Saison bei einem Europcup-Springen in Airolo/Schweiz beenden. Doch sie stürzte im Training, zog sich dabei eine Gehirnerschütterung zu musste auf eine Teilnahme verzichten.