Ein Moment der großen Freude: Wahlsieger Andreas Spicker umarmt seine Frau, unter dem Applaus der Bürger. Foto: Gerald Nill

Andreas Spicker hat mit überwältigender Mehrheit die Bürgermeisterwahl in Malsburg-Marzell gewonnen. Amtsinhaber Mario Singer wurde damit abgewählt.

Die Würfel sind gefallen im Kandertal. Andreas Spicker erhielt am Sonntag bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit und wird künftiger Bürgermeister in Malsburg-Marzell.

 

Mit 605 Stimmen (78,57 Prozent) gelang ihm ein deutlicher Wahlsieg. Der 43-Jährige aus Tannenkirch setzte sich damit klar gegen seine Mitbewerber durch, darunter Amtsinhaber Mario Singer. Dieser brachte es lediglich auf 90 Stimmen (11,69 Prozent). Ralf Argast, Betriebswirt beim Tiefbauamt der Stadt Kandern, erhielt 47 Stimmen (6,1 Prozent). Der pensionierte Polizeibeamte Uwe Oehlschläger kam auf 26 Stimmen (3,38 Prozent).

Die Wahlbeteiligung lag bei 65,8 Prozent. Insgesamt 1173 Bürger waren wahlberechtigt.

Spicker vom eindeutigen Wahlergebnis überrascht

„Ich bin bewegt. Ich ringe nach Luft“, sagte Spicker in einer ersten Stellungnahme vor voll besetzter Edenbachhalle. Er habe nicht mit dem eindeutigen Ergebnis gerechnet.

Überwältigt vom Ergebnis: Andreas Spicker, der fast 80 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen auf sich vereinen konnte. Foto: Gerald Nill

Er dankte allen Wählern, die sich an der Wahl beteiligt haben. In seinen Dank schloss er seine „wunderbare Frau und die drei Kinder“ ein. Den Mitbewerbern dankte Spicker für einen „ehrlichen, aufrichtigen und fairen Wahlkampf“.

Das Interesse an der Bürgermeisterwahl im Kandertal war bereits im Vorfeld enorm. Das zeigte sich schon bei der Vorstellungsrunde, als die Bürger die angesetzte Zeit für Fragen voll ausnutzten und die Einstellungen der Aspiranten abklopften.

Bei den brennenden Themen im Kandertal – die befürchtete Überlastung durch Windkraftanlagen, die bescheidene Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr soeben Tourismus und Infrastruktur – zeichneten sich bei den vier Bewerbern indes keine grundlegenden Unterschiede ab.

Bis zur letzten Minute strömten Wähler herbei

Ins Bürgerhaus Edenbach in Malsburg – einem von drei Wahllokalen im Kandertal – strömten am Sonntag bis praktisch zur letzten Minute Wähler und warfen ihren Stimmzettel in die graue Urne.

Die letzte Wählerin hatte ihren Wahlschein zwar nicht dabei, aber das Kreuzchen kann auch nur mit Personalausweis gemacht werden.

Punkt 18 Uhr wurde das Wahllokal geschlossen. Wenige Sekunden später begannen die Teams der Wahlhelfer mit dem Auszählen der abgegebenen Stimmen, während sich die Edenbachhalle mit Bürgern füllte.

Bürgermeister aus Nachbargemeinden

Das Interesse an der Wahl war auch unter den benachbarten Bürgermeistern groß. Einer der ersten war Stefan Niefenthaler mit seiner Frau, Bürgermeister aus dem Kleinen Wiesental. Es folgten Gunther Braun aus Steinen und Christian Renkert aus Schliengen. Erst dann stießen die Bewerber hinzu, als letzter der Amtsinhaber Mario Singer. Der 63-Jährige, seit 2018 Bürgermeister von Malsburg-Marzell, sagte vor der Ergebnisverkündung: „Ich denke, es läuft auf eine Stichwahl heraus.“

Amtsinhaber Mario Singer (r.) musste eine bittere Wahlniederlage einstecken. Am Wahlabend vor Ort war auch Landrätin Marion Dammann (links in Beige). Foto: Gerald Nill

Die Verkündung des Wahlergebnisses ließ sich auch Landrätin Marion Dammann nicht entgehen.

Landrätin: Eindeutiges Ergebnis gut für Gemeinde

Dammann sagte, es sei ein guter Tag für Malsburg-Marzell, weil es ein eindeutiges Ergebnis gebe. Die Landrätin hob zudem hervor, dass vier Bewerber für den Bürgermeisterposten zeigten, dass der ländliche Raum attraktiv sei. Die aktuellen Geldsorgen seien ohnehin überall gleich. Dammann reichte Spicker die Hand zur Zusammenarbeit.

Vor Ort zeigten sich auch die örtlichen Vereine. Es spielte der Musikverein Edelweiß Malsburg-Marzell, und der Männergesangverein sang.

Singers Amtszeit endet am 30. Juni

Die Amtszeit von Bürgermeister Mario Singer endet am 30. Juni. Sein Nachfolger übernimmt am 1. Juli.