Diebe brechen in die Raiffeisenbank-Filiale in Oberkollbach ein und erbeuten einen fünfstelligen Betrag. Anschließend flüchten sie unerkannt.
„Am Sonntagabend sind Einbrecher gewaltsam in ein Kreditinstitut in Oberkollbach eingedrungen und mit Bargeld geflüchtet“: So beginnt eine Mitteilung des Polizeipräsidiums Pforzheim von Dienstagvormittag.
Die Tat Nach derzeitigem Kenntnisstand der Polizei drangen die Täter wohl zwischen 18.30 und 19.30 Uhr in das kleine Gebäude in der Alten Badstraße, das die Filiale der Raiffeisenbank im Kreis Calw beherbergt, ein. Sie verschafften sich laut Polizei über ein Fenster an der Gebäuderückseite gewaltsam Zutritt. In der Filiale brachen sie den Geldautomaten auf und klauten einen mittleren fünfstelligen Betrag. Anschließend flüchteten die Diebe unerkannt.
Beute und Sachschaden sind hoch
Doch nicht nur die erbeutete Geldsumme ist hoch. Der Sachschaden, den die Einbrecher verursacht haben, liegt ebenfalls im fünfstelligen Bereich.
Solch ein Fall ist eher nicht an der Tagesordnung, findet auch Sabine Maag, Pressesprecherin im Pforzheimer Präsidium.
Keine weiteren Details Viel mehr Details als bereits bekannt sind, will Maag aus „ermittlungstaktischen Gründen“ auch nicht nennen. Warum sich die Tatzeit genau auf eine Stunde am Sonntagabend eingrenzen lässt etwa.
Ganz allgemein gesprochen, erklärt die Polizeisprecherin, gebe es Punkte, die einen Hinweis auf die Abläufe geben. Dabei könnten Zeugenaussagen eine Rolle spielen – etwa, dass ein Kunde den Geldautomaten gerade noch benutzt hat, während ein anderer später feststellt, dass er nicht mehr funktioniert. Oder Zeugen könnten etwa Ungewöhnliches beobachtet haben. Darüber hinaus können in manchen Fällen auch elektronische Geräte Erkenntnisse liefern – wie Überwachungskameras oder Bewegungsmelder an Nachbarhäusern, die zu einer bestimmten Zeit auslösen.
Aufbruch statt Sprengung Dass der Geldautomat aufgebrochen und nicht gesprengt wurde, das teilt die Polizei indes mit. „Die Art und Weise ist Gegenstand der Ermittlungen“, erklärt Sabine Maag. Jegliches Detail zum Aufbruch sei Täterwissen.
Allgemein betrachtet sei es aber so: Je professioneller die Einbrecher vorgingen, desto mehr spreche für eine organisierte Bande. „Das kann ich im vorliegenden Fall nicht ausschließen.“ Auch eine Sprengung spreche eher für Banden.
Das sagt die Bank Der Einbruch sei zwar schlimm. „Wir sind aber froh, dass es keine Personenschäden gegeben hat“, sagt Markus Wiech, Leiter Betriebsorganisation bei der Raiffeisenbank im Kreis Calw. Auch das Gebäude sei nicht beschädigt – zumindest nicht so, wie es bei einer Sprengung der Fall gewesen sein dürfte.
Wiech erinnert sich an einen Einbruch in die Geschäftsstelle Kimmichwiesen in Calw. Aber damals sei nichts weggekommen. „So einen Automatenaufbruch hatten wir noch nicht.“ Noch lässt sich nicht sagen, ob der Automat repariert werden kann. Erst am Mittwoch können die Bank-Mitarbeiter wieder ins Gebäude und sich einen genauen Überblick verschaffen. Markus Wiech vermutet, eher nicht.
Am Montagmorgen wurde der Einbruch bemerkt, seither hat die Geschäftsstelle geschlossen. Spätestens ab Montag wird sie wohl wieder geöffnet sein, meint Wiech.
Der Automat soll in jedem Fall ersetzt werden. „Das ist unser Versprechen an die Bevölkerung.“ Die Raiffeisenbank nutze den Zwischenfall nicht, um den Geldautomaten abzuziehen. Allerdings hätten solche Geräte eine gewisse Lieferzeit.
Im Juli gibt es eine Sprengung in Neubulach
Weitere Fälle Erst Ende Juli hatten Unbekannte den Geldautomaten in Neubulach, genauer im Liebelsberger Edeka, gesprengt.
Außerdem ist es am vergangenen Wochenende zu einem weiteren Aufbruchsversuch im Präsidiumsbereich gekommen: Zwischen Freitag und Samstag wollten Unbekannte einen Geldautomaten in einer Hochschule in Pforzheim knacken. Sie hatten allerdings weniger Erfolg, der Versuch misslang. Beute machten die Täter keine, hinterließen aber einen Sachschaden im dreistelligen Bereich.
Zeugen gesucht Die Ermittlungen im Fall des Einbruchs in die Oberkollbacher Raiffeisenbank-Filiale hat das Polizeirevier Calw übernommen. Zeugen, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt haben, sollen sich unter der Telefonnummer 07051/1 61 35 11 bei der Polizei melden.