Trotz negativem ordentlichen Ergebnis von 753 000 Euro wird die Gemeinde Aichhalden in diesem Jahr 2,3 Millionen Euro in Baumaßnahmen investieren.
Bei der Verabschiedung des Haushaltsplans 2025 samt der beiden Eigenbetriebe berichtete Kämmerer Philipp Stahl von einzelnen Veränderungen gegenüber dem Entwurf. Allerdings habe dies im ordentlichen Ergebnis nur zu einer Verbesserung von rund 10 000 Euro geführt. Schwierig abzuschätzen sei die Gewerbesteuer, weshalb er vorsichtig 4,1 Millionen Euro angesetzt habe, eine Million Euro weniger als 2025.
Im Finanzhaushalt verbessert sich der Zahlungsmittelüberschuss gegenüber dem Entwurf um 30 000 Euro auf 257 000 Euro, der für Investitionen zur Verfügung steht.
Da Auszahlungen von 2,338 Millionen Euro vorgesehen sind und Einzahlungen von 310 000 Euro erwartet werden, entsteht ein Zahlungsmitteldefizit von 1,771 Millionen Euro.
Rückfluss von Darlehen
Finanziert wird dies durch den Rückfluss von Trägerdarlehen aus den Eigenbetrieben sowie liquiden Mitteln. Letztere werden zum Ende des Jahres 2026 einen Bestand von 2,083 Millionen Euro aufweisen, wie der Kämmerer erläuterte.
Die Personalkosten seien gegenüber dem Vorjahr deutlich um 278 000 Euro auf 2,515 Millionen Euro gestiegen. Ursächlich für den Anstieg seien zum einen die zu erwartenden Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst. Zum anderen seien ab 2026 alle Mitarbeiter, auch die der Eigenbetriebe, im Kernhaushalt gebucht.
„Mit nur 18 Prozent der Gesamtaufwendungen und Personalkosten je Einwohner liegen wir im Landkreis in der Spitzenposition“, bekräftigte Stahl.
Angesichts der auf 31,5 Prozent gestiegenen Kreisumlage wog Bürgermeister Michael Lehrer ab: „Die wird in Zukunft weiter steigen. Im Gegensatz zum Kreis Freudenstadt mit 42 Prozent sind wir noch gut dran“.
Während die Aufwendungen für die beiden Grundschulen sogar leicht auf 552 000 Euro gesunken sind, hat sich der Kostenanteil (Abmangel) an den beiden Kindergärten um circa 480 000 Euro auf 1,636 Millionen Euro erhöht. Nach der Fertigstellung des Anbaus ans Kinderhaus Aichhalden für zusätzliche U3- Gruppen und leicht rückläufigen Kinderzahlen wird sich der Abmangel in den nächsten Jahren weiter erhöhen.
Schlachthaus wird teurer
Handlungsbedarf besteht beim Schlachthaus, dessen Kostendeckungsgrad aktuell bei 34,08 Prozent liegt und eine Ertüchtigung bevorsteht. Beim Bestattungswesen wird ein Deckungsgrad von 81,4 Prozent erreicht.
Der Kernhaushalt bleibt schuldenfrei. Bei den Eigenbetrieben „Bad und Versorgung“ und „Abwasserbeseitigung“ haben sich einschließlich Neuverschuldungen Verbindlichkeiten von insgesamt 6,256 Millionen Euro angehäuft.
In der mittelfristigen Finanzplanung sind für 2027 Investitionen von 2,217 Millionen Euro vorgesehen. Den größten Brocken mit 754 000 Euro verschlingt dabei die Erneuerung der Heizung und die Schwimmbadtechnik des Lehrschwimmbeckens.
300 000 Euro sind für den Breitbandausbau „Graue Flecken“ und 240 000 Euro für die Herstellung der Barrierefreiheit des Rathauses eingestellt. In 2028 sollen dann satte 4,805 Millionen Euro investiert werden.
Schwergewichte sind die Erschließung des Neubaugebiets „Alter VI“ mit 1,628 Millionen Euro sowie die Sanierung des Beckens im Lehrschwimmbad, bei dem mit 1,466 Millionen Euro gerechnet wird. Für 2029 sind weitere 3,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Erneuerung der Heizzentrale (970 000 Euro) und der Umbau des Bauhof-Bestandsgebäudes (950 000 Euro) machen den größten Anteil aus.