Die Klassenräume haben bereits eine Grundausstattung. Digitale Tafeln dürften künftig auch noch folgen. Annette Wolber und Uwe Bartsch sind im neuen Schulgebäude umringt von den Schülern, die sich auf das Lernen freuen. Foto: SoNe

Knapp 100 000 Euro spendeten Schiltacher Unternehmen und Bürger für einen Schulbau in Agbelouve. Mittlerweile sind die Helfer rund um Hervé Kossi Dotse und dem Sozialen Netzwerk Schiltach/Schenkenzell von ihrer Togoreise zurück gekehrt.

Mit im Gepäck haben sie viele Eindrücke von der zweiwöchigen Reise Ende des vergangenen Jahrs, die sie unserer Redaktion schilderten. So zeigte sich beispielsweise Annette Wolber als Vorsitzende des Vereins Soziales Netzwerk Schiltach/Schenkenzell (SoNe) beeindruckt von dem recht einfachen Leben dort. Bereits eine Toilette mit Wasseranschluss sei dort recht selten und demnach Luxus sagte Wolber. Auch Fernsehgeräte würden sich in Dotses Heimatdorf nicht finden. Glücklicherweise seien sie auch nicht im Hotel untergebracht gewesen, sondern in Dotses Wohnung und hätten dadurch viel mehr von dem Alltag der Menschen dort mitbekommen.

 

Spenden aus der Region

Zu einem wesentlichen Teil von etwa 70  000 Euro Spendensumme für den Schulbau trugen die Stadt Schiltach, das Soziale Netzwerk Schiltach/Schenkenzell und die Unternehmen Sparkasse Wolfach, Vega Grieshaber sowie Hansgrohe bei. Die restlichen knapp 30 000 Euro spendeten Menschen aus Schiltach und Umgebung. Das teilte Uwe Bartsch mit, der ebenfalls nach Togo gereist war.

Das Spendenprojekt stellen Annette Wolber, Andreas Harter, Jerome Dotse, Uwe Bartsch, Isabell Stenzel und Hervé Kossi Dotse (von links) in einem Pressegespräch vor. Foto: Jambrek

Das Projekt für den Schulbau mit einer Fläche von etwa 750 Quadratmetern war mit einer einfachen Idee im Frühjahr 2022 gestartet. Dotse habe damals zunächst ausrangierte PCs von den Beruflichen Schulen in Wolfach für sein Heimatdorf Agbelouve gesammelt und sei dann auf die Idee gekommen, dass es daneben auch ein neues Schulgebäude brauche, um die PCs sicher aufstellen zu können. Zuvor habe der Unterricht unter einer luftigen Holzkonstruktion mit einem Dach aus Palmwedeln stattgefunden.

Bei der Einweihungsfeier am 26. November mit etwa 1000 Gästen erlebten die angereisten Helfer reichlich Dank und viel Wertschätzung für ihre Unterstützung.

Viele der Kinder zeigen vor der neuen Schule stehend ihre riesige Freude über das Gebäude. Foto: Bartsch

Abwicklung des Projekts

Zuvor hatten Dotse und die Verantwortlichen des Sozialen Netzwerks Schiltach/Schenkenzell sich immer wieder Baufortschritte zeigen lassen und so sicher gestellt, dass die Spenden korrekt verwendet werden und das Projekt wie geplant voran geht.

Dazu arbeiteten sie in erster Linie mit einem Voodoo-Priester zusammen, der zugleich Dotses Stiefvater ist und von ihm und anderen im Dorf liebevoll „Papa“ genannt wird. Er kümmerte sich zugleich um alles Organisatorische und stellte sicher, dass die Bautrupps zügig ihre Arbeit erledigten. „Auf der Baustelle kam kein einziges elektrisches Gerät zum Einsatz“, schilderte Bartsch. Zum Glück habe sich keiner der Arbeiter verletzt.

Die neue Schule hat im Übrigen auch drei Toiletten für 467 Schüler. Die Toiletten können mit einem Eimer gespült werden, während es zuvor keine sanitären Anlagen an der Schule gab.

Was bleibt vom Spendenprojekt? Dotse und die Sozialgemeinschaft Schiltach/Schenkenzell wollen auch weiterhin die Schule unterstützen. So denken sie etwa darüber nach, auch Flatscreentafeln oder eine bessere Wasserversorgung der Schule zu ermöglichen und sammeln dazu weiter Spenden ein.